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CHRONIK ANNO TERRORIS

(Chronik der SCHRECKENSZEIT)

 

„Ich bin Kalyr, erster Chronos der Erde und ich möchte euch von einer Zeit erzählen, in der die Welt von Dunkelheit und Schrecken erfüllt war – denn ich war dabei. Mythandria war im Nebel der Zeit verschwunden. Doch auf der übrigen Welt, in vergessenen Wäldern, unter uralten Ruinen und in den Tiefen der Meere erwachten Wesen, die niemals hätten existieren dürfen. Tote erhoben sich aus ihren Gräbern, dämonische Bestien jagten im Schutz der Nacht und uralte dunkle Mächte flüsterten den Menschen in ihren Träumen zu. Königreiche entstanden und zerfielen schon nach kurzer Zeit. Krieger, Jäger, Priester und Gelehrte stellten sich dem Grauen entgegen, während Angst, Aberglaube und Wahnsinn die Herzen der Menschen erfüllten. Nacht und Tag wurden zum Reich der Monster. Diese Ära nennen wir Chronos Anno Terroris, die Schreckenszeit. Ich will euch nun die düsteren Geschichten und Legenden dieser finsteren Epoche erzählen – und geleite euch in eine Welt voller Monster, Geheimnisse und uralter Schrecken.“

 

RÜCKBLICK ANNO MAGICAE

Am Ende des letzten großen Dras-Krieges der Ätherzeit stellen sich die Völker und Mächte Mythandrias gemeinsam den Heerscharen der Dras’Shar entgegen. Dabei tritt der Plan des Dras-Königs, die gesamte Welt den Mächten der Nagoch auszuliefern, immer deutlicher zutage. Die Arkanen Krieger versuchen, die Pläne der Dras’Shar endgültig zu vereiteln und bereiten gemeinsam mit dem Volk der Traumlinge ein gewaltiges kosmisches Konglomerat vor. Doch der Chronos Thrar’Modas ist längst von der Macht Themokh’Thars korrumpiert worden. Um jeden Preis will er das Ritual verhindern. Kalyr, ebenfalls ein Chronos und Beobachter der Erde, stellt sich ihm entgegen. Im Kampf der beiden Zeitwächter unterliegt Kalyr jedoch seinem Widersacher. Thrar’Modas gelingt es, das Ritual der Traumlinge zu sabotieren – mit verheerenden Folgen.

 

Unvorstellbare Schrecken und monströse Kreaturen dringen durch mehrere der großen Portale in die neue Welt. Jedes dieser uralten Bauwerke bildet eine Brücke durch Raum und Zeit. So erscheinen die Wesen nicht nur an verschiedenen Orten der Welt, sondern auch in unterschiedlichen Zeitaltern. Wo immer sie auftauchen, verbreiten sie Angst, Wahnsinn und Verderben. Die Grenzen zwischen der Welt der Lebenden, dem Reich der Toten und den dunklen Sphären beginnen zu zerfallen.

 

Bevor Mythandria im Nebel der Zeit verschwindet, gelingt es einigen seiner Bewohner, in diese neue, finstere Welt überzusiedeln. Unter ihnen befinden sich Sardras Kharkom und einige seiner Anhänger, vereinzelte Gruppen der Dras’Shar, Nebelzwerge, Albtraumlinge sowie Angehörige weiterer mythandrianischer Völker. Auch Artefakte, Kreaturen und Relikte aus den Ruinen der Menedat gelangen durch die mittlerweile instabilen Portale in die neue Welt. Die wenigen überlebenden Arkanen Krieger verbergen sich vor den Dras’Shar. Sie sichern mächtige oder gefährliche Artefakte und versuchen, ihre zerschlagenen Reihen neu aufzubauen, um den Kampf gegen die Dras eines Tages wieder aufzunehmen. Gleichzeitig folgen ihnen die Arkanen Jäger, die jeden Rhu-Asketen unerbittlich verfolgen.

 

Schwarzes Wasser, Schwarzer Sand und Schwarzer Nebel werden von dunklen Alchemisten durch die Portale gebracht. Albtraumlinge verbreiten sich über die neue Welt. Sogar die scheußliche Brut taucht in abgelegenen Wäldern und tiefen Höhlen wieder auf und errichtet neue Nester. Hinterlassenschaften der Menedat scheinen auch in der neuen Welt zu existieren. Ihre Artefakte, Ruinen, Technologien und Portale werden an entlegenen Orten entdeckt und von Herrschern, Geheimbünden, Kulten und Gelehrten gesucht. Manche dieser Relikte können Raum und Zeit überwinden, andere öffnen Wege zu Orten, die niemals von Menschen betreten werden sollten.

 

Und so beginnt die Epoche der unvorstellbaren Schrecken. Untote erheben sich aus vergessenen Gräbern, Vampyre nisten sich in den Häusern mächtiger Familien ein und namenlose Wesen lauern in Wäldern, Sümpfen und den Ruinen vergangener Reiche. Jäger, Exorzisten, Alchemisten und Magier stellen sich den Kreaturen der Nacht entgegen. Doch niemand weiß, ob sie die Menschheit beschützen oder durch ihre Taten noch größere Schrecken entfesseln werden.

 

DIE ANTIKE

 

Die ersten Hochkulturen errichten Tempel, Paläste und befestigte Städte. Könige berufen sich auf göttliche Abstammung, Priester bewahren geheimes Wissen und Gefangene werden versklavt oder geopfert. Zwischen den menschlichen Reichen leben Andersvölker, die später als Götterboten, Dämonen, Nymphen, Riesen oder Tiermenschen in die Überlieferungen eingehen.

 

um 9700 bis 9600 v. u. Z. – Atlantis: Jenseits der Säulen des Herakles entsteht das Reich der zehn Söhne Poseidons. Die Atlanter bauen mit Hilfe von Menedat-Technologie Kanäle, Tempel und eine mächtige Flotte. Sie gewinnen Oreichalkos, Mythernium und andere seltene Metalle. Mit wachsendem Reichtum werden ihre Herrscher immer maßloser. Einige Vertreter des Namenlosen Ordens, Anhänger der kosmischen Macht Nihil, erscheinen am Hof von Atlantis. Atlantis unterwirft derweil benachbarte Länder und führt Krieg gegen die Reiche des Mittelmeers.

um 9600 v. u. Z. – Untergang von Atlantis: Nach der Niederlage des atlantischen Heeres erschüttern Erdbeben die Insel. In den Tiefen brechen alte Gewölbe auf. Fremdartige, von Nihil korrumpierte Kreaturen und Schwarzes Wasser dringen hervor. Flutwellen verwüsten die Küsten, ehe Atlantis innerhalb eines Tages und einer Nacht versinkt. Nur wenige Bewohner entkommen.

um 9000 v. u. Z. – Europa und Vorderasien: In verschiedenen Regionen tritt ungewöhnlich kalter Nebel auf. Menschen verschwinden darin und kehren manchmal erst nach Tagen oder Jahren zurück, obwohl für sie kaum Zeit vergangen ist. Andere bleiben verschollen. Spätere Überlieferungen sprechen von einem Land jenseits des Nebels.

