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CHRONIK ANNO GLADII

(Chronik der Stahlzeit)

 

„Ich bin Kalyr, erster Chronos der Erde, und ich möchte euch von einer Zeit erzählen, in der die Menschen zu Herren ihres eigenen Schicksals wurden – denn ich war dabei. Die Aetherzeit war vorüber, der Aetherraum von der Erde abgeschirmt und die Magie in Vergessenheit geraten. Von nun an prägten allein die Menschen den Lauf ihrer Welt. Sie gründeten Dörfer und Städte, errichteten Königreiche und Imperien, schufen Gesetze, Religionen und Kulturen. Sie bestellten das Land, überquerten Meere, erschlossen unbekannte Gebiete und erweiterten immer wieder die Grenzen der ihnen bekannten Welt. Die Menschheit schuf Großes und richtete Entsetzliches an. Sie kannte Fortschritt und Rückschritt, Freiheit und Unterdrückung, Frieden und Vernichtung. Ihre größten Feinde waren keine Dämonen oder fremden Mächte, sondern Gier, Hass, Angst und der unstillbare Hunger nach Macht. Diese Ära nennen wir Chronos Anno Gladii, die Stahlzeit. Ich will euch nun von den Menschen erzählen, die ihre Welt mit Verstand, Glauben, Feuer und Stahl formten.“

RÜCKBLICK ANNO MAGICAE

Am Ende des letzten großen Dras-Krieges der Aetherzeit stellen sich die Völker und Mächte Mythandrias gemeinsam den Heerscharen der Dras'Shar entgegen. Dabei tritt der Plan des Dras-Königs, die gesamte Welt den Mächten der Nagoch auszuliefern, immer deutlicher zutage. Die Arkanen Krieger versuchen, die Pläne der Dras'Shar endgültig zu vereiteln, und bereiten gemeinsam mit dem Volk der Traumlinge ein gewaltiges kosmisches Konglomerat vor. Der von Themokh'Thar korrumpierte Chronos Thrar'Modas versucht, das Ritual zu verhindern. Doch Kalyr, ebenfalls ein Chronos und Beobachter der Erde, stellt sich ihm entgegen und vereitelt seine Sabotage. Den Traumlingen gelingt es, das Ritual zu vollenden und den Aetherraum von der Erde abzuschirmen. Die Ströme der Magie versiegen, die großen Portale werden geschlossen und die Verbindungen zu fremden Welten und Sphären zerbrechen. Mythandria und die magischen Völker verschwinden aus der Welt der Menschen und geraten im Laufe der Jahrtausende in Vergessenheit. Magie und übernatürliche Mächte haben keinen unmittelbaren Einfluss mehr auf die Menschheit. Was einst Wirklichkeit war, lebt nur noch in Mythen, Sagen und Legenden fort. Damit endet die Aetherzeit. Die Menschheit tritt in ein neues Zeitalter ein, in dem sie ihre Geschichte ohne Magie und Andersvölker selbst bestimmen muss.

DAS ALTERTUM

Das Altertum ist die Zeit der ersten Hochkulturen, mächtigen Stadtstaaten und großen Reiche. Schrift, Gesetzgebung, Handel und Wissenschaft verändern das Leben der Menschen. Zugleich prägen Eroberungen, Sklaverei und der Kampf um Macht den Aufstieg und Untergang ganzer Völker.

 

um 3500 v. u. Z. – Mesopotamien: In den fruchtbaren Ebenen zwischen Euphrat und Tigris entstehen die ersten großen Städte. Die Sumerer entwickeln eine frühe Schrift und schaffen wichtige Grundlagen staatlicher Verwaltung, organisierter Landwirtschaft und des Fernhandels.

um 3100 v. u. Z. – Ägypten: Ober- und Unterägypten werden unter einem Herrscher vereint. Damit beginnt die lange Geschichte des ägyptischen Reiches und seiner Pharaonen.

um 2600 v. u. Z. – Ägypten, Gizeh: Während des Alten Reiches entstehen die großen Pyramiden von Gizeh. Gewaltige Bauprojekte demonstrieren die Macht der Pharaonen und die organisatorischen Fähigkeiten des ägyptischen Staates.

um 1750 v. u. Z. – Babylonien: König Hammurapi lässt eine umfangreiche Sammlung von Gesetzen aufzeichnen. Der sogenannte Codex Hammurapi gehört zu den bekanntesten Rechtssammlungen des Altertums.

um 1600 v. u. Z. – China: Unter der Shang-Dynastie entstehen befestigte Städte und eine hochentwickelte Bronzekultur. Aus der späteren Shang-Zeit stammen die frühesten bekannten chinesischen Schriftzeugnisse.

um 1550 bis 1070 v. u. Z. – Ägypten: Während des Neuen Reiches erreicht Ägypten einen Höhepunkt seiner politischen und militärischen Macht. Pharaonen führen ihre Streitwagenheere nach Nubien und in den Vorderen Orient, errichten monumentale Tempel und ringen mit anderen Großmächten um Einfluss. Herrscher wie Hatschepsut, Echnaton, Tutanchamun und Ramses II. prägen diese Epoche.

