MENSCHEN ANNO APOCALYPSI
Die Menschen bilden auch mehr als vier Jahrhunderte nach Tag X den größten Teil der Weltbevölkerung. Doch heute besteht die Erde aus Reststaaten, Stadtstaaten, Küstenbünden, Militärregimen, Konzerngebieten, Mutantensiedlungen, Maschinenzonen und zahllosen unabhängigen Gemeinschaften. Für die meisten Menschen ist die Welt vor Tag X längst in Vergessenheit geraten. Nur wenige Wesen können noch aus eigener Erinnerung von ihr berichten. Alte Staaten, Religionen, Sprachen und kulturelle Traditionen haben teilweise überlebt, wurden jedoch über Generationen verändert, miteinander vermischt oder völlig neu interpretiert. Flaggen und Namen wie Deutschland, Frankreich, Amerika, China oder Australien besitzen vielerorts noch Bedeutung, bezeichnen aber nicht mehr zwangsläufig dieselben Staaten oder Gesellschaften wie vor dem Kataklysmus.
Vierhundertsiebzehn Jahre sind seit dem Tag X vergangen. Zahlreiche Generationen wurden geboren und starben in einer Welt aus Ruinen, Maschinenzonen, Mutationen und Z-Seuche. Für sie sind versunkene Großstädte, bewaffnete Karawanen und befestigte Grenzen vollkommen normal. Die Welt vor Tag X kennen sie aus beschädigten Filmen, alten Büchern, Archivfragmenten und Geschichten. Berichte über globale Flugreisen, offene Grenzen oder weltweite Kommunikationsnetze können für sie beinahe ebenso unglaublich wirken wie Legenden über vergangene Königreiche.
Die Menschen von Anno Apocalypsi haben keine einheitliche Zivilisation wiederaufgebaut. Stattdessen entstanden Tausende kleinere Ordnungen. Staaten, Städte, Konzerne, Gilden, Karawanen, Maschinenzonen und Mutantengemeinschaften bestimmen das Leben. Einige bewahren bewusst die Traditionen der alten Welt. Andere haben völlig neue Kulturen hervorgebracht. Was einen Menschen ausmacht, entscheidet deshalb weniger die Herkunft seiner Vorfahren als die Frage, wo und unter welchen Bedingungen er aufgewachsen ist. Ist er Bürger einer befestigten Stadt? Arbeiter eines Konzerns? Bewohner einer Maschinenzone? Mitglied einer Karawane? Flüchtling? Mutant? Ödlandbewohner? Bergungsjäger? Diese Unterschiede prägen Sprache, Kleidung, Moral, Ausbildung und Weltbild.
MENSCHEN UND DIE Z-SEUCHE A. AP.
Seit mehr als zwei Jahrhunderten lebt die Menschheit mit der Z-Seuche. Quarantänen, Totenkontrollen und die Untersuchung von Reisenden gehören vielerorts zum Alltag. Manche Gemeinschaften verbrennen ihre Toten, andere enthaupten Verstorbene oder halten mehrtägige Totenwachen ab. Neue Ausbrüche können jederzeit durch Reisende, geöffnete Ruinen oder lange eingeschlossene Infizierte entstehen. Die Angst vor der Seuche hat deshalb zahlreiche Kulturen geprägt. Fremde werden misstrauisch betrachtet, Bisswunden können ein Todesurteil bedeuten und selbst Familien müssen entscheiden, was sie tun, wenn eines ihrer Mitglieder Anzeichen einer Infektion zeigt.
MENSCHEN DES KERNLANDES A. AP.
Das ehemalige Europa wird in Anno Apocalypsi häufig nur noch als Kernland bezeichnet. Der Kataklysmus veränderte den Kontinent tiefgreifend. Die Niederlande, große Teile Dänemarks und Norddeutschlands liegen unter Wasser. Hamburg, Amsterdam, Rotterdam und Kopenhagen sind versunken, London wurde zu einem Ruinenarchipel und Berlin zu einem ausgedehnten Ruinenmeer. Dortmund liegt heute an einer neuen Küste, während die Alpen und zahlreiche Mittelgebirge zu wichtigen Rückzugsgebieten wurden. Die Kulturen des Kernlandes unterscheiden sich deshalb stark nach Region. Alte deutsche, französische, britische, italienische und andere europäische Identitäten bestehen teilweise fort, wurden jedoch von vier Jahrhunderten neuer Grenzen, Flüchtlingsbewegungen, Kriege und lokaler Herrschaft geprägt. Versunkene Städte, zerstörte Autobahnen, ehemalige Bahnhöfe, Bunker und Industrieanlagen gehören zum allgemeinen Landschaftsbild und erinnern ständig daran, dass jede Zivilisation untergehen kann.