um 2300 v. u. Z. – Mesopotamien: Sardras Kharkom erreicht mit mehreren Schülern die Städte zwischen Euphrat und Tigris. Er scheint kaum gealtert und niemand weiß genau, wie er Mythandria verlassen konnte, bevor der Kontinent im Nebel der Zeit verschwand. Er sucht nach den Artefakten des Dras-Königs, um ihre Macht für sich zu nutzen und nach einem Weg, absolute Unsterblichkeit zu erlangen. Unter wechselnden Namen dient er Königen und Priestern als Astrologe, Heiler und Beschwörer. Aus seinen Schülerkreisen entstehen okkulte Themokh’Thar-Zirkel, die seine Lehren über Jahrhunderte weitergeben.

um 2250 v. u. Z. – Mesopotamien und Ägypten: Angehörige der Dras’Shar gelangen an mehreren Herrscherhöfen in einflussreiche Stellungen. Sie suchen nach den überlebenden Arkanen Kriegern und den verstreuten Artefakten Mordekhais, des ehemaligen Dras-Königs. In diesen Artefakten sind Fragmente seines Rhu gebannt, welche die Dras’Shar wieder zusammenführen wollen, um Mordekhais Rückkehr vorzubereiten.

um 2230 v. u. Z. – Südmesopotamien: Sardras Kharkom erbeutet von Angehörigen der Dras’Shar mehrere Tontafeln, auf denen die zehn Artefakte Mordekhais beschrieben werden. In jedem dieser Gegenstände ist ein Fragment von Mordekhais Rhu gebannt: die Krone des Dras-Königs, der Handschuh des Nekromanten, ein Szalish-Ring, ein Vwargol-Ring, das Themokh’Thar-Amulett, ein dunkler Kristallorb, der Opferdolch Vhar’Nek, der Taura’Tavar des Dras-Königs, das Arkon des Dras-Königs und der Kelch des ewigen Blutes. 

um 2220 v. u. Z. – Südmesopotamien: Die erbeuteten Tontafeln führen Sardras zu einem verlassenen Heiligtum unter den Ruinen einer älteren Siedlung. In einem versiegelten Gewölbe findet er den Opferdolch Vhar’Nek, dessen schwarze Klinge weder Rost noch Verfall zeigt. Sardras erkennt, dass die in den zehn Artefakten gebannten Rhu-Fragmente nicht nur Mordekhais Rückkehr ermöglichen könnten. Er hofft, ihre vereinte Macht auch nutzen zu können, um seinen eigenen Körper dauerhaft vor Alter und Tod zu bewahren. Mit Vhar’Nek gelangt das erste Rhu-Artefakt in seinen Besitz.

um 2100 bis 2084 v. u. Z. – Gilgamesch: Gilgamesch, König von Uruk und Halbgott, herrscht zunächst mit großer Härte. Auf die Klagen der Bevölkerung erschafft die Göttin Aruru den wilden Enkidu. Als Enkidu Gilgamesch entgegentritt, kämpfen beide miteinander und werden anschließend enge Freunde. Gemeinsam ziehen sie gegen Humbaba, den von Enlil eingesetzten Wächter des Zedernwaldes. Mit der Hilfe des Sonnengottes Schamasch töten sie ihn. Nach ihrer Rückkehr weist Gilgamesch die Göttin Ischtar zurück. Aus Rache schickt sie den Himmelsstier gegen Uruk, doch Gilgamesch und Enkidu erschlagen auch dieses Ungeheuer. Die Götter beschließen daraufhin Enkidus Tod. Von Trauer und Todesangst erfüllt, sucht Gilgamesch nach Utnapischtim, der gemeinsam mit seiner Frau die große Flut überlebt und von den Göttern Unsterblichkeit erhalten hat. Auf seiner Reise passiert Gilgamesch die Skorpionmenschen, begegnet der göttlichen Schankwirtin Siduri und überquert mit dem Fährmann Ur-Schanabi das Wasser des Todes. Utnapischtim berichtet ihm, wie Enki ihn vor der Flut warnte und ihm den Bau eines Schiffes befahl. Gilgamesch besteht jedoch die Prüfung des ununterbrochenen Wachens nicht. Auf Bitten von Utnapischtims Frau erfährt er von einer Pflanze, die verlorene Jugend zurückgeben kann. Gilgamesch findet sie, doch eine Schlange stiehlt sie auf dem Rückweg. Er kehrt ohne Unsterblichkeit nach Uruk zurück und erkennt, dass nur seine Taten und die von ihm geschaffenen Werke seinen Tod überdauern können.

um 2000 v. u. Z. – Mesopotamien: Sardras’ Anhänger sammeln Berichte über Gilgameschs Reise, Utnapischtims Unsterblichkeit und die Pflanze, die verlorene Jugend zurückgeben soll. Sardras ist überzeugt, dass diese Pflanze ihm das ewige Leben ermöglicht und befiehlt seinen Zirkeln, nach ihrem Ursprung und möglichen weiteren Exemplaren zu suchen. Die gesammelten Aufzeichnungen werden in den Bibliotheken seiner Zirkel aufbewahrt und bilden die Grundlage für eine jahrhundertelange Suche nach der Pflanze des Lebens.

um 1950 v. u. Z. – Mesopotamien: Aus einer königlichen Grabkammer wird ein Gefäß aus schwarzem Metall gestohlen. Im Inneren befindet sich eines der Fragmente von Mordekhais Rhu. Danach wechselt das Gefäß mehrfach den Besitzer.

um 1870 v. u. Z. – Ägypten: Das aus einer mesopotamischen Grabkammer geraubte Gefäß aus schwarzem Metall gelangt über Händler und Grabräuber nach Ägypten. Im Inneren befindet sich ein schwerer Siegelring, der Szalish-Ring Mordekhais. Sardras bringt das Gefäß durch Bestechung und Täuschung an sich. Er besitzt nun zwei Rhu-Artefakte.

um 1600 v. u. Z. – Thera: Eine gewaltige Eruption zerstört große Teile der Insel und verwüstet die Küsten des östlichen Mittelmeers.

um 1500 v. u. Z. – Kleinasien und Kaukasus: Gruppen von Zwergen erreichen die Gebirge und gründen verborgene Siedlungen. Ihr Wissen über Metalle und Schmiedekunst gelangt nach und nach zu den umliegenden Völkern.

um 1300 v. u. Z. – Kleinasien und Ägäis: Dunkle Alchemisten experimentieren mit geringen Mengen Schwarzen Wassers und Schwarzen Sandes. Mehrere Brunnen und Werkstätten werden dadurch verseucht.

um 1270 bis 1250 v. u. Z. – Kreta: König Minos lässt ein Labyrinth errichten, in dem der Minotauros eingeschlossen wird. Theseus betritt das Bauwerk, folgt Ariadnes Faden und tötet das Wesen. Danach flieht er mit Ariadne von der Insel.

