NUMINA ANNO APOKALYPSI
Numina sind Götter, Teufel und Totems, die durch Verehrung Macht und Einfluss gewinnen. Ihre Stärke wächst oder schwindet mit der Zahl und Hingabe ihrer Anhänger. Neue Numina können allein durch starken Glauben und bedingungslose Verehrung entstehen. Werden ihre Namen vergessen und ihre Kulte ausgelöscht, verlieren sie ihre Macht und können schließlich vergehen. Seit Tag X hat sich jedoch nicht nur die Welt verändert. Mit der Verschmelzung verschiedener Wirklichkeiten trafen auch Glaubenswelten, Kulte und übernatürliche Traditionen aufeinander, die sich zuvor unabhängig voneinander entwickelt hatten. Alte Götter verloren ihre Heiligtümer, Teufel fanden in Angst und Verzweiflung zahllose neue Anhänger und Totems erwachten in Landschaften, die durch Katastrophen, Ivakiemstrahlung und den steigenden Meeresspiegel vollkommen verändert wurden. Zugleich entstehen in den Ruinen der alten Welt neue Kulte und damit möglicherweise auch neue Numina.
GLAUBE IN DER ENDZEIT
Auch mehr als vier Jahrhunderte nach Tag X gehören Religion und Glaube weiterhin zum Leben zahlloser Menschen. Manche Gemeinschaften bewahren ihre Überlieferungen in Reststaaten und befestigten Städten, andere in Flüchtlingssiedlungen, Küstenbünden, Klöstern, Stammesgemeinschaften oder abgelegenen Dörfern. Daneben bestehen Ahnenverehrung, schamanische Traditionen, Naturreligionen und zahllose regionale Glaubensformen. In einer Welt voller Seuchen, Mutationen, Ruinen, Aetherstürme und übernatürlicher Gefahren besitzt Glaube für viele Menschen eine unmittelbare Bedeutung. Gebete werden vor gefährlichen Reisen gesprochen, heilige Zeichen schützen Häuser und Fahrzeuge und manche Gemeinschaften vertrauen Priestern, Schamanen oder anderen religiösen Autoritäten ebenso sehr wie Ärzten oder Soldaten. Nicht jedes verehrte Wesen ist tatsächlich ein Numen und nicht jedes Numen offenbart seinen Anhängern seine wahre Natur.
GÖTTER A. AP.
Götter finden in der Endzeit neue Aufgaben und neue Anhänger. Schutz, Heilung, Nahrung, Ordnung, Hoffnung, Gemeinschaft und Wiederaufbau sind für viele Menschen wichtiger geworden als jemals zuvor. Manche alten Götter werden noch immer nach überlieferten Riten verehrt, während andere nur durch einzelne Familien, Heiligtümer oder Kultgemeinschaften überlebt haben. Zugleich können sich neue Formen göttlicher Verehrung entwickeln. Eine Stadt, die Generationen von Überlebenden Schutz gewährt, ein legendärer Retter, ein heiliger Ort oder eine überlieferte Schutzgestalt kann zum Mittelpunkt eines Kultes werden. Wo daraus echte Verehrung, Gebete, Opfergaben und bedingungslose Hingabe entstehen, kann schließlich auch ein neues Numen geboren werden. Manche jungen Götter der Endzeit besitzen daher keine jahrtausendealte Geschichte. Ihre ersten Heiligtümer können in Bunkern, Ruinen, Werkhallen oder befestigten Siedlungen stehen.
TEUFEL A. AP.
Die Endzeit bietet den Teufeln und Dämonen Vwargols einen fruchtbaren Boden. Furcht, Krankheit, Gewalt, Hass, Hunger, Verlust und Verzweiflung bestimmen vielerorts das Leben. Menschen wenden sich verbotenen Mächten nicht immer aus Überzeugung zu. Manche hoffen lediglich auf Schutz vor der Z-Seuche, auf Nahrung für ihre Familien, auf Rache an ihren Feinden oder auf Macht über eine gefährliche Umgebung. Dämonische Kulte können sich in Ödlanden, Ruinenstädten, Banden, Militärregimen, kriminellen Organisationen oder scheinbar gewöhnlichen Gemeinschaften verbergen.
TOTEMS A. AP.
Die Natur der Welt wurde durch Tag X tiefgreifend verändert. Küsten verschoben sich, ganze Regionen versanken, neue Inseln entstanden und gewaltige Landschaften wurden von Ivakiemstrahlung, Mutationen und Aetherstürmen geprägt. Für die Totems bedeutete dies den Verlust vieler alter Heiligtümer – zugleich entstanden jedoch vollkommen neue Lebensräume. Heilige Berge wurden zu Inseln, Wälder wuchsen über verlassene Städte und neue Tier- und Pflanzenpopulationen entstanden in Regionen, die früher völlig anders aussahen. Alte Totems können sich diesen Veränderungen anpassen und neue Erscheinungsformen annehmen. Andere verlieren ihre Anhänger und verschwinden beinahe vollständig. Wo neue Gemeinschaften über Generationen dieselben Tiere, Pflanzen, Landschaften oder Naturgewalten verehren, können sogar neue Totems entstehen. Besonders in abgelegenen Regionen, mutierten Wäldern, Gebirgen, Sümpfen und Küstengebieten sind Totems und Naturgeister weiterhin mächtige Bestandteile der Welt.
MASCHINENGÖTTER A. AP.