MENSCHEN DES BUNDESDIREKTORIUMS FRANKFURT A. AP.
Das Bundesdirektorium Frankfurt gehört zu den bedeutendsten deutschen Nachfolgestaaten. Es betrachtet sich als rechtmäßige Fortsetzung der früheren Bundesrepublik Deutschland und verwendet weiterhin Schwarz-Rot-Gold und den Bundesadler. Seine tatsächliche Herrschaft erstreckt sich jedoch nur über Frankfurt, Teile des Maintals und mehrere befestigte Städte in Hessen und Thüringen. Verwaltung, Reisepapiere und staatliche Institutionen besitzen dort noch einen höheren Stellenwert als in vielen anderen Regionen der Endzeit. Die Menschen des Direktoriums sehen sich häufig als Bewahrer einer staatlichen Tradition. Alte Verfassungen, Archive und Gesetze werden sorgfältig gehütet.
MENSCHEN DER RUHRKÜSTE A. AP.
Dortmund, Essen und mehrere kleinere Hafen- und Industriesiedlungen bilden den Rheinischen Küstenbund. Die frühere Industrieregion wurde durch die Überflutung zu einer zerklüfteten Küstenlandschaft aus Hafenstädten, Fabrikinseln, versunkenen Zechen und Ruinenfeldern. Das Leben der Ruhrküste wird von Bergung, Schiffbau, Industrie und Handel geprägt. Alte Fabrikanlagen werden repariert, erweitert und über Generationen weiterverwendet. Bergungsgilden und Werksfamilien besitzen großen gesellschaftlichen Einfluss. Die Menschen der Ruhrküste gelten vielerorts als pragmatisch und geschäftstüchtig. Der Küstenbund bekämpft Piraterie und offenen Sklavenhandel, duldet jedoch Formen von Schuldknechtschaft und Zwangsarbeit.
MENSCHEN DER ALPENKONFÖDERATION A. AP.
Die Alpenkonföderation besteht aus befestigten Kantonen, Bergrepubliken und autonomen Tälern. Sauberes Wasser, Wasserkraft, fruchtbare Hochlagen und schwer zugängliche Pässe machen die Region vergleichsweise wohlhabend. Viele Gemeinschaften besitzen starke lokale Identitäten und verteidigen ihre politische Selbstständigkeit entschlossen. Fremde werden jedoch mit Vorsicht behandelt. Einreisebestimmungen sind streng und Flüchtlinge erhalten häufig nur dann dauerhaft Schutz, wenn sie langfristige Arbeitsverpflichtungen übernehmen.
FRANZÖSISCHE NACHFOLGEKULTUREN A. AP.
In Frankreich überlebten zahlreiche regionale Gemeinschaften in den Hochlagen des Landes. Die Republik des Zentralmassivs beansprucht die Nachfolge der früheren französischen Republik und besitzt ihr politisches Zentrum in Clermont. Daneben existieren unabhängige Hafenstaaten, Militärverwaltungen und kleinere Regionalmächte. Sprache, alte Symbole und Erinnerungen an Frankreich verbinden viele Menschen weiterhin miteinander, während tatsächliche Loyalität meist der eigenen Stadt oder Regionalregierung gilt.
KULTUREN DER BRITISCHEN INSELN A. AP.
Die britischen Inseln sind in zahlreiche Herrschaftsgebiete zerfallen. Der Kronbund Albion wird von Edinburgh aus regiert und beruft sich auf die britische Krone und das alte Parlament. Daneben bestehen walisische Bergstaaten, irische Republiken und unabhängige Hafenherrschaften. London ist zu einem gewaltigen Ruinenarchipel geworden. Die ehemalige Hauptstadt besitzt noch immer enorme symbolische Bedeutung, obwohl niemand die gesamte Stadt kontrolliert. Englische, schottische, walisische und irische Traditionen bestehen weiter, haben sich jedoch unter neuen politischen Bedingungen verändert.