um 1200 v. u. Z. – Östlicher Mittelmeerraum: Mehrere Reiche und Städte der Bronzezeit brechen innerhalb weniger Generationen zusammen. Kriege, Wanderungen, wirtschaftliche Krisen und Hungersnöte verändern die politische Ordnung des östlichen Mittelmeerraumes grundlegend.

um 1000 v. u. Z. – Levante: In der südlichen Levante bilden sich israelitische Herrschaften. Jerusalem entwickelt sich zu einem bedeutenden politischen und religiösen Zentrum.

um 800 v. u. Z. bis 100 u. Z. – Europa: Keltisch geprägte Kulturen breiten sich über weite Teile West- und Mitteleuropas aus. Zahlreiche Stämme errichten befestigte Siedlungen, betreiben weitreichenden Handel und entwickeln hochstehendes Handwerk. Stammesfehden, Wanderungen und schließlich der Widerstand gegen die Expansion Roms prägen ihre Geschichte.

753 v. u. Z. – Italien, Rom: Nach späterer römischer Überlieferung wird die Stadt Rom gegründet.

um 700 bis 371 v. u. Z. – Griechenland, Sparta: Sparta entwickelt eine streng militärisch geprägte Gesellschaft. Die männlichen Vollbürger werden von Jugend an für den Kriegsdienst ausgebildet, während die unterworfenen Heloten einen großen Teil der landwirtschaftlichen Arbeit verrichten. Disziplin, Gehorsam und die Treue zur Gemeinschaft bestimmen das Ideal des spartanischen Bürgers.

um 600 v. u. Z. – Indien: Neue religiöse und philosophische Strömungen entstehen. Aus dieser geistigen Entwicklung gehen in den folgenden Jahrhunderten unter anderem Buddhismus und Jainismus hervor.

509 bis 27 v. u. Z. – Rom und Mittelmeerraum: Aus einem Stadtstaat entwickelt sich die Römische Republik. Ihre Legionen unterwerfen Italien, besiegen Karthago und bringen schließlich große Teile des Mittelmeerraumes unter römische Herrschaft.

508 v. u. Z. – Griechenland, Athen: Politische Reformen legen die Grundlagen der attischen Demokratie. Ein Teil der männlichen Bürger erhält unmittelbaren Einfluss auf politische Entscheidungen.

490 bis 479 v. u. Z. – Griechenland: Mehrere griechische Stadtstaaten wehren Invasionen des Perserreiches ab. Die Perserkriege werden zu einem prägenden Ereignis der griechischen Geschichte.

480 v. u. Z. – Griechenland, Thermopylen: König Leonidas von Sparta stellt sich mit einer kleinen griechischen Streitmacht dem persischen Heer entgegen. Der aussichtslose Kampf wird später zum Sinnbild für Opferbereitschaft und militärische Pflichterfüllung.

431 bis 404 v. u. Z. – Griechenland: Athen und Sparta kämpfen im Peloponnesischen Krieg um die Vorherrschaft in der griechischen Welt. Athen unterliegt und verliert seine führende Stellung.

334 bis 323 v. u. Z. – Europa, Ägypten und Asien: Alexander von Makedonien erobert das Perserreich und dringt mit seinem Heer bis nach Indien vor. Nach seinem frühen Tod zerfällt das gewaltige Reich unter seinen Nachfolgern.

264 bis 146 v. u. Z. – Mittelmeerraum: Rom und Karthago kämpfen in den Punischen Kriegen um die Vorherrschaft im westlichen Mittelmeer. Rom siegt und steigt endgültig zur bestimmenden Großmacht der Region auf.

264 v. u. Z. bis 404 u. Z. – Rom und Römisches Reich: In den Arenen Roms und seiner Provinzen kämpfen Gladiatoren zur Unterhaltung der Bevölkerung. Viele sind Sklaven, Kriegsgefangene oder Verurteilte, andere treten freiwillig auf der Suche nach Ruhm und Reichtum an. Hinter den Kämpfen stehen Gladiatorenschulen, einflussreiche Veranstalter und ein gewaltiges Geschäft.

221 v. u. Z. – China: Qin Shihuangdi vereint die rivalisierenden chinesischen Reiche und wird der erste Kaiser eines geeinten China.

73 bis 71 v. u. Z. – Italien: Der Gladiator Spartacus führt einen großen Sklavenaufstand gegen die Römische Republik an. Zehntausende schließen sich der Erhebung an, bevor römische Legionen sie niederschlagen.

58 bis 50 v. u. Z. – Gallien: Römische Legionen unter Gaius Julius Caesar unterwerfen zahlreiche gallische Stämme. Unter Vercingetorix vereinigen sich mehrere von ihnen zu einem großen Widerstand, werden jedoch bei Alesia besiegt.

44 v. u. Z. – Rom: Gaius Julius Caesar wird von einer Gruppe Senatoren ermordet. Sein Tod führt zu weiteren Bürgerkriegen um die Herrschaft über Rom.

27 v. u. Z. – Rom: Octavian erhält den Ehrentitel Augustus. Die Römische Republik geht endgültig in die Kaiserzeit über.

27 v. u. Z. bis 476 u. Z. – Römisches Reich: Kaiser, Statthalter und Legionen beherrschen ein Reich, das sich zeitweise von Britannien bis Ägypten und von Hispanien bis in den Nahen Osten erstreckt. Straßen, Städte, Häfen und Grenzfestungen verbinden seine Provinzen, während Aufstände, Bürgerkriege und Machtkämpfe das Reich immer wieder erschüttern.