um 1250 bis 1242 v. u. Z. – Die Fahrt der Argonauten: Iason fordert den Thron von Iolkos zurück. König Pelias verspricht ihm die Herrschaft, wenn er das Goldene Vlies aus Kolchis bringt. Iason lässt die Argo bauen und versammelt zahlreiche Helden. Auf der Reise begegnen die Argonauten den Frauen von Lemnos, verlieren Hylas an die Nymphen und befreien den Seher Phineus von den Harpyien. Mit seinem Rat durchqueren sie die Symplegaden. In Kolchis verlangt König Aietes, dass Iason feuerspeiende Stiere bezwingt, ein Feld pflügt und Drachenzähne aussät. Medea hilft Iason. Aus den Drachenzähnen wachsen bewaffnete Krieger. Medea schläfert den Drachen ein, der das Goldene Vlies bewacht. Iason und Medea fliehen. Medeas Bruder Apsyrtos wird während der Verfolgung getötet und zerstückelt. Auf der Heimreise entkommen die Argonauten den Sirenen, Skylla und Charybdis. Auf Kreta bringt Medea den bronzenen Talos zu Fall.

um 1240 v. u. Z. – Iolkos und der Tod des Pelias: In Iolkos verweigert Pelias weiterhin die Herausgabe des Thrones. Medea führt seinen Töchtern mithilfe eines Szalish-Konglomerats vor, wie einem alten Tier neue Lebenskraft verliehen werden kann. Sie verspricht, dasselbe mit Pelias zu tun, vollendet das Verfahren jedoch nicht. Die Töchter zerstückeln ihren Vater, doch Pelias stirbt und Iason und Medea werden verbannt. 

um 1235 bis 1220 v. u. Z. – Medea in Korinth und Athen: Iason und Medea ziehen nach Korinth, wo sie mehrere Jahre leben und Kinder bekommen. Als Iason Medea verlässt, um Glauke, die Tochter König Kreons, zu heiraten, schließt sich Medea einem Sardras-Zirkel an. Sardras Kharkom persönlich nimmt sich ihrer an und unterrichtet sie in seinen dunklen Künsten. Sein eigentliches Interesse gilt jedoch Medeas Wissen über das Szalish-Konglomerat und dessen mögliche Anwendung zur Verjüngung. Während ihrer gemeinsamen Studien vergiftet Sardras ihren Geist und verstärkt ihren Hass auf Iason. Aus Rache schickt Medea Glauke ein vergiftetes Gewand und vergifteten Schmuck. Glauke stirbt und auch Kreon kommt ums Leben, als er versucht, seine Tochter zu retten. Anschließend tötet Medea ihre eigenen Kinder, um Iason jede Zukunft zu nehmen. Danach flieht sie auf dem Wagen ihres Großvaters Helios nach Athen. Iason bleibt allein zurück. Später stirbt er, als ein morscher Balken der Argo auf ihn fällt. Medea heiratet in Athen König Aigeus. Nachdem sie versucht, dessen Sohn Theseus zu vergiften, muss sie erneut fliehen und kehrt schließlich nach Kolchis zurück. Dort gründet sie einen der größten Sardras-Zirkel.

um 1220 v. u. Z. – Kolchis: Nach ihrer Rückkehr nach Kolchis findet Medeas Zirkel in einem alten Heiligtum den dunklen Kristallorb Mordekhais. In der rauchfarbenen Kugel schwebt ein dunkler Kern, der sich im Licht scheinbar bewegt. Medea übergibt das Artefakt Sardras. Sardras besitzt nun drei Rhu-Artefakte.

um 1200 v. u. Z. – Zusammenbruch der Bronzezeit: Städte und Reiche gehen innerhalb weniger Jahrzehnte unter. Kriege, Hungersnöte und Wanderungen verändern den Mittelmeerraum. In dieser Zeit treten größere Gruppen von Andersvölkern offen in Erscheinung. Menschliche Chronisten beschreiben sie als Waldgeister, Riesen, Dämonen oder Kinder der Götter.

um 1195 bis 1179 v. u. Z. – Der Trojanische Krieg: Eris, die Göttin der Zwietracht, wirft bei der Hochzeit des Peleus und der Thetis einen goldenen Apfel unter die Gäste. Hera, Athene und Aphrodite beanspruchen ihn. Paris entscheidet zugunsten Aphrodites und erhält dafür die Liebe Helenas. Paris bringt Helena nach Troja. Menelaos und Agamemnon sammeln ein griechisches Heer. In Aulis opfert Agamemnon seine Tochter Iphigenie, damit die Flotte auslaufen kann. Die Griechen belagern Troja zehn Jahre lang. Agamemnon nimmt Chryseis gefangen und weigert sich, sie ihrem Vater zurückzugeben. Apollon schickt daraufhin eine Seuche in das griechische Lager. Agamemnon gibt Chryseis zurück, nimmt Achilles jedoch Briseis. Achilles verweigert den Kampf. Patroklos trägt Achilles’ Rüstung und wird von Hektor getötet. Achilles kehrt in die Schlacht zurück, erschlägt Hektor und schändet dessen Leichnam. König Priamos bittet um die Herausgabe seines Sohnes. Achilles gibt den Körper frei. Paris tötet Achilles mit einem Pfeil. Ajax verliert den Streit um Achilles’ Rüstung und nimmt sich das Leben. Odysseus und Diomedes stehlen das Palladion aus Troja. Die Griechen bauen das hölzerne Pferd. Kassandra und Laokoon warnen vor der List. Zwei Schlangen töten Laokoon und seine Söhne. Die Trojaner ziehen das Pferd in die Stadt. In der Nacht öffnen die darin verborgenen Krieger die Tore. Troja wird geplündert, Priamos erschlagen und Astyanax von der Mauer geworfen.

um 1179 bis 1169 v. u. Z. – Die Irrfahrten des Odysseus: Nach der Plünderung Trojas gerät Odysseus mit seinen Gefährten in einen Sturm. Bei den Lotophagen vergessen mehrere Männer ihre Heimat. Auf der Insel der Kyklopen frisst Polyphemos mehrere Griechen. Odysseus blendet ihn und entkommt unter dessen Schafen. Aiolos übergibt Odysseus einen Schlauch mit den ungünstigen Winden. Seine Gefährten öffnen ihn kurz vor Ithaka und treiben das Schiff zurück. Die Laistrygonen zerstören fast die gesamte Flotte. Kirke verwandelt mehrere Männer mit dunkler Magie in Schweine. Hermes schützt Odysseus vor ihrem Zauber. Später schickt Kirke ihn in das Reich der Toten, wo er den Seher Teiresias befragt. Odysseus lässt sich an den Mast binden, um den Gesang der Sirenen zu hören. Zwischen Skylla und Charybdis verliert er sechs Gefährten. Auf Thrinakia schlachten seine Männer die heiligen Rinder des Helios. Zeus zerstört ihr Schiff. Odysseus überlebt allein. Kalypso hält ihn sieben Jahre auf Ogygia fest. Danach gelangt er zu den Phaiaken, die ihn nach Ithaka bringen. Dort haben Freier seinen Palast besetzt und bedrängen Penelope. Als Bettler verkleidet gewinnt Odysseus die Bogenprobe und tötet gemeinsam mit Telemachos die Freier. Danach übernimmt er erneut die Herrschaft über Ithaka und schwört sein Land von den dunklen Mächten der Nagoch zu befreien.

um 700 v. u. Z. – Mittelmeerraum: Elfen, Tiermenschen und andere Andersvölker leben vereinzelt in griechischen Städten und Hafenorten. Viele verbergen ihre Herkunft.