MENSCHEN NORDAMERIKAS A. AP.
Nordamerika wurde durch Überschwemmungen, Kriege und den Zusammenbruch der alten Vereinigten Staaten tiefgreifend verändert. Florida ist beinahe komplett verschwunden, New York wurde zu einem Ruinenarchipel und im Mississippital entstand ein gewaltiger neuer Meeresarm. Mehrere Staaten und Bündnisse beanspruchen die politischen Traditionen der alten Welt für sich. Dadurch entstanden unterschiedliche nordamerikanische Kulturen, die teilweise dieselben Symbole verwenden und sich dennoch gegenseitig nicht als rechtmäßige Nachfolger anerkennen.
MENSCHEN DES KONTINUITÄTSDIREKTORIUMS A. AP.
Das Amerikanische Kontinuitätsdirektorium residiert in Denver und betrachtet sich als rechtmäßige Bundesregierung der Vereinigten Staaten. Alte Amtsbezeichnungen, Verfassungsartikel und Hoheitszeichen werden weiterhin verwendet. Gleichzeitig herrscht seit Generationen beinahe ununterbrochen Ausnahmezustand. Die Bewohner wachsen mit der Vorstellung auf, dass Ordnung, Wehrfähigkeit und staatliche Kontinuität untrennbar miteinander verbunden sind. Kritiker betrachten das Direktorium dagegen als Militärstaat, der sich lediglich auf die Symbole einer längst untergegangenen Republik beruft.
KULTUREN DER GROSSEN SEEN A. AP.
Der Bund der Großen Seen verbindet Städte, Agrargebiete und Industriezonen auf beiden Seiten der früheren Grenze zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten. Handel und Schifffahrt besitzen große Bedeutung. Der Bund verfügt über einige der sichersten Verkehrswege Nordamerikas und eine bedeutende Flotte.
MENSCHEN DES MISSISSIPPI-MEERES A. AP.
Memphis ist heute eine befestigte Hafen- und Handelsstadt am Mississippi-Meer. Das Mississippi-Konsulat kontrolliert Häfen, Flussfestungen und wichtige Übergänge. Händlerfamilien, Seeleute, Soldaten und Flussschiffer prägen die Gesellschaft. Der Handel ist vergleichsweise sicher, aber teuer. Schuldner und Kriegsgefangene können verkauft werden, weshalb Freiheit und wirtschaftliche Unabhängigkeit für viele Bewohner eng miteinander verbunden sind.
MENSCHEN DES NEW-YORK-ARCHIPELS A. AP.
Von New York blieben Inseln, Gebäudetürme, erhöhte Stadtteile und Brückenreste. Bergungsgilden, Fährgesellschaften, befestigte Bezirke und Söldnerverbände bilden den Archipelrat von New York. Seine Mitglieder bekämpfen sich untereinander regelmäßig, schließen sich gegen äußere Feinde jedoch häufig zusammen. Die Menschen des Archipels leben vom Handel, von Bergung und von der Nutzung der gewaltigen Ruinen der alten Metropole. Herkunft und gesellschaftlicher Rang werden häufig stärker durch den eigenen Bezirk oder die eigene Gilde bestimmt als durch alte nationale Vorstellungen.
SÜDAMERIKANISCHE HOCHLANDKULTUREN A. AP.
Die großen Überschwemmungen verlagerten viele politische Zentren Südamerikas in die Anden und das brasilianische Hochland. Das Amazonasbecken wurde zu einem riesigen System aus Inseln, Mangrovenmeeren und überfluteten Wäldern. Alte Namen wie Brasilien, Peru, Chile, Bolivien und Kolumbien bestehen weiterhin, bezeichnen jedoch nicht zwangsläufig dieselben Gebiete wie vor Tag X. Hochlandbewohner leben häufig in stark befestigten Städten und Tälern. Landwirtschaft, Bergbau und die Kontrolle von Pässen besitzen große Bedeutung.
MENSCHEN DES ANDENPAKTES A. AP.