1. Jahrhundert u. Z. – Römisches Reich: Im östlichen Teil des Reiches entsteht das Christentum. Seine Anhänger verbreiten den neuen Glauben trotz wiederholter Verfolgungen zunehmend über die Grenzen Judäas hinaus.

70 u. Z. – Judäa, Jerusalem: Römische Truppen erobern Jerusalem und zerstören den Zweiten Tempel.

220 u. Z. – China: Die Han-Dynastie zerfällt. Eine lange Zeit politischer Teilung und kriegerischer Auseinandersetzungen beginnt.

313 u. Z. – Römisches Reich: Kaiser Konstantin und Licinius gestatten die freie Ausübung des christlichen Glaubens.

330 u. Z. – Römisches Reich: Konstantinopel wird zur kaiserlichen Residenz und entwickelt sich zu einem der bedeutendsten politischen und wirtschaftlichen Zentren der damaligen Welt.

395 u. Z. – Römisches Reich: Nach dem Tod Kaiser Theodosius' I. wird das Reich dauerhaft in einen westlichen und einen östlichen Herrschaftsbereich geteilt.

476 u. Z. – Italien, Ravenna: Der letzte weströmische Kaiser wird abgesetzt. Das Weströmische Reich endet, während das Oströmische Reich mit Konstantinopel als Zentrum fortbesteht.

DAS FRÜHE MITTELALTER

Nach dem Ende des Weströmischen Reiches entstehen in Europa neue Königreiche. Politische und wirtschaftliche Strukturen verändern sich, während das Christentum und später der Islam weite Teile der bekannten Welt prägen. Neue Herrscherdynastien, Handelsnetze und Kriegergesellschaften entstehen.

 

527 bis 565 – Oströmisches Reich: Kaiser Justinian versucht, verlorene Gebiete des ehemaligen Weströmischen Reiches zurückzuerobern. Unter seiner Herrschaft wird das römische Recht umfassend gesammelt und geordnet.

568 – Italien: Die Langobarden dringen nach Italien vor und errichten dort mehrere Herzogtümer und später ein eigenes Königreich.

um 600 – Mittelamerika: Die klassische Kultur der Maya erreicht eine lange Blütezeit. Mächtige Stadtstaaten errichten Tempel und Paläste, entwickeln komplexe Kalendersysteme und führen gegeneinander Krieg.

622 – Arabische Halbinsel: Mohammed verlässt Mekka und zieht nach Medina. Die Hidschra wird später zum Ausgangspunkt der islamischen Zeitrechnung.

632 bis 750 – Naher Osten, Nordafrika und Europa: Muslimische Heere erobern innerhalb weniger Generationen große Teile des Oströmischen Reiches und zerschlagen das Persische Sassanidenreich. Neue Kalifate entstehen und verbinden riesige Regionen durch Handel, Verwaltung und Religion.

711 – Iberische Halbinsel: Muslimische Truppen setzen von Nordafrika auf die Iberische Halbinsel über und erobern innerhalb weniger Jahre den größten Teil des Westgotenreiches.

732 – Frankenreich, Tours und Poitiers: Ein fränkisches Heer unter Karl Martell besiegt eine muslimische Streitmacht. Der Sieg stärkt die Stellung der Karolinger im Frankenreich.

793 bis 1066 – Europa und Nordatlantik: Skandinavische Seefahrer, Händler und Krieger unternehmen mit ihren Langschiffen weite Reisen. Wikinger überfallen Klöster und Städte, handeln entlang großer Flüsse und gründen Siedlungen von England und der Normandie bis nach Island, Grönland und Osteuropa.

800 – Rom: Papst Leo III. krönt Karl den Großen zum Kaiser. Das Frankenreich erreicht unter seiner Herrschaft eine herausragende Stellung in Westeuropa.

843 – Frankenreich: Der Vertrag von Verdun teilt das Reich der Karolinger unter den Enkeln Karls des Großen auf.

ab dem 10. Jahrhundert – Japan: Bewaffnete Gefolgsleute mächtiger Familien entwickeln sich zunehmend zu einer eigenen Kriegerklasse. Aus ihnen entstehen die Samurai, die ihren Herren als Reiter, Bogenschützen, Schwertkämpfer und Verwalter dienen.

um 950 bis 1580 – Japan: Bewaffnete buddhistische Mönche verteidigen die Interessen mächtiger Tempel und Klöster. Sie führen Fehden, blockieren Straßen und greifen in die Machtkämpfe des Kaiserhofes und rivalisierender Kriegerfamilien ein.

962 – Mitteleuropa: Otto I. wird in Rom zum Kaiser gekrönt. Seine Herrschaft gilt als wichtiger Ausgangspunkt des später als Heiliges Römisches Reich bezeichneten Herrschaftsverbandes.

um 1000 – Nordatlantik: Nordische Seefahrer erreichen die Küsten Nordamerikas. Nach den nordischen Überlieferungen gehört Leif Eriksson zu den bedeutendsten Entdeckern dieser Fahrten. Die weit entfernten Siedlungsversuche bleiben jedoch nur von kurzer Dauer.