480 v. u. Z. – Thermopylen: König Leonidas stellt sich mit Spartanern und weiteren griechischen Kriegern dem persischen Heer entgegen. Die Verteidiger werden eingeschlossen und fallen.

464 v. u. Z. – Sparta: Ein schweres Erdbeben zerstört große Teile der Stadt. Die Heloten nutzen die Schwächung Spartas für einen Aufstand.

430 bis 426 v. u. Z. – Athen: Während des Peloponnesischen Krieges bricht eine schwere Seuche aus. Einige Verstorbene erheben sich kurz nach ihrem Tod erneut. Häuser werden mitsamt den Toten verbrannt, um weitere Angriffe zu verhindern.

um 400 v. u. Z. – Mittelmeerraum: Arkane Jäger erreichen mehrere griechische Städte und verfolgen Rhu-Asketen. Dabei töten sie auch Magier und Heiler, die nicht den Dras’Shar angehören.

um 330 v. u. Z. – Persien: Während der Plünderung persischer Paläste und Schatzkammern lässt Sardras durch seine Mittelsmänner nach einem Gegenstand suchen, der seit Jahrhunderten in einer königlichen Sammlung aufbewahrt wird. Sie finden die Krone Mordekhais. Ein Offizier verkauft sie, ohne ihre Bedeutung zu kennen. Sardras verfügt nun über vier Rhu-Artefakte.

um 300 v. u. Z. – Alpen und Mitteleuropa: Zwergische Bergleute schließen geheime Handelsabkommen mit keltischen Stämmen. Sie liefern Eisen, Waffen und Werkzeuge. Die Zugänge zu ihren Siedlungen bleiben verborgen.

um 300 v. u. Z. – Vorderasien: Aufzeichnungen berichten, dass Mordekhais Rhu in mehrere Artefakte gebannt wurde. Seine Anhänger brachten die Gegenstände durch die Portale in verschiedene Länder.

221 v. u. Z. – China: Qin Shihuangdi vereinigt die chinesischen Reiche und lässt aus Angst vor dem Tod nach Mitteln zur Unsterblichkeit suchen.

218 v. u. Z. – Alpen: Hannibal überquert mit seinem Heer und seinen Kriegselefanten die Alpen. Kälte, Lawinen und Kämpfe mit grauenhaften Monstern fordern zahlreiche Opfer.

210 v. u. Z. – China: Während der letzten Monate seines Lebens verabreichen ihm seine Alchemisten immer stärkere Szalish-Elixiere. Der Kaiser stirbt, erhebt sich jedoch später in seinem versiegelten Grabmal als untote Kreatur.

um 100 v. u. Z. – Mittelmeerraum: Arkane Krieger, Dras’Shar und Sardras’ Zirkel suchen nach den verstreuten Artefakten Mordekhais.

9 – Teutoburger Wald: Arminius lockt drei römische Legionen unter Varus in einen Hinterhalt. Die Legionen werden nahezu vollständig vernichtet.

79 – Pompeji und Herculaneum: Der Vesuv bricht aus und begräbt mehrere Städte unter Asche und Gestein.

um 100 – Römisches Reich: Menschen und Andersvölker dienen vereinzelt gemeinsam in den römischen Legionen.

165 bis 180 – Römisches Reich: Die Antoninische Pest breitet sich unter heimkehrenden Legionären aus und erfasst große Teile des Reiches. Unter den Erkrankten befinden sich auch Menschen, die sich kurz vor ihrem Tod gewaltsam verändern und andere angreifen.

um 250 bis 270 – Römisches Reich: Die Cyprianische Pest fordert in vielen Städten zahlreiche Opfer. Nekromanten und Totenkulte nutzen die unbestatteten Leichen für ihre Zwecke.

365 – Alexandria: Ein starkes Erdbeben löst eine Flutwelle aus und verwüstet die Küste.

um 400 – Europa: Mit dem Zerfall der römischen Ordnung verlassen viele Andersvölker ihre bisherigen Zufluchtsorte. Einige schließen sich wandernden Gruppen an, andere gründen eigene Siedlungen. Zugleich nehmen Verfolgungen zu.

um 400 bis 556 – Das Geschlecht der Völsungen: Sigi, ein Sohn Odins, dem Göttervater des asischen Pantheons, wird wegen Mordes verbannt und errichtet ein eigenes Reich. Nach seinem Tod rächt ihn sein Sohn Rerir. Rerirs Gemahlin erhält von den Göttern einen Apfel, wird schwanger und bringt Völsung zur Welt. Völsung errichtet eine Halle um den Baum Barnstokkr. Seine Tochter Signy wird mit König Siggeir verheiratet. Während der Hochzeit stößt Odin ein Schwert in den Baum. Nur Sigmund kann es herausziehen. Siggeir lockt Völsung und seine Söhne in einen Hinterhalt. Völsung fällt. Seine Söhne werden im Wald gefesselt und nacheinander von einer Wölfin getötet. Sigmund überlebt und verbirgt sich. Signy will ihre Familie rächen. Aus ihrer Verbindung mit Sigmund wird Sinfjötli geboren. Sigmund und Sinfjötli töten Siggeir und verbrennen seine Halle. Signy stirbt freiwillig in den Flammen. Sinfjötli wird später von Königin Borghild vergiftet. Odin nimmt seinen Leichnam an sich. Sigmund heiratet Hjördis. Im Kampf gegen König Lyngvi zerbricht Sigmunds Schwert an Odins Speer. Sterbend übergibt er Hjördis die Bruchstücke.

410 – Rom: Die Westgoten unter Alarich erobern und plündern die Stadt. In den Wirren werden mehrere versiegelte Katakomben und unterirdische Schatzkammern geöffnet. Dämonen gelangen an die Oberfläche, bis die Zugänge wieder verschlossen werden. Angehörige eines Sardras-Zirkels nutzen das Chaos, um das Themokh’Thar-Amulett Mordekhais aus einer kirchlichen Schatzkammer zu bergen. Das Artefakt, eine schwarze Scheibe mit einem aschgrauen Stein im Zentrum, war dort seit Jahrhunderten zwischen Reliquien verborgen. Mit dem Amulett besitzt Sardras nun fünf der zehn Rhu-Artefakte.