Der Andenpakt verbindet Hochlandrepubliken, Bergstädte und militärisch gesicherte Täler. Quito, La Paz und Cusco gehören zu seinen wichtigsten Zentren. Der Pakt kontrolliert Pässe, Minen und bedeutende Handelswege zwischen Pazifikküste, Amazonasmeer und südlichen Hochländern. Die Bewohner besitzen häufig starke lokale und regionale Identitäten. Alte indigene und südamerikanische Traditionen haben sich über Jahrhunderte mit den politischen Strukturen der neuen Welt verbunden.
MENSCHEN DES AMAZONASMEERES A. AP.
Manaus liegt heute am Amazonasmeer. Die höheren Stadtteile wurden zu einer bedeutenden Hafenstadt, während tiefere Bezirke unter Wasser liegen. Das Konsortium Manaus Alta wird von Hafenfamilien, Bergungsgesellschaften, Flottenführern und Handelsgilden beherrscht. Außerhalb der befestigten Bezirke leben Flussnomaden, Inselgemeinschaften und unabhängige Mutantensiedlungen. Viele Menschen verbringen einen großen Teil ihres Lebens auf Booten oder schwimmenden Siedlungen.
AFRIKANISCHE HOCHLANDKULTUREN A. AP.
Afrika verlor verhältnismäßig weniger Land als viele andere Kontinente. Zahlreiche Hochplateaus und Regionen im Inneren blieben bewohnbar und entwickelten sich zu bedeutenden Zentren von Landwirtschaft und Bevölkerung. Die Kulturen Afrikas unterscheiden sich weiterhin stark voneinander. Alte Sprachen, Religionen und regionale Identitäten bestehen fort, wurden jedoch durch Flüchtlingsbewegungen und neue Staaten verändert.
MENSCHEN DER OSTAFRIKANISCHEN HOCHLANDUNION A. AP.
Die Ostafrikanische Hochlandunion verbindet mehrere Staaten und Stadtregionen zwischen Addis Abeba, dem Großen Afrikanischen Grabenbruch und den Hochländern der großen Seen. Fruchtbares Land, Wasserquellen und wichtige Handelswege bilden die Grundlage ihres Wohlstands. Die einzelnen Mitgliedstaaten besitzen weitgehende Selbstständigkeit, teilen jedoch Grenztruppen und Handelsgerichte.
MENSCHEN DES NILGOLFS A. AP.
Das frühere Nildelta und große Teile Kairos liegen unter Wasser. Gizeh und die höher gelegenen Wüstenränder befinden sich heute nahe der Küste. Entlang des neuen Meeresarms entstand die Liga des Nilgolfs. Händler, Militärbefehlshaber und religiöse Würdenträger teilen sich dort die Macht. Die Bergung der versunkenen Metropolen Kairo und Alexandria besitzt große wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung. Alte ägyptische, arabische und islamische Traditionen bestehen weiter, haben sich jedoch an eine völlig veränderte Landschaft angepasst.
MENSCHEN ASIENS A. AP.
Asien gehört zu den am stärksten politisch zersplitterten Teilen der Welt. Große Küstenebenen wurden überschwemmt, Bangladesch verschwand beinahe vollständig und das Westsibirische Tiefland wurde zu einem gewaltigen Binnenmeer. Alte Zivilisationsnamen und staatliche Traditionen besitzen weiterhin große Bedeutung. Dennoch kontrolliert kaum ein Nachfolgestaat noch das vollständige Gebiet seiner historischen Vorgänger.
CHINESISCHE NACHFOLGEKULTUREN A. AP.
Die Chinesische Zentralregierung von Xi’an beansprucht die politische und historische Nachfolge Chinas. Daneben existieren mächtige Regionalbünde wie der Sichuan-Bund sowie zahlreiche kleinere Städte und technische Direktorien. Chinesische Sprache, Traditionen und historische Vorstellungen von Staatlichkeit wirken weiterhin stark, doch politische Loyalitäten unterscheiden sich erheblich. Zwischen Zentralregierung und Regionalstaaten wechseln Handel, Grenzkrisen und offene Konflikte.
MENSCHEN DER UNION BHARAT A. AP.
Auf dem indischen Subkontinent bildet die Union Bharat den größten Staatenbund. Sie beruft sich auf frühere indische Verfassungen und Symbole, besteht jedoch aus weitgehend autonomen Regionalstaaten, Religionsgemeinschaften und Militärbezirken. Sprachen, Religionen und regionale Identitäten des alten Indien bestehen weiterhin und haben sich mit den politischen Strukturen der Endzeit verbunden. Die Nachkommen der überfluteten Gebiete Bangladeschs werden vom Bengalischen Exilkonzil vertreten und leben teilweise seit Generationen außerhalb der verlorenen Heimat.