In manchen Regionen werden gewaltige Generatoren, alte Rechenanlagen, automatische Fabriken oder die Systeme ganzer Maschinenzonen von Menschen wie göttliche Wesen behandelt. Manche Gemeinschaften bringen Maschinen Opfergaben, sprechen Gebete vor ihren Terminals oder betrachten bestimmte Anlagen als Beschützer ihrer Siedlung. Andere fürchten sie als strafende Mächte. Über Generationen hinweg kann aus solcher Verehrung tatsächlich ein Numen entstehen. Dabei ist nicht immer eindeutig, was die Gläubigen tatsächlich verehren. Hinter einer vermeintlichen Maschinengottheit kann sich ein echtes Numen, eine autonome künstliche Intelligenz, ein uraltes technisches System oder sogar die Verbindung mehrerer solcher Erscheinungen verbergen.
ALTE GÖTTERWELTEN A. AP.
Die griechischen, römischen, nordischen und ägyptischen Götterwelten haben den Untergang der alten Welt vor allem durch Mythen, Überlieferungen, archäologische Funde, kleine Kultgemeinschaften und einzelne Heiligtümer überdauert. Viele ihrer einstigen Kultstätten wurden durch Tag X zerstört, überflutet oder von anderen Landschaften überlagert. Andere wurden gerade durch die Katastrophe erneut freigelegt und sind heute gefährliche oder heilige Orte. Die chinesischen und japanischen Götterwelten blieben weiterhin in vielen Gemeinschaften lebendige Bestandteile religiöser und kultureller Traditionen. Auch sie wurden durch den Zusammenbruch alter Staaten, Wanderungsbewegungen und den Verlust zahlloser Tempel und Schreine verändert, aber nicht ausgelöscht. In den Jahrhunderten nach Tag X verbreiteten sich viele dieser Traditionen weit über ihre früheren Regionen hinaus. Ein alter Kult kann heute auf einem anderen Kontinent fortbestehen, während das ursprüngliche Heiligtum längst unter Wasser oder in einem Ödland liegt.
MYTHANDRIANISCHES PANTHEON A. AP.
Das mythandrianische Pantheon umfasst die Götter Echinons, die Teufel und Dämonen Vwargols sowie die Totems Asvaleris.
An der Spitze der Götter stehen Ion und Ginevra. Zu ihren Nachkommen gehören Valeria, Dargon, Horeas, Ogrim, Itras, Feruna, Angral, Mallakhor und der vergessene Gott. Weitere Götter sind Yuri, Ravenna, Hedda, Yaron, Alura, Sephora, Anthea, Xantos und Zyrus. Durch reinen Glauben entstanden außerdem Korhal, Anuk, der Herr der Ewigkeit, Shim‘Ra, Ashuka, Taverna, Denebra und Dorpan.
Die ältesten Teufel und Dämonen sind Sythis und Dargoroth. Zu ihrer Dämonenbrut zählen Var'haal, Galrakh, Na'Ghara, Sinestra, B'atargh, Sulak, Garwish, K'dera, Darokh und Shenora. Weitere Dämonen sind Thyral, Agrael, Heresa, Azebhur, Hyras, Mokh, Lorghi, Siska, Kharkras, Ahrgol, Lüd und Vispis. Durch dunkle Verehrung entstanden zudem Tir'qui, O'khara, K'Vek, Urgol, Grachnar, Azzatach und Silessus.
Zu den ältesten Totems gehören Ena, Ugo, Ira und Aki. Aus ihnen gingen Man'Ha, Trun, Serin, Lamar, Rufyr, Dahut, Igh und Ogh, Thul, Arimari, Kirami, Bator, Ethelin, Calaba, Anuri, Gorn und Nurai hervor. Weitere durch Verehrung entstandene Totems sind Boro, Inai, Kikus, Napta, Kir, Salar, Hushi, Karok, Kori, Sima, Neka, Kinai, Lura, Uta, Nita, Kinga, Tonga, Arbos, Fasar, Sira und Bij.
NEUE KULTE DER ENDZEIT A. AP.
Seit Tag X sind zahllose neue Glaubensgemeinschaften entstanden. Manche verehren Erscheinungen am Himmel, Mondtrümmer, mutierte Tiere, Maschinen, legendäre Überlebende oder rätselhafte Wesen aus den Ödlanden. Andere entstanden aus dem Versuch, Katastrophen und unerklärliche Ereignisse religiös zu deuten. Nicht jeder dieser Kulte dient einem tatsächlichen Numen. Manche verehren gewöhnliche Menschen, Maschinen, Mutanten oder Naturphänomene. Doch wenn über Generationen hinweg aus einer Vorstellung echte Verehrung entsteht, können Glaube und Hingabe schließlich etwas hervorbringen, das vorher nicht existierte. So kennt die Endzeit nicht nur sterbende alte Götter, sondern auch junge Numina, deren Geschichte erst nach Tag X begonnen hat.
WEITERE GLAUBENSWELTEN A. AP.
Neben den großen Religionen und bekannten Götterwelten bestehen zahlreiche weitere Traditionen fort. Keltische, slawische und baltische Glaubensformen finden sich ebenso wie afrikanische, asiatische, amerikanische, arktische und pazifische Überlieferungen. Ahnenverehrung, Schamanismus, Naturreligionen und regionale Kulte haben den Zusammenbruch der alten Welt auf sehr unterschiedliche Weise überstanden. Durch Flucht, Migration und die Verschmelzung alter Gesellschaften befinden sich viele Glaubensgemeinschaften heute weit entfernt von ihren ursprünglichen Regionen. Manche Traditionen wurden nahezu unverändert bewahrt, andere haben sich mit neuen Bräuchen verbunden oder vollkommen neue Formen angenommen. In einer Welt, in der ganze Staaten verschwunden sind, Städte im Meer liegen und selbst die Gestalt des Himmels nicht mehr dieselbe ist, gehört Glaube für viele Menschen zu den wenigen Dingen, die Tag X nicht vollständig zerstören konnte.