um 430 – Britannien: Mehrere Teufel des Vwargol-Pandämoniums treffen sich, um über die Erschaffung eines Kindes zu beraten, das die Welt noch tiefer ins Verderben stürzen soll. Sythis, die Königin des Wandels, will ihm die Kraft verleihen, bestehende Ordnungen zu überwinden. Dargoroth, der Weltenbrecher, fordert einen Propheten des Untergangs, der Könige stürzen und Reiche in Kriege führen werde. Azebhur, der Verräter, schlägt jedoch einen anderen Weg vor. Das Kind soll jede Lüge erkennen und kommenden Verrat vorausahnen können. Dadurch, so hofft er, werde es den Menschen niemals vollständig vertrauen und sich eines Tages aus eigenem Entschluss gegen sie wenden. Var’haal legt ihm die Furcht der Menschen ins Herz. Kharkras, der schwarze Hexer, verleiht ihm die Gabe entarteter Magie. Na’Ghara lässt ihn Vergangenheit und Zukunft als Teile desselben Zeitstroms wahrnehmen. In menschlicher Gestalt nähert sich Azebhur der jungen Adhan, die allein am Rand eines Waldes lebt. Durch Täuschung und dunkle Magie empfängt sie ein Kind. Als Adhan erkennt, was ihr widerfahren ist, sucht sie den Einsiedler Blaise auf. Der alte Priester nimmt sie bei sich auf, betet mit ihr viele Nächte lang zu den Göttern des Echinon-Pantheons und bereitet sich mit ihr auf die Geburt vor. In der Nacht, in der der Knabe zur Welt kommt, zieht ein schwerer Sturm über den Wald. Darokh schleudert Blitze gegen die Kapelle, doch Blaise tauft das Kind noch vor Sonnenaufgang. Dadurch verlieren die Mächte des Vwargol-Pandämoniums ihren Anspruch auf seine Seele. Die Gaben, die sie ihm verliehen haben, bleiben jedoch bestehen. Adhan gibt ihrem Sohn den Namen Merlin.

um 445 – Britannien: Merlin begegnet dem gelehrten Dichter und Barden Telgesinus. Zu dieser Zeit ist Merlin teilweise dem Wahnsinn verfallen, da er seine Kräfte noch nicht beherrscht. Telgesinus wird zu einem engen Freund und wichtigen Gesprächspartner. Er berichtet Merlin von den Gesetzen der Natur, dem Aufbau des Kosmos und der verborgenen Insel Avalon. Mithilfe seiner Bardenmagie gelingt es ihm, Merlins Geist zu beruhigen und ihm dabei zu helfen, die Kontrolle über sich selbst zurückzugewinnen. Durch Telgesinus’ Wissen angeregt, beginnt Merlin, sich eingehend mit Magie zu beschäftigen. Dabei gerät er zunehmend unter den Einfluss der kosmischen Macht Esper. Schließlich schwört er, die Welt von den dunklen Mächten der Nagoch zu befreien.

um 450 – Britannien: Merlin findet Aufzeichnungen der Menedat.

DAS FRÜHMITTELALTER

Mit dem Untergang des Weströmischen Reiches zerbricht die alte Ordnung. Straßen verfallen, Städte verlieren Einwohner und neue Königreiche entstehen. In den Ruinen leben Räuber, Untote und Kreaturen, während Menschen und Andersvölker um Land und Schutz kämpfen.

 

um 450 bis 470 – Britannien: Aurelius Ambrosius und sein Bruder Uther wachsen im Exil auf. Der Usurpator Vortigern herrscht über Britannien und hat sächsische Krieger ins Land gerufen. Aurelius und Uther kehren mit einem Heer zurück. Sie besiegen Vortigerns Anhänger und führen Krieg gegen Hengist und Horsa. Merlin dient Aurelius als Seher und Ratgeber. Schüler Sardras Kharkoms versuchen, an sein Wissen über die Menedat und ihre Portale zu gelangen. Merlin verweigert ihnen jedoch jede Zusammenarbeit.

um 464 – Cornwall: Morgana wird als Tochter Igraines und Gorlois’ geboren. Schon früh zeigt sie Begabung für Heilkunst, Weissagung und verbotene Magie. Stück für Stück wird sie durch die dunkle Macht Themokh’Thar korrumpiert.

um 465 – Britannien und Irland: Aurelius lässt für ermordete britische Adlige ein Grabmal errichten. Auf Merlins Rat werden dafür die Steine des sogenannten Tanzes der Riesen aus Irland nach Britannien gebracht und auf der Salisbury-Ebene aufgestellt.

um 470 – Britannien: Aurelius wird vergiftet. Ein Komet erscheint am Himmel und sieht für kurze Zeit aus wie ein roter Drache. Uther besteigt den Thron und nimmt den Namen Pendragon an. Merlin sieht in Uther den Lichtbringer, nach dem er schon so lange gesucht hat, um die Welt von den dunklen Mächten der Nagoch zu befreien.

um 475 – Cornwall: Uther begehrt Igraine, die Gemahlin des Herzogs Gorlois. Er führt Krieg gegen den Herzog. Merlin verleiht Uther die Gestalt des Gorlois, sodass er nach Tintagel gelangt. In derselben Nacht fällt Gorlois im Kampf. Aus der Verbindung Uthers und Igraines wird Artus gezeugt.

um 476 – Britannien: Uther heiratet Igraine. Morgause, Elaine und Morgana werden Artus’ Halbschwestern. Uther verbietet Magie und macht Andersvölker für viele Schrecken des Landes verantwortlich. Merlin erkennt seinen Irrtum: Uther ist nicht der Lichtbringer, der die Welt von den Nagoch befreien wird. Er bringt Artus zu Ritter Ector, der ihn verborgen aufzieht.

476 – Weströmisches Reich: Odoaker setzt Romulus Augustulus ab. Das Weströmische Reich endet.

um 490 – Britannien: Uther wird durch vergiftetes Wasser getötet. Merlin bringt dessen Schwert in eine Schmiede und stößt es durch einen Amboss in den darunterliegenden Stein. Wer die Klinge herausziehen kann, soll als rechtmäßiger König gelten.

um 492 bis 494 – Britannien: Der Zwergenschmied Durgan schmiedet im Auftrag Nymues ein Schwert aus Mythernium. Nymue nennt es Excalibur und bewahrt es mit seiner Scheide in ihrem Reich unter einem See auf.

um 500 – Britannien: Artus zieht Uthers Schwert aus Stein und Amboss. Merlin offenbart seine Herkunft. Artus wird als König anerkannt. Merlin glaubt, endlich den wahren Lichtbringer gefunden zu haben.

um 500 bis 519 – Beowulfs Jugend: Beowulf wird um das Jahr 500 als Sohn Ecgtheows und einer Tochter König Hrethels geboren. Durch seine Mutter gehört er zur königlichen Familie der Geaten. Nachdem Ecgtheow durch die Tötung eines Mannes eine Blutfehde ausgelöst hat, zahlt der dänische König Hrothgar das geforderte Wergeld und beendet den Streit. Beowulf wächst daher mit dem Wissen auf, dass seine Familie Hrothgar großen Dank schuldet. Im Alter von sieben Jahren wird Beowulf an den Hof seines Großvaters Hrethel gebracht und von diesem wie ein eigener Sohn erzogen. Obwohl er zunächst als wenig vielversprechend gilt, besitzt er außergewöhnliche Kraft, Ausdauer und Mut, die seiner königlichen Blutlinie zugeschrieben werden. Der erfahrene Monsterjäger Ealdgrim wird sein Mentor und übernimmt seine Ausbildung. Ealdgrim entstammt einer alten Monsterjägerfamilie, deren Ahnen einst vom verschollenen Kontinent Mythandria nach Nordeuropa gelangten. Er lehrt Beowulf den Kampf gegen Riesen, Ungeheuer und andere Kreaturen der Finsternis. Beowulf wächst in einer Gesellschaft auf, in der Tapferkeit, Treue und der Ruhm großer Taten als höchste Tugenden gelten. Schon in jungen Jahren erschlägt er mehrere finstere Kreaturen. Während eines Schwimmwettkampfes mit Breca wird er auf das offene Meer hinausgetrieben und von Ungeheuern angegriffen. Beowulf tötet neun der Kreaturen und erreicht schließlich das Ufer. Später tritt er in den Dienst seines Onkels Hygelac, der König der Geaten wird.