SIBIRISCHE UND URALISCHE KULTUREN A. AP.
Die Uralische Föderation betrachtet sich als Nachfolgerin der früheren Russischen Föderation, kontrolliert jedoch hauptsächlich Industriegebiete, Bergwerke und befestigte Städte am Ural. Am Westsibirischen Meer entstand eine eigene Küstenkultur aus Fischern, Bergungsleuten, Händlern und Hafenbewohnern. Der Sibirische Küstenbund besitzt wichtige Handelsrouten, gilt jedoch zugleich als Zentrum für Schmuggel, Waffenhandel und den Verkauf von Gefangenen.
JAPANISCHE KULTUREN A. AP.
Japan wird von der Zentralverwaltung in Kyoto regiert. Alte staatliche Institutionen, Symbole und regionale Verwaltungen überstanden die Jahrhunderte besser als in vielen anderen Teilen der Erde. Dennoch existieren abgelegene Inseln, verseuchte Ruinenzonen und mächtige Hafenfamilien außerhalb wirksamer zentraler Kontrolle. Die japanische Kultur besitzt dadurch ein ungewöhnlich starkes Bewusstsein für historische Kontinuität, obwohl auch sie sich seit Tag X tiefgreifend verändert hat.
KULTUREN DER TAUSEND HÄFEN A. AP.
Südostasien wurde durch Überflutungen in zahlreiche Inseln, Küstenräume und Hafenregionen zerschnitten. Die Liga der Tausend Häfen verbindet wichtige Handelsstädte zwischen Indischem Ozean, Ostasien und Ozeanien. Ihre Mitglieder verbindet weniger eine gemeinsame Regierung als wirtschaftliches Interesse. Seeleute, Händler, Fischer, Piraten und Flottenfamilien prägen viele dieser Gesellschaften. In manchen Regionen verbringen Menschen ihr gesamtes Leben auf Schiffen oder schwimmenden Siedlungen.
AUSTRALISCHE KULTUREN A. AP.
Australien behielt seine grobe Form, verlor jedoch große Teile seiner Küstenebenen. Sydney, Melbourne, Brisbane, Adelaide und Perth wurden schwer überflutet. Das Australische Notstandscommonwealth beansprucht die staatliche Kontinuität Australiens. Daneben existieren Küstenrepubliken, Inlandstaaten, Rohstoffgesellschaften und selbstständige Siedlungsbünde. Militär und Versorgungsbehörden besitzen im Notstandscommonwealth weitreichende Befugnisse. In anderen Regionen entscheidet dagegen häufig die Kontrolle von Trinkwasser über politische Macht.
MENSCHEN AOTEAROAS A. AP.
In Neuseeland entstand der Aotearoa-Hochlandbund. Landwirtschaftliche Regionen, Bergstädte und befestigte Inselhäfen bilden seine Grundlage. Der Bund gilt als vergleichsweise stabil, schützt seine Grenzen jedoch streng. Māori-Traditionen und andere neuseeländische Traditionen haben die Jahrhunderte überdauert und sich mit den neuen politischen Strukturen verbunden. Herkunft, Land und Gemeinschaft besitzen deshalb weiterhin große Bedeutung.
PAZIFISCHE SEEVÖLKER A. AP.
Die Inselgemeinschaften des Pazifiks haben sich im Pazifischen Seebund zusammengeschlossen. Schwimmende Siedlungen, Wanderflotten und Inselstaaten kontrollieren wichtige Routen zwischen Asien, Australien und Amerika. Eine dauerhafte Zentralregierung existiert jedoch nicht. Viele Menschen dieser Region wachsen auf Schiffen auf.
ÖDLANDGEMEINSCHAFTEN A. AP.
Zwischen den Staaten der Endzeit liegen riesige Gebiete, in denen keine dauerhafte politische Ordnung besteht. Ödlande können radioaktive Wüsten, abgestorbene Wälder, Kraterlandschaften, vereiste Landschaften oder zerstörte Industriegebiete sein. In ihnen leben dennoch zahlreiche Menschen: Verbannte, Plünderer, Mutanten, Flüchtlinge, Siedler und Gemeinschaften, die sich bewusst jeder staatlichen Herrschaft entziehen. Manche Ödlandkulturen bestehen bereits seit Jahrhunderten. Alte Bunker, Hochhäuser, Fabriken und Bergwerke wurden zu dauerhaften Siedlungen. Ihre Bewohner besitzen häufig eigene Dialekte, Regeln und Vorstellungen von Eigentum und Recht. Vertrauen gilt meist der eigenen Familie, Sippe oder Siedlung und weniger fernen Regierungen.
MUTANTENSIEDLUNGEN A. AP.
Mutationen traten bereits in den ersten Jahren nach Tag X auf. Einige wurden erblich und prägen inzwischen ganze Gemeinschaften. Manche Mutanten unterscheiden sich nur geringfügig von anderen Menschen. Andere besitzen auffällige körperliche Veränderungen oder Fähigkeiten. Mutantensiedlungen entstehen häufig dort, wo ihre Bewohner Schutz vor Verfolgung suchen. Einige handeln regelmäßig mit benachbarten Städten, andere leben seit Generationen isoliert.
MENSCHEN DER MASCHINENZONEN A. AP.
Einige Menschen leben unter der Herrschaft autonomer künstlicher Intelligenzen. Maschinenzonen unterscheiden sich erheblich. Manche bieten ihren Bewohnern Energie, Nahrung, medizinische Versorgung und Schutz. Andere betrachten Menschen lediglich als zu verwaltende Ressourcen oder Sicherheitsrisiken.
KARAWANENVÖLKER A. AP.
Da große Teile der alten Verkehrsnetze zerstört sind, gehören Karawanen zu den wichtigsten Verbindungen zwischen entfernten Siedlungen. Händler, Fahrer, Mechaniker, Tierführer, Kundschafter und bewaffnete Wächter verbringen häufig einen großen Teil ihres Lebens unterwegs. Das Meridian-Kartell verbindet viele dieser Gruppen miteinander. Seine Mitglieder transportieren Medikamente, Saatgut, Ersatzteile, Waffen und Nachrichten durch Gebiete, in denen kein Staat zuverlässigen Schutz gewährleisten kann.
BERGUNGSGEMEINSCHAFTEN A. AP.
Die Ruinen der alten Welt sind eine der wichtigsten Ressourcen von Anno Apocalypsi. Bergungsleute suchen nach Maschinen, Waffen, Medikamenten, Datenspeichern und technischen Archiven. Ganze Gemeinschaften leben davon, Ruinen zu erkunden und verwertbare Gegenstände zurückzubringen. Besonders an den Küsten entstanden spezialisierte Bergungskulturen. Das Triton-Konsortium durchsucht mit Tauchbooten, Druckanzügen und Schwimmkränen die versunkenen Ruinen ehemaliger Großstädte.
FLÜCHTLINGE UND HEIMATLOSE A. AP.
Flucht ist ein fester Bestandteil des Lebens in der Endzeit. Kriege, Z-Seuche, Maschinenzonen, Strahlungsereignisse, Piraten und Aetherstürme können selbst jahrzehntelang sichere Gebiete plötzlich unbewohnbar machen. Viele Menschen besitzen deshalb keine dauerhafte Heimat. Sie leben in Lagern, Karawanen oder vorübergehenden Siedlungen und hoffen auf Aufnahme in einen sicheren Staat. Doch Schutz ist selten kostenlos. Arbeit, Militärdienst, Schulden oder langfristige Verträge können der Preis für ein neues Zuhause sein.
SKLAVEN UND SCHULDKNECHTE A. AP.
Sklaverei und Menschenhandel gehören zu den dunkelsten Seiten von Anno Apocalypsi. Der Kettenbund ist ein weitverzweigtes Netzwerk aus Menschenjägern, Sklavenhändlern, Gefängnisbetreibern und korrupten Beamten. Flüchtlinge, Schuldner und Gefangene werden als Arbeiter, Kämpfer oder Versuchspersonen verkauft. Viele Staaten verurteilen den Kettenbund öffentlich, profitieren jedoch heimlich von seinen Geschäften. Auch außerhalb des Bundes existieren Schuldknechtschaft und erbliche Arbeitsverpflichtungen.