DAS HOCHMITTELALTER

Bevölkerung und Handel wachsen. Städte, Burgen, Klöster und Universitäten entstehen. Könige, Kaiser und Päpste ringen um die Vorherrschaft, während Ritterheere, Fehden und religiöse Kriege ganze Regionen verwüsten.

 

um 1000 bis 1300 – Europa: Aus schwer bewaffneten Reiterkriegern entwickelt sich der mittelalterliche Ritterstand. Ritter dienen Königen, Fürsten und Lehnsherren, verteidigen Burgen und ziehen in Fehden und Kriege. Ideale wie Ehre, Treue, Frömmigkeit und der Schutz der Schwachen stehen dabei häufig im Gegensatz zur brutalen Wirklichkeit ihrer Kämpfe.

1066 – England: Wilhelm von der Normandie besiegt König Harald II. in der Schlacht bei Hastings und erobert den englischen Thron.

1090 bis 1273 – Persien und Syrien: Die Nizari-Ismailiten errichten ein Netz schwer zugänglicher Bergfestungen. Ihre Kämpfer werden für gezielte Attentate auf politische und militärische Gegner gefürchtet. Spione, geheime Boten und sorgfältig geplante Anschläge machen sie zu einem bedeutenden Machtfaktor zwischen verschiedenen muslimischen Herrschern, Mongolen und Kreuzfahrern.

1096 bis 1099 – Europa und Levante: Der Erste Kreuzzug führt zur Eroberung Jerusalems und zur Gründung mehrerer christlicher Herrschaften im östlichen Mittelmeerraum.

1096 bis 1291 – Europa und Levante: Auf päpstliche Aufrufe ziehen Adlige, Ritter, Geistliche und einfache Gläubige in den östlichen Mittelmeerraum. Einige suchen religiöse Erlösung, andere Land, Reichtum oder gesellschaftlichen Aufstieg. Die Kreuzzüge führen zu Eroberungen und neuen Herrschaften, aber auch zu Belagerungen, Plünderungen und Massakern.

1096 bis 1291 – Levante: Schwer bewaffnete Kreuzritter bilden einen wichtigen Teil der Kreuzfahrerheere. Sie kämpfen um Burgen, Städte und Pilgerwege und geraten dabei in wechselnde Bündnisse und Konflikte mit muslimischen Herrschern, christlichen Fürsten und rivalisierenden Orden.

um 1119 bis 1312 – Europa und Levante: Der Templerorden entsteht ursprünglich zum Schutz christlicher Pilger im Heiligen Land. Seine Mitglieder verbinden das Leben eines Mönchs mit dem eines Kriegers. Durch Schenkungen, Landbesitz und ein weitreichendes Netz von Niederlassungen wird der Orden zu einer bedeutenden militärischen und wirtschaftlichen Macht.

1122 – Heiliges Römisches Reich: Der Investiturstreit zwischen Kaisertum und Papsttum wird durch das Wormser Konkordat beigelegt.

ab dem späten 11. Jahrhundert – Europa: Aus älteren Lehrgemeinschaften entstehen die ersten europäischen Universitäten. Sie entwickeln sich zu Zentren der Theologie, Philosophie, Medizin und Rechtswissenschaft.

1187 – Levante: Sultan Saladin besiegt das Heer der Kreuzfahrerstaaten bei Hattin und erobert Jerusalem zurück.

1206 – Zentralasien: Temüdschin wird unter dem Namen Dschingis Khan zum Herrscher der Mongolen erhoben.

1206 bis 1279 – Europa und Asien: Die Mongolen erobern gewaltige Gebiete in Asien und Europa. Aus ihren Eroberungen entsteht das größte zusammenhängende Landreich der Geschichte.

1215 – England: König Johann erkennt die Magna Carta an. Sie schränkt bestimmte Rechte der Krone ein und stärkt vor allem die Stellung des Adels gegenüber dem König.

ab 1231 – Europa: Kirchliche Gerichte verfolgen Lehren, die von der Kirche als ketzerisch angesehen werden. Inquisitoren sammeln Aussagen, verhören Verdächtige und versuchen, verborgene Glaubensgemeinschaften aufzudecken. Religiöser Eifer, persönliche Feindschaften und politische Interessen können sich dabei miteinander vermischen.

1258 – Mesopotamien, Bagdad: Mongolische Truppen erobern und verwüsten Bagdad. Das dortige Abbasidenkalifat verliert sein politisches Zentrum.

1271 bis 1295 – Europa und Asien: Der venezianische Händler Marco Polo reist nach späterer Überlieferung durch große Teile Asiens bis an den Hof des mongolischen Herrschers Kublai Khan.

DAS SPÄTMITTELALTER

Kriege, Hungersnöte und Seuchen erschüttern die alten Ordnungen. Gleichzeitig gewinnen Städte, Kaufleute und neue Herrschaftsformen an Bedeutung. Feuerwaffen, Buchdruck und neue Handelswege bereiten den Übergang zur Neuzeit vor.

 

ab dem Spätmittelalter – Japan: Samurai, die ihren Herrn durch Tod, Niederlage oder Verstoßung verlieren, können zu Rōnin werden. Ohne festen Platz in der feudalen Ordnung verdienen manche ihren Lebensunterhalt als Söldner, Leibwächter, Lehrer oder Verwalter, während andere zu Gesetzlosen werden.

1307 bis 1314 – Frankreich: König Philipp IV. lässt zahlreiche Templer verhaften und der Ketzerei beschuldigen. Unter Folter werden Geständnisse erzwungen. Der Orden wird schließlich aufgelöst und sein letzter Großmeister Jacques de Molay hingerichtet.

1309 bis 1377 – Frankreich, Avignon: Die Päpste residieren für mehrere Jahrzehnte in Avignon statt in Rom. Politische Abhängigkeiten und spätere Machtkämpfe schwächen das Ansehen des Papsttums.

1337 bis 1453 – Frankreich und England: Im Hundertjährigen Krieg kämpfen die Königshäuser Englands und Frankreichs um Gebietsansprüche und die französische Krone.

1347 bis 1352 – Europa und Nordafrika: Die Pest breitet sich entlang großer Handelswege aus. Millionen Menschen sterben, ganze Landstriche werden entvölkert und gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Strukturen geraten ins Wanken.

1381 – England: Bauern und Stadtbewohner erheben sich gegen hohe Abgaben und die bestehende Gesellschaftsordnung. Der Aufstand wird schließlich niedergeschlagen.

1415 – Böhmen: Der Reformator Jan Hus wird auf dem Konzil von Konstanz als Ketzer verurteilt und verbrannt. Seine Hinrichtung trägt später zum Ausbruch der Hussitenkriege bei.

um 1450 – Heiliges Römisches Reich, Mainz: Johannes Gutenberg entwickelt den Buchdruck mit beweglichen Metalllettern entscheidend weiter. Bücher und Flugschriften können nun schneller und in wesentlich größeren Mengen verbreitet werden.

1453 – Oströmisches Reich, Konstantinopel: Osmanische Truppen unter Sultan Mehmed II. erobern Konstantinopel. Das Oströmische Reich endet nach mehr als tausend Jahren.

1453 – Frankreich: Der Hundertjährige Krieg endet mit dem weitgehenden Verlust der englischen Besitzungen auf dem europäischen Festland.

1467 bis 1477 – Japan: Der Ōnin-Krieg verwüstet große Teile Kyōtos und erschüttert die politische Ordnung des Landes. Die Autorität des Shōgunats schwindet, während regionale Fürsten zunehmend unabhängig handeln.

1467 bis 1603 – Japan: In der Zeit der streitenden Reiche kämpfen mächtige Daimyō um Land, Einfluss und die Vorherrschaft über Japan. Samurai, Ashigaru, Kriegermönche, Kundschafter und Söldner dienen in ihren Armeen. Erst die Reichseiniger Oda Nobunaga, Toyotomi Hideyoshi und Tokugawa Ieyasu beenden schrittweise die politische Zersplitterung.

um 1450 bis 1600 – Japan: Kundschafter und verdeckt operierende Spezialisten sammeln Informationen, schleichen sich in Festungen ein, legen Feuer und führen Sabotageakte aus. Spätere Erzählungen und Legenden formen aus ihnen das bekannte Bild der geheimnisvollen Ninja.

1478 – Spanien: Die spanische Krone richtet eine eigene Inquisition ein. Sie richtet sich zunächst besonders gegen vermeintlich unaufrichtige Konvertiten und entwickelt sich zu einem mächtigen Instrument religiöser und staatlicher Kontrolle.

1487 – Heiliges Römisches Reich: Der sogenannte Hexenhammer wird veröffentlicht. Die Schrift verbreitet Vorstellungen über Hexerei und liefert Befürwortern von Hexenverfolgungen Argumente und vermeintliche Anleitungen.

RENAISSANCE UND REFORMATION

Gelehrte, Künstler und Herrscher wenden sich verstärkt den Ideen der Antike und der Erforschung der Natur zu. Der Buchdruck verbreitet Wissen in bisher unbekanntem Ausmaß. Neue Seewege verbinden die Kontinente dauerhaft miteinander, während europäische Mächte mit der Eroberung und Kolonisierung ferner Länder beginnen.

 

1488 – Südafrika: Bartolomeu Dias umsegelt die Südspitze Afrikas und eröffnet europäischen Seefahrern die Möglichkeit eines Seeweges in den Indischen Ozean.

um 1490 bis 1650 – Europa: Deutschsprachige Söldner, die sogenannten Landsknechte, dienen in den Heeren von Kaisern, Königen und Stadtstaaten. Mit langen Piken, Hellebarden und frühen Feuerwaffen kämpfen sie in geschlossenen Formationen. Auffällige Kleidung, harter Drill und ein raues Lagerleben prägen ihr Erscheinungsbild.

1492 – Iberische Halbinsel: Das Emirat Granada fällt an die vereinigten Kronen von Kastilien und Aragón. Damit endet die letzte muslimische Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel.

1492 – Atlantischer Ozean und Karibik: Christoph Kolumbus erreicht im Auftrag der spanischen Krone die Inselwelt der Karibik. Damit beginnt eine dauerhafte Verbindung zwischen Europa und Amerika, die Handel, Machtverhältnisse, Bevölkerung und Kulturen auf beiden Seiten des Atlantiks grundlegend verändern wird.

1494 – Europa und überseeische Gebiete: Spanien und Portugal versuchen im Vertrag von Tordesillas, ihre zukünftigen außereuropäischen Eroberungsgebiete untereinander aufzuteilen.

1498 – Indien: Vasco da Gama erreicht auf dem Seeweg die indische Küste. Damit entsteht eine direkte maritime Handelsverbindung zwischen Westeuropa und Südasien.

1501 bis 1504 – Italien, Florenz: Michelangelo erschafft die Statue des David, eines der bekanntesten Werke der Renaissance.

1517 – Heiliges Römisches Reich, Wittenberg: Martin Luther veröffentlicht seine Thesen gegen den Ablasshandel. Daraus entwickelt sich eine religiöse Bewegung, die zur Reformation und schließlich zur dauerhaften Spaltung des westlichen Christentums führt.

1519 bis 1521 – Mittelamerika: Hernán Cortés und seine indigenen Verbündeten besiegen das Aztekenreich. Krankheiten, Belagerungen und innere Konflikte tragen entscheidend zu dessen Untergang bei.

1519 bis 1522 – Weltmeere: Die Expedition Ferdinands Magellan vollendet nach dessen Tod unter Juan Sebastián Elcano die erste nachgewiesene Weltumsegelung.

1524 bis 1526 – Heiliges Römisches Reich: Bauern und Bürger erheben sich gegen Abgaben, Leibeigenschaft und die Herrschaft des Adels. Der Deutsche Bauernkrieg wird blutig niedergeschlagen.

1527 – Italien, Rom: Meuternde und schlecht bezahlte kaiserliche Truppen, darunter zahlreiche Landsknechte, plündern Rom. Der Sacco di Roma wird zu einem Sinnbild für die Zerstörungskraft unkontrollierter Söldnerheere.

1532 bis 1533 – Südamerika: Francisco Pizarro nimmt den Inkaherrscher Atahualpa gefangen. Die spanische Eroberung des Inkareiches beginnt. 1533 fällt Cusco in die Hände der Spanier.

1534 – England: König Heinrich VIII. trennt die englische Kirche von der päpstlichen Autorität und erklärt den englischen König zu ihrem Oberhaupt.

1543 – Europa: Nikolaus Kopernikus veröffentlicht sein Werk über das heliozentrische Weltbild. Darin beschreibt er ein System, in dem die Erde und die anderen Planeten die Sonne umkreisen.

1545 bis 1563 – Italien, Trient: Die römisch-katholische Kirche reagiert auf die Reformation mit dem Konzil von Trient und umfassenden inneren Reformen.

1555 – Heiliges Römisches Reich, Augsburg: Der Augsburger Religionsfrieden erkennt das lutherische Bekenntnis im Reich an. Die Reichsfürsten erhalten weitreichende Möglichkeiten, die Konfession ihrer Territorien zu bestimmen.

um 1560 bis 1650 – Europa: Die Hexenverfolgungen erreichen in zahlreichen Regionen ihren Höhepunkt. Der Glaube an schädliche Zauberei verbindet sich mit Vorstellungen geheimer Bündnisse mit dem Teufel. Missernten, Krankheiten, persönliche Feindschaften und religiöse Konflikte führen zu Anklagen. Weltliche und kirchliche Gerichte verhören und verurteilen Tausende Menschen, überwiegend Frauen. Unter Folter erzwungene Geständnisse lösen häufig weitere Beschuldigungen und ganze Prozesswellen aus.

1571 – Mittelmeer, Lepanto: Eine Flotte der Heiligen Liga besiegt die osmanische Flotte in einer der größten Galeerenschlachten der Geschichte.

1572 – Frankreich: In Paris und anschließend in weiteren französischen Städten werden während der Bartholomäusmassaker Tausende Protestanten ermordet. Die französischen Religionskriege verschärfen sich weiter.

1582 – Katholisch geprägte Staaten Europas: Papst Gregor XIII. führt einen verbesserten Kalender ein. Der Gregorianische Kalender setzt sich in den folgenden Jahrhunderten in immer größeren Teilen der Welt durch.

1588 – Ärmelkanal und Nordsee: Die spanische Armada scheitert bei dem Versuch, die Voraussetzungen für eine Invasion Englands zu schaffen.

1598 – Frankreich: König Heinrich IV. erlässt das Edikt von Nantes und gewährt den französischen Protestanten begrenzte religiöse und politische Rechte.

1600 – Japan, Sekigahara: Tokugawa Ieyasu besiegt seine wichtigsten Gegner in der Schlacht von Sekigahara und entscheidet damit den Kampf um die Vorherrschaft in Japan weitgehend für sich.

1603 – Japan: Tokugawa Ieyasu wird zum Shōgun ernannt. Das Tokugawa-Shōgunat beginnt und bringt nach mehr als einem Jahrhundert innerer Kriege eine lange Phase politischer Stabilität.

DIE FRÜHE NEUZEIT

Die alten Ritterheere verlieren endgültig ihre beherrschende Stellung. Feuerwaffen, Artillerie und große stehende Armeen bestimmen zunehmend die Kriegsführung. Zugleich kämpfen Fürsten und Königshäuser um Religion, Territorien und die Vorherrschaft in Europa.

 

1618 bis 1648 – Mitteleuropa: Der Dreißigjährige Krieg beginnt als Konflikt innerhalb des Heiligen Römischen Reiches und entwickelt sich zu einem europäischen Machtkampf. Söldnerheere ziehen plündernd durch ganze Regionen. Hunger, Seuchen und Gewalt führen besonders in Mitteleuropa zu gewaltigen Bevölkerungsverlusten.

um 1620 bis 1700 – Europa: Musketiere werden zu einem wichtigen Bestandteil europäischer Heere. Mit Luntenschlossmusketen und zunehmend moderneren Feuerwaffen kämpfen sie in Formationen, häufig gemeinsam mit Pikenträgern. Besonders im Frankreich des 17. Jahrhunderts dienen ausgewählte Musketiere zudem als Angehörige königlicher Gardeeinheiten und verbinden militärischen Dienst mit höfischer Loyalität, Duellen und politischen Intrigen.

1635 – Frankreich: Frankreich greift offen in den Dreißigjährigen Krieg ein. Der ursprünglich religiös geprägte Konflikt wird endgültig zu einem Kampf der europäischen Großmächte um politische Vorherrschaft.

1648 – Europa: Der Westfälische Frieden beendet den Dreißigjährigen Krieg. Die politische Ordnung Europas verändert sich dauerhaft und die Bedeutung souveräner Territorialstaaten nimmt weiter zu.

1661 bis 1715 – Frankreich: Ludwig XIV. regiert Frankreich persönlich und baut die königliche Zentralgewalt weiter aus. Versailles wird zum politischen und gesellschaftlichen Mittelpunkt des Hofes, während Frankreich über eine der stärksten Armeen Europas verfügt und zur führenden Großmacht des Kontinents aufsteigt.

1683 – Mitteleuropa, Wien: Ein osmanisches Heer belagert Wien. Ein Entsatzheer aus mehreren europäischen Staaten schlägt die Belagerer zurück und leitet eine Reihe weiterer habsburgischer Eroberungen in Südosteuropa ein.

1687 – England: Isaac Newton veröffentlicht seine grundlegenden Arbeiten über Bewegung und Gravitation. Mathematische Naturgesetze verändern das wissenschaftliche Verständnis der Welt.

1688 bis 1689 – England: In der Glorious Revolution wird König Jakob II. gestürzt. Die Stellung des Parlaments gegenüber der englischen Krone wird dauerhaft gestärkt.

um 1690 bis 1730 – Atlantik, Karibik und Indischer Ozean: Piraten, Freibeuter und ehemalige Seeleute machen die großen Handelsrouten unsicher. Einige operieren mit staatlicher Erlaubnis gegen feindliche Schiffe, andere führen auf eigene Rechnung ein Leben außerhalb der Gesetze. Berüchtigte Kapitäne, versteckte Stützpunkte, Schmuggel, Meutereien und die Jagd nach reichen Handelsschiffen prägen das sogenannte Goldene Zeitalter der Piraterie.

1701 bis 1714 – Europa und Kolonien: Im Spanischen Erbfolgekrieg kämpfen mehrere europäische Großmächte um die Nachfolge auf dem spanischen Thron und das politische Gleichgewicht Europas.

ABSOLUTISMUS UND AUFKLÄRUNG

Könige regieren große Territorialstaaten mit stehenden Heeren und immer umfangreicheren Verwaltungen. Gleichzeitig stellen Philosophen und Wissenschaftler überlieferte Vorstellungen infrage. Vernunft, individuelle Rechte und wissenschaftliche Erkenntnis gewinnen zunehmend an Bedeutung.

 

18. Jahrhundert – Europa: In zahlreichen europäischen Monarchien bauen Herrscher ihre Zentralgewalt, Verwaltung, Armeen und höfische Repräsentation weiter aus.

18. Jahrhundert – Europa: Die Aufklärung verbreitet neue Vorstellungen von Vernunft, Freiheit, Toleranz und Menschenrechten. Philosophen diskutieren die Grenzen staatlicher Macht und die Rechte des Einzelnen.

1751 bis 1772 – Frankreich: Unter der Leitung von Denis Diderot und Jean-Baptiste le Rond d'Alembert erscheint die Encyclopédie. Sie versucht, das Wissen ihrer Zeit systematisch zusammenzutragen und einem größeren Publikum zugänglich zu machen.

1756 bis 1763 – Europa, Amerika und Asien: Der Siebenjährige Krieg wird auf mehreren Kontinenten ausgetragen. Großbritannien, Frankreich, Preußen, Österreich, Russland und weitere Mächte kämpfen um Territorien und politischen Einfluss.

ab etwa 1760 – Großbritannien: Neue Maschinen, Fabriken und Produktionsmethoden leiten die Industrielle Revolution ein. Dampfmaschinen, mechanische Spinnereien und neue Verfahren der Eisenverarbeitung beginnen Wirtschaft und Gesellschaft grundlegend zu verändern.

1775 bis 1783 – Nordamerika: Dreizehn britische Kolonien erheben sich gegen die Herrschaft Großbritanniens. Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg endet mit der Entstehung der Vereinigten Staaten von Amerika.

1776 – Nordamerika: Die amerikanischen Kolonien erklären ihre Unabhängigkeit von Großbritannien und berufen sich dabei auf Vorstellungen von Freiheit und natürlichen Rechten.

DAS ZEITALTER DER REVOLUTIONEN

Die Vorstellungen der Aufklärung stellen die alten Herrschaftsordnungen zunehmend infrage. Revolutionen erschüttern Monarchien und verändern die politische Landschaft Europas und Amerikas. Gleichzeitig führen Massenheere und neue Formen staatlicher Mobilisierung zu Kriegen von bisher unbekanntem Ausmaß.

 

1789 – Frankreich: Wirtschaftliche Krise, soziale Ungleichheit und politische Spannungen führen zur Französischen Revolution. Die Nationalversammlung erklärt die feudalen Privilegien für aufgehoben und verkündet die Rechte des Menschen und des Bürgers.

1792 – Frankreich: Die französische Monarchie wird gestürzt und die Republik ausgerufen.

1793 – Frankreich, Paris: König Ludwig XVI. wird hingerichtet. Revolution, Bürgerkrieg und Terror radikalisieren sich.

1792 bis 1815 – Europa: Revolutionäres Frankreich und später Napoleon führen nahezu ununterbrochen Krieg gegen wechselnde Bündnisse europäischer Mächte. Millionen Soldaten kämpfen in gewaltigen Armeen quer über den Kontinent.

1799 – Frankreich: Napoleon Bonaparte übernimmt durch einen Staatsstreich die politische Macht.

1804 – Frankreich: Napoleon krönt sich zum Kaiser der Franzosen. Unter seiner Herrschaft wird Frankreich zur dominierenden Macht auf dem europäischen Kontinent.

1805 – Mähren, Austerlitz: Napoleon besiegt die vereinigten Armeen Österreichs und Russlands in einer seiner bedeutendsten Schlachten.

1806 – Mitteleuropa: Kaiser Franz II. legt die Krone des Heiligen Römischen Reiches nieder. Der seit Jahrhunderten bestehende Herrschaftsverband endet.

1812 – Russland: Napoleons Grande Armée marschiert in Russland ein. Versorgungskrisen, Kämpfe, Krankheiten und der Rückzug im Winter vernichten einen großen Teil des Heeres.

1813 – Sachsen, Leipzig: In der Völkerschlacht bei Leipzig besiegen verbündete europäische Mächte Napoleon und zwingen ihn zum Rückzug aus Mitteleuropa.

1815 – Waterloo: Napoleon wird bei Waterloo endgültig besiegt. Seine Herrschaft endet.

1815 – Europa, Wien: Der Wiener Kongress ordnet Europa nach den Napoleonischen Kriegen neu. Die europäischen Großmächte versuchen, das politische Gleichgewicht wiederherzustellen und revolutionäre Bewegungen einzudämmen.

BIEDERMEIER UND VORMÄRZ

Nach den Napoleonischen Kriegen bemühen sich die europäischen Herrscher um die Wiederherstellung der alten Ordnung. Gleichzeitig verändern Industrialisierung, Bevölkerungswachstum und neue politische Ideen das Leben der Menschen. Liberale, nationale und demokratische Bewegungen fordern zunehmend politische Mitbestimmung.

 

1815 bis 1848 – Deutscher Bund und Mitteleuropa: Die Zeit des Biedermeier ist von politischer Restauration und staatlicher Überwachung geprägt. Während sich Teile des Bürgertums in Familie, Kunst und Privatleben zurückziehen, wachsen im Untergrund liberale und nationale Bewegungen.

1819 – Deutscher Bund: Nach politischen Unruhen werden die Karlsbader Beschlüsse verabschiedet. Universitäten und Presse geraten unter stärkere staatliche Kontrolle, oppositionelle Bewegungen werden verfolgt.

1821 bis 1829 – Griechenland: Griechische Aufständische kämpfen gegen die osmanische Herrschaft. Mit Unterstützung mehrerer europäischer Mächte entsteht schließlich ein unabhängiger griechischer Staat.

1830 – Europa: Eine neue Revolutionswelle erschüttert mehrere Länder. In Frankreich wird König Karl X. gestürzt, Belgien löst sich von den Niederlanden und auch in anderen Regionen kommt es zu Aufständen.

1835 – Deutscher Bund: Zwischen Nürnberg und Fürth nimmt die erste dauerhaft betriebene deutsche Eisenbahn ihren Verkehr auf. Die Eisenbahn wird zum Sinnbild einer neuen technischen und wirtschaftlichen Epoche.

1840er Jahre – Europa: Fabriken, Eisenbahnen und industrielle Produktionsweisen breiten sich immer weiter aus. Städte wachsen rasch, während viele Arbeiter unter schlechten Wohn- und Arbeitsbedingungen leben. Die soziale Frage wird zu einem der großen politischen Probleme der Zeit.

1848 – Europa: Revolutionen brechen in Frankreich, den deutschen Staaten, dem Kaisertum Österreich, Italien und weiteren Teilen Europas aus. Bürger, Arbeiter und Studenten fordern Verfassungen, politische Mitbestimmung, nationale Einheit und soziale Reformen. Obwohl viele Aufstände schließlich niedergeschlagen werden, können die alten Herrschaftsordnungen nicht vollständig wiederhergestellt werden.

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