um 502 – Caerleon: Morgause kommt an Artus’ Hof. Beide wissen nicht, dass sie Halbgeschwister sind. Aus ihrer Verbindung wird Mordred geboren.

um 502 – Britannien: König Pellinore zerbricht Uthers Schwert im Zweikampf. Merlin führt Artus danach zu Nymue, der Herrin vom See. Sie übergibt ihm Excalibur und die Scheide, die schweren Blutverlust verhindert.

um 502 – Britannien: Merlin prophezeit, dass ein in diesem Jahr geborenes Kind Artus und sein Reich vernichten werde. Artus lässt die an einem bestimmten Maitag geborenen Knaben auf ein Schiff bringen. Das Schiff geht unter. Mordred überlebt.

um 503 – Camelot: Artus lässt Camelot errichten. Menschen und verbündete Andersvölker arbeiten gemeinsam am Bau der Festung, die zum Sitz des Königs und der Tafelrunde wird. Nach dem Vorbild des Asthari-Kriegerbundes, der einst auf dem sagenumwobenen Kontinent Mythandria gegen die Nagoch kämpfte, sollen die Ritter der Tafelrunde den dunklen Mächten entgegentreten und die Anhänger der hellen Mächte vor ihnen schützen.

um 505 – Camelot: Artus heiratet Guinevere und erhält von König Leodegrance die Tafelrunde.

um 508 – Schloss Pellam: Balin verfolgt den unsichtbaren Ritter Garlon und tötet ihn. König Pellam greift Balin an. Balin verwundet Pellam mit einer heiligen Lanze. Der Schmerzensschlag bringt Teile der Burg zum Einsturz und verwüstet das umliegende Land.

um 508 bis 520 – Dänemark: König Hrothgar lässt die prächtige Halle Heorot errichten, in der er mit seinen Kriegern lautstarke Feste feiert. Das Ungeheuer Grendel wird vom Lärm der Halle angezogen und greift Heorot zwölf Jahre lang immer wieder bei Nacht an. Zahlreiche dänische Krieger werden getötet, ohne dass jemand Grendel besiegen kann. 

um 510 – Camelot: Lancelot wird in die Tafelrunde aufgenommen. Zwischen ihm und Guinevere entsteht eine verbotene Beziehung.

um 511 – Corbenic: Elaine nimmt mit Hilfe einer Zauberin Guineveres Gestalt an und täuscht Lancelot. Aus der Verbindung wird Galahad geboren.

516 – Badon: Artus besiegt ein großes sächsisches Heer. Nymue verwendet später Merlins eigenes Wissen gegen ihn und schließt ihn in einem multitemporalen Gefängnis ein.

um 520 – Dänemark: Als Beowulf von der Not der Dänen erfährt, beschließt er, König Hrothgar zu Hilfe zu kommen und damit dessen frühere Unterstützung für seinen Vater zu vergelten. Mit vierzehn geatischen Gefährten segelt er nach Dänemark und erreicht die Halle Heorot. Dort erklärt er, Grendel ohne Schwert entgegentreten zu wollen, da auch das Ungeheuer keine Waffe trägt. In der folgenden Nacht greift Grendel die Halle erneut an. Beowulf stellt sich ihm im Zweikampf und reißt ihm mit seiner gewaltigen Kraft einen Arm aus. Grendel flieht tödlich verwundet in sein Versteck und stirbt. Hrothgar lässt Beowulfs Sieg feiern und den abgetrennten Arm als Zeichen seines Triumphes in Heorot ausstellen. Kurz darauf dringt Grendels Mutter in die Halle ein, um den Tod ihres Sohnes zu rächen. Sie tötet einen von Hrothgars engsten Gefährten und zieht sich in ein verborgenes Gewässer zurück. Beowulf folgt ihr bis in ihre Höhle unter dem See. Seine eigene Waffe versagt im Kampf, doch er findet dort ein gewaltiges Schwert, mit dem er Grendels Mutter erschlägt. Danach trennt er auch dem toten Grendel den Kopf ab und kehrt mit ihm nach Heorot zurück. Beowulf wird reich beschenkt und kehrt als berühmter Monsterjäger nach Gautenland zurück.

um 524 – Britannien: Morgana entwendet Excalibur und die Scheide. Sie übergibt das Schwert ihrem Geliebten Accolon, der Artus töten soll. Nymue greift ein. Artus besiegt Accolon und erhält Excalibur zurück. Morgana wirft die Scheide in einen See.

um 525 – Gautenland: Nach dem Tod Hygelacs und seines Nachfolgers Heardred übernimmt Beowulf die Herrschaft über die Geaten. Während seiner langen Regierungszeit schützt er das Reich vor menschlichen Feinden und übernatürlichen Kreaturen.

um 526 – Britannien: Mordred tötet Lamorak in einem Hinterhalt, an dem auch mehrere seiner Halbbrüder beteiligt sind.

um 528 bis 532 – Die Gralssuche: Galahad nimmt den Gefährlichen Sitz an der Tafelrunde ein. Der Heilige Gral erscheint den Rittern, woraufhin sie ihre Suche beginnen. Viele Ritter sterben oder kehren nicht zurück. Galahad, Percival und Bors erreichen Sarras. Galahad schaut die Geheimnisse des Grals und stirbt. Percival lebt danach als Einsiedler. Bors kehrt allein nach Camelot zurück.

um 533 – Cornwall: König Mark überrascht Tristan bei Isolde und verwundet ihn tödlich. Isolde stirbt kurz nach ihm.

um 535 – Britannien und Gallien: Agravain und Mordred stellen Lancelot und Guinevere eine Falle. Lancelot entkommt und tötet Agravain sowie mehrere Ritter. Guinevere wird zum Tod verurteilt. Lancelot befreit sie und tötet dabei Gareth und Gaheris. Gawain verlangt Krieg gegen Lancelot. Artus zieht nach Gallien und überlässt Mordred die Herrschaft über Britannien. Mordred erklärt Artus für tot, lässt sich zum König krönen und versucht, Guinevere zur Heirat zu zwingen.

536 – Europa und Asien: Ein dichter Schleier verdunkelt den Himmel. Die Temperaturen sinken, Ernten fallen aus und Hungersnöte breiten sich aus.

537 – Camlann: Artus kehrt nach Britannien zurück. Während Friedensverhandlungen führt ein Missverständnis zur Schlacht. Artus tötet Mordred, wird jedoch selbst tödlich verwundet. Bedivere wirft Excalibur in einen See. Eine Hand nimmt das Schwert an sich. Morgana und mehrere Königinnen bringen Artus nach Avalon.

541 bis 549 – Byzantinisches Reich: Die Justinianische Pest breitet sich von Ägypten über den Mittelmeerraum aus. Ganze Ortschaften werden entvölkert. Die große Zahl unbestatteter Toter begünstigt Nekromanten und Wiedergänger.

um 556 – Reich König Hjalpreks: Hjördis bringt Sigurd zur Welt. Der Schmied Regin zieht ihn auf.

um 570 – Gautenland: Viele Jahre nach seinen Kämpfen gegen Grendel und dessen Mutter herrscht der gealterte Beowulf als König über die Geaten. Ein Jünger Sardras’ dringt auf der Gnitaheide in den Hort des Lindwurms Fafnir ein, entwendet den kostbaren Kelch des ewigen Blutes, eines der zehn Rhu-Artefakte des Dras-Königs, und flieht nach Gautenland. Dort sucht er Schutz in Beowulfs Königshalle. Fafnir folgt seiner Spur und verwüstet auf der Suche nach dem gestohlenen Gegenstand mehrere Siedlungen. Er tötet den Flüchtling, nimmt den Kelch wieder an sich und setzt Beowulfs Königshalle in Brand. Obwohl er bereits ein hohes Alter erreicht hat, beschließt Beowulf, den Lindwurm selbst zu stellen. Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe von Kriegern zieht er Fafnir entgegen. Als das Ungeheuer angreift, fliehen die meisten seiner Begleiter. Nur der junge Wiglaf bleibt an der Seite seines Königs. Beowulfs Schwert vermag Fafnirs Schuppenpanzer nicht zu durchdringen und sein Schild hält dem Feuer des Lindwurms nur kurze Zeit stand. Mit Wiglafs Hilfe gelingt es ihm dennoch, Fafnir schwer zu verwunden. Bevor Beowulf ihm den tödlichen Schlag versetzen kann, trifft ihn der Lindwurm mit seinen giftigen Zähnen und zieht sich aus Gautenland zurück. Beowulf erliegt wenig später dem Gift. Die Geaten errichten ihrem König an der Küste einen gewaltigen Grabhügel. Fafnir kehrt mit dem Kelch des ewigen Blutes zur Gnitaheide zurück und bewacht weiterhin den verfluchten Hort.

um 571 – Nordeuropa: Regin erzählt Sigurd vom Hort seines Ziehbruders Fafnir: „Fafnir stammte ursprünglich vom verschollenen Kontinent Mythandria und trug einst den Namen Araslan. Als letzter Prinz der verfolgten Fafnir-Sippe floh er gemeinsam mit wenigen Überlebenden und dem Zwerg Alberich Andwarison durch den Nebel der Zeit in die normale Welt. Alberich, der Anno Terroris nur noch Andwari genannt wurde, brachte den Ring Andwaranaut und einen großen Teil des Bernsteinhorts der Nibelungen mit sich. Der Bernsteinhort war über Jahrhunderte mithilfe Andwaranauts zusammengetragen worden. Zu ihm gehörten Gold, Edelsteine, zahlreiche Werke zwergischer Schmiedekunst und der Kelch des ewigen Blutes, eines der zehn Rhu-Artefakte des Dras-Königs. Durch die Macht des Ringes war der Schatz bereits von Nihil korrumpiert. Nach seiner Ankunft in Nordeuropa nahm mein Vater Hreidmar Araslan bei sich auf. Araslan legte seinen alten Namen ab, nannte sich fortan Fafnir und wurde zum Ziehbruder Otrs und mir. Als Loki Otr tötete, der die Gestalt eines Otters angenommen hatte, verlangte Hreidmar als Wergeld so viel Gold, dass Otrs Haut vollständig damit gefüllt und bedeckt werden konnte. Loki zwang Andwari daraufhin, den von ihm gehüteten Schatz und den Ring Andwaranaut herauszugeben. Andwari belegte das Gold und den Ring mit einem weiteren Fluch: Jeder, der den Schatz an sich brachte, sollte von Habgier, Misstrauen und Verrat überwältigt werden. Hreidmar nahm das Wergeld dennoch an sich. Unter dem Einfluss Andwaranauts, des Fluches und seiner eigenen Gier tötete Fafnir unseren Vater und brachte den gesamten Schatz in seine Gewalt. Als Nachfahre eines königlichen Drakoniergeschlechts besaß er die angeborene Fähigkeit, sich in einen riesigen Drachen zu verwandeln. Er nahm die Gestalt eines gewaltigen Lindwurms an und zog sich mit dem Hort auf die Gnitaheide zurück. Unter den Menschen wurde der aus Mythandria gerettete Bernsteinhort fortan als Nibelungenhort bekannt.“

um 573 – Reich König Hjalpreks: Regin schmiedet aus Sigmunds Schwertbruchstücken die Klinge Gram.

um 575 – Gnitaheide: Sigurd gräbt eine Grube in Fafnirs Weg und stößt Gram in dessen Leib. Fafnir warnt ihn vor dem Fluch des Hortes. Regin fordert Sigurd auf, Fafnirs Herz zu braten. Als Sigurd das Blut kostet, versteht er die Sprache der Vögel. Sie warnen ihn vor Regins Verrat. Sigurd tötet Regin und nimmt den Hort an sich.

um 576 – Hindarfjall: Sigurd findet die schlafende Walküre Brynhild und erweckt sie. Beide versprechen einander die Ehe.

um 578 – Reich der Gjukungen: Grimhild gibt Sigurd einen Trank, durch den er Brynhild vergisst. Sigurd heiratet Gudrun und schließt Blutsbrüderschaft mit Gunnar und Högni.

um 579 – Hindarfjall: Gunnar will Brynhild heiraten, kann den Feuerwall um sie jedoch nicht durchreiten. Sigurd nimmt Gunnars Gestalt an, überwindet das Feuer und gewinnt Brynhild für ihn.

um 581 – Reich der Gjukungen: Gudrun offenbart Brynhild den Betrug. Brynhild verlangt Sigurds Tod. Gunnar und Högni dürfen Sigurd wegen ihrer Blutsbrüderschaft nicht selbst töten. Sie bringen Gutthorm dazu, den Mord zu begehen.

um 582 – Reich der Gjukungen: Gutthorm verwundet Sigurd tödlich. Sigurd tötet ihn mit Gram. Brynhild nimmt sich danach das Leben und wird mit Sigurd verbrannt.

um 583 – Reich der Gjukungen: Nach Sigurds Tod bringen Gunnar und Högni den Nibelungenhort an sich. Der Schatz umfasst noch immer das von Andwari verfluchte Gold des Bernsteinhorts, den Ring Andwaranaut und den Kelch des ewigen Blutes. Aus Furcht vor dem Fluch des Hortes und vor den Ansprüchen fremder Herrscher schaffen die Brüder den Schatz aus ihrem Reich fort und verbergen ihn an einem geheimen Ort. Nur Gunnar und Högni kennen den Weg zu seinem Versteck.

um 585 bis 592 – Gudrun und Atli: Gudrun wird gegen ihren Willen mit Atli verheiratet. Atli erfährt, dass Gunnar und Högni den Nibelungenhort nach Sigurds Tod an sich gebracht und an einem geheimen Ort verborgen haben. Um das Versteck zu erfahren, lädt er beide Brüder unter einem Vorwand an seinen Hof. Gunnar und Högni werden gefangen genommen. Högni wird bei lebendigem Leib das Herz herausgeschnitten. Gunnar verrät den Aufenthaltsort des Schatzes dennoch nicht. Atli lässt ihn daraufhin in eine Schlangengrube werfen, wo er stirbt. Mit dem Tod der beiden Brüder geht das Wissen um das Versteck des Nibelungenhortes verloren. Gudrun tötet später ihre gemeinsamen Söhne, setzt Atli ihre Herzen als Speise vor und erschlägt ihn mit Högnis Sohn Hniflung. Danach wird die Halle verbrannt.

um 593 bis 611 – Das Ende der Gjukungen: Gudrun heiratet König Jonakr. Ihre Tochter Svanhild wird mit König Jörmunrek verheiratet. Nach einer Verleumdung lässt Jörmunrek Svanhild von Pferden zu Tode treten. Gudrun schickt ihre Söhne Hamdir, Sörli und Erp zur Rache. Hamdir und Sörli töten Erp unterwegs. Sie verwunden Jörmunrek schwer, können ihn ohne Erps Hilfe jedoch nicht töten. Jörmunreks Männer erschlagen beide mit Steinen.

um 600 – Europa: Nach dem Untergang Camelots und anderer Schutzorte ziehen sich viele Andersvölker aus den menschlichen Reichen zurück. Andere bleiben in abgelegenen Siedlungen oder leben unter Menschen, ohne ihre Herkunft offen zu zeigen.

um 620 – Mitteleuropa: Die Dras’Shar zerstören mehrere Zufluchtsorte der Arkanen Krieger und erbeuten dabei den Taura’Tavar des Dras-Königs, Mordekhais schweren Kampfstab. Der Stab besteht aus dunklem Metall und trägt an seinem oberen Ende eine gespaltene Klinge. Sardras erfährt von dem Transport und lässt die Dras’Shar überfallen. Nach einem blutigen Kampf fällt der Taura’Tavar in seine Hände. Sardras besitzt nun sechs Artefakte.

um 650 – Europa und Vorderasien: Die Arkanen Jäger verstärken ihre Verfolgung der Rhu-Asketen. Der Orden zerfällt in voneinander unabhängige Gruppen.

um 690 – Balkanraum: Arkane Jäger spüren einen Sardras-Zirkel auf und vernichten dessen Zuflucht. Taura’Tavar wird beschlagnahmt und an einen unbekannten Ort gebracht. Sardras besitzt danach nur noch fünf Rhu-Artefakte und lässt jahrzehntelang nach dem verlorenen Kampfstab suchen.

um 700 – Europa: Albtraumlinge werden in abgelegenen Gegenden gesichtet. Einige leben allein, andere in kleinen Gemeinschaften.

732 – Frankenreich: Karl Martell besiegt bei Tours und Poitiers ein aus dem Süden vorgedrungenes Heer.

778 – Roncesvalles: Die Nachhut des fränkischen Heeres wird in den Pyrenäen aufgerieben. Roland fällt mit seinen Gefährten.

793 – Lindisfarne: Nordische Krieger überfallen das Kloster und töten zahlreiche Bewohner. Der Angriff gilt als Beginn der großen Wikingerüberfälle.

800 – Rom: Papst Leo III. krönt Karl den Großen zum Kaiser.

845 – Paris: Eine Wikingerflotte fährt die Seine hinauf und belagert die Stadt. König Karl der Kahle erkauft ihren Abzug mit Silber.

845 – Nördliches Frankenreich: Nordische Krieger plündern ein Kloster und nehmen einen kleinen Gegenstand aus dunklem Metall mit sich. Jahre später gelangt er über Händler an einen Mittelsmann Sardras’. Es handelt sich um das Arkon des Dras-Königs, einen würfelförmigen Gegenstand, dessen Flächen mit feinen, verschiebbaren Zeichen bedeckt sind. Sardras besitzt wieder sechs Rhu-Artefakte.

962 – Rom: Otto I. wird zum Kaiser gekrönt.

DAS HOCHMITTELALTER

Bevölkerung und Handel wachsen. Burgen, Klöster, Kathedralen und Städte entstehen. Neue Herrschaften dringen in Wälder, Gebirge und alte Ruinen vor, in denen Andersvölker und Kreaturen leben.

 

um 1000 – Europa: Die Erwartung eines nahen Weltendes führt zu religiöser Unruhe. Berichte über geöffnete Gräber und nächtliche Erscheinungen nehmen zu.

um 1005 – Skandinavien: Mit der Christianisierung werden alte Heiligtümer zerstört oder umgewandelt. Draugar greifen Grabräuber und Plünderer an.

um 1010 – Siebenbürgen: In einem abgelegenen Teil der Karpaten wird die Scholomance als geheime Schule für Magie, Alchemie, Wetterkunde und Totenbeschwörung gegründet. Zu ihren ersten Lehrern gehören ehemalige Schüler Sardras Kharkoms. In den unterirdischen Bibliotheken der Schule werden Abhandlungen über Schwarze Elemente, die Trennung von Körper und Rhu, das Nosferatu-Ritual sowie die Rückkehr Verstorbener gesammelt. Der Überlieferung zufolge werden jeweils zehn Schüler aufgenommen, doch nur neun dürfen die Schule wieder verlassen. Der zehnte bleibt zurück und dient fortan dem unbekannten Herrn der Scholomance.

1014 – Kleidon: Kaiser Basileios II. besiegt das bulgarische Heer und lässt Tausende Gefangene blenden.

um 1030 – Nordsee: Seeleute berichten von gewaltigen Kraken und anderen großen Meereswesen.

1054 – Rom und Konstantinopel: Gegenseitige Exkommunikationen vertiefen die seit Langem bestehende Trennung zwischen der westlichen und der östlichen Kirche.

1066 – England: Harald Godwinson besiegt Harald Hardråda bei Stamford Bridge. Wenig später unterliegt er Wilhelm von der Normandie bei Hastings. Wilhelm wird König von England.

um 1080 – Mitteleuropa: Berichte über Lykanthropen häufen sich. Geistliche, Alchemisten und Jäger sammeln Hinweise auf Verwandlungen und mögliche Gegenmittel. Zahlreiche Unschuldige werden dabei ebenfalls verfolgt.

1095 bis 1099 – Erster Kreuzzug: Papst Urban II. ruft zum Kreuzzug auf. Ritter, Bauern und Geistliche ziehen nach Osten. Auf dem Weg werden jüdische Gemeinden und andere Minderheiten angegriffen. Hunger und Seuchen fordern zahlreiche Opfer. Die Kreuzfahrer nehmen Antiochia ein und erobern 1099 Jerusalem. Nach der Einnahme der Stadt wird ein großer Teil der Bevölkerung getötet.

1099 – Jerusalem: Nach der Eroberung der Stadt öffnen Kreuzfahrer ein versiegeltes Gewölbe unter einem verlassenen Heiligtum. Im Inneren finden sie eine steinerne Urne. Mehrere Männer sterben während der Bergung oder verschwinden spurlos. Die Überlebenden halten das Gefäß für eine heidnische Reliquie und bringen es nach Europa. Ein Grabräuber bietet Sardras’ Schülern später einen schmalen schwarzen Ring an, der sich in der Urne befand und der angeblich eines der beiden Ringartefakte Mordekhais sein soll. Sardras hält den Ring zunächst für das siebte Fragment. Erst Jahre später erkennt er, dass es sich um eine meisterhafte Fälschung