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ZEIT ANNO STELLARUM

Anno Stellarum existiert keine Uhrzeit, die an allen Orten des Universums gleichermaßen vergeht. Geschwindigkeit, Gravitation und die Bewegung durch die Raumzeit beeinflussen, wie viel Zeit Personen, Raumschiffe und Stationen tatsächlich erleben. Für die interstellare Koordination wird deshalb zwischen lokaler Eigenzeit, planetaren Zeitrechnungen, Systemzeiten und der Interstellaren Koordinatenzeit unterschieden.

DIE INTERSTELLARE KOORDINATENZEIT

Die Interstellare Koordinatenzeit, kurz IKZ, ist die gemeinsame Zeitrechnung der meisten interstellaren Zivilisationen. Sie wird für Navigation, Kommunikation, Wissenschaft, Diplomatie, Handel, Verwaltung, Verträge und historische Aufzeichnungen verwendet. Die IKZ bildet eine mathematisch festgelegte Zeitkoordinate innerhalb eines gemeinsamen galaktischen Bezugssystems. Sternsysteme, Raumstationen und Raumschiffe berechnen ihre jeweilige IKZ anhand hochpräziser Uhren, astronomischer Beobachtungen, Ephemeriden sowie ihrer Position, Geschwindigkeit und des örtlichen Gravitationsfeldes. Der Nullpunkt der IKZ ist der Augenblick, in dem der Gründungsvertrag der Allianz der kosmischen Mächte unterzeichnet wurde. Die kalendarische Einteilung der IKZ geht auf den Planeten Vaelora zurück, auf dem die Allianz gegründet wurde. Die Länge des IKZ-Tages wurde aus Vaeloras damaliger Rotation abgeleitet. Das IKZ-Jahr orientierte sich ursprünglich an der Umlaufzeit Vaeloras um den Heimatstern Cyranth und wurde bei Einführung der Zeitrechnung auf eine feste Länge gebracht. Ein IKZ-Jahr umfasst acht Perioden und 320 IKZ-Tage. Eine Periode besteht aus vierzig Tagen oder fünf Wochen. Eine Woche umfasst acht Tage. Ein IKZ-Tag besteht aus zwanzig Stunden, eine Stunde aus hundert Minuten und eine Minute aus fünfzig Sekunden. Damit enthält ein IKZ-Tag genau 100.000 IKZ-Sekunden. Die Dauer dieser Einheiten ist heute unveränderlich festgelegt. Die IKZ-Sekunde wird durch einen atomaren Standard realisiert und hängt nicht mehr von der tatsächlichen Rotation des Planeten Vaelora ab. Auch spätere Veränderungen seiner Umlaufbahn haben keinen Einfluss auf die Länge des IKZ-Jahres. Historische Ereignisse können vereinfacht nur mit dem Jahr angegeben werden. Genauere Angaben enthalten zusätzlich Periode, Tag, Stunde, Minute und Sekunde.

IKZ ALS BORDZEIT

Die meisten interstellaren Raumschiffe verwenden die IKZ als offizielle Bordzeit. Sie bestimmt Dienstpläne, Navigation, Kommunikation, Einsatzprotokolle, Wartungspläne und berechnete Ankunftszeiten. Dadurch verwenden Schiffe unterschiedlicher Herkunft denselben Zeitstandard. Lokale und traditionelle Kalender können zusätzlich angezeigt werden, ersetzen die IKZ jedoch nicht. Ein terranisches Schiff kann beispielsweise neben der offiziellen IKZ auch die aktuelle Zeit von Terra I darstellen, während ein Schiff der Astharian Knights eine zusätzliche Anzeige für Logres oder das Albion-System verwendet.

EIGENZEIT

Neben der IKZ zeichnet jedes Raumschiff seine Eigenzeit auf. Sie entspricht der Zeit, die für das Schiff, seine Besatzung und seine technischen Systeme tatsächlich vergeht. Eigenzeit ist keine eigene kulturelle Zeitrechnung. Sie ist eine physikalische Messgröße. Bei hohen Geschwindigkeiten oder in starken Gravitationsfeldern kann an Bord weniger Zeit verstreichen als nach der IKZ oder der Zeit eines entfernten Planeten. Zeitspannen der Eigenzeit werden gewöhnlich in den standardisierten Einheiten der IKZ angegeben: Verstrichene Eigenzeit seit dem Abflug: 18 IKZ-Tage und 7 IKZ-Stunden. Dadurch bleiben medizinische Behandlungen, Alterungsprozesse, Dienstzeiten und Wartungsintervalle auch dann nachvollziehbar, wenn IKZ und Eigenzeit voneinander abweichen.

PLANETEN- UND SYSTEMZEITEN

Bewohnte Welten besitzen meist eigene Kalender, die sich an ihrer Rotation, ihrem Umlauf und ihren kulturellen Traditionen orientieren. Terra I, Logres, Mars und andere Welten können daher unterschiedliche Tage, Jahre, Monate und zivile Uhrzeiten verwenden. Bedeutende Sternsysteme besitzen zusätzlich technische Systemzeiten. Die Sol-Systemzeit, die Albion-Systemzeit und vergleichbare Zeitskalen dienen astronomischen Berechnungen, der lokalen Raumfahrt und der Koordination innerhalb eines Systems. Navigationssysteme und Metatroniken rechnen diese Zeitangaben automatisch in die IKZ um.

SENDEZEIT UND EMPFANGSZEIT

Konventionelle Funk-, Laser- und Lichtsignale benötigen Zeit, um interstellare Entfernungen zu überwinden. Nachrichten enthalten deshalb getrennte Angaben für den Zeitpunkt ihrer Aussendung und ihres Empfangs. Ein Notruf aus einer Entfernung von 4,37 Lichtjahren erreicht Terra frühestens nach einer entsprechenden Signallaufzeit. Beim Empfang beschreibt die Nachricht somit einen Zustand, der im verwendeten Bezugssystem bereits Jahre zurückliegt. Spätere Statusmeldungen sind möglicherweise noch unterwegs. Ein vollständiger Notruf enthält neben der Sendezeit auch Position, Geschwindigkeit, Kurs, Beschleunigung, Restenergie und den Zustand der Lebenserhaltung. Eine Rettungsmannschaft fliegt nicht zur früheren Position des havarierten Schiffes, sondern zu dessen berechneter Position zum voraussichtlichen Zeitpunkt der Ankunft.

DAS LOKALE JETZT

An jedem einzelnen Ort existiert ein eindeutiges lokales Jetzt. Eine Person weiß, was an ihrem gegenwärtigen Aufenthaltsort in diesem Augenblick geschieht. Zwischen weit voneinander entfernten Orten gibt es jedoch kein absolutes und für alle Beobachter identisches Jetzt. Welche entfernten Ereignisse als gleichzeitig gelten, hängt vom verwendeten Bezugssystem ab. Die IKZ legt für Navigation, Kommunikation und Verwaltung eine gemeinsame mathematische Gleichzeitigkeit fest. Dadurch können Ereignisse in verschiedenen Sternsystemen eindeutig miteinander verglichen werden. Diese Gleichzeitigkeit ist jedoch eine vereinbarte Koordinate und keine universelle Gegenwart.

AETHERREISEN

Der Aetherantrieb ermöglicht es, weit entfernte Sternsysteme innerhalb weniger Jahre, Monate, Tage oder Stunden zu erreichen. Während eines Aethertransits führen die Bordsysteme die IKZ und die Eigenzeit des Schiffes getrennt weiter. Nach dem Austritt werden die an Bord berechnete IKZ, die Zielsystemzeit und die aufgezeichnete Eigenzeit miteinander abgeglichen. So lässt sich feststellen, wie viel Zeit die Reisenden selbst erlebt haben, welche Zeit am Zielort gilt und welchem Zeitpunkt der Transit innerhalb der gemeinsamen interstellaren Zeitrechnung zugeordnet wird. Reisen mit einem Aetherantrieb verursachen im Normalfall trotz der Überlichtgeschwindigkeit keine zeitlichen Abweichungen oder Zeitanomalien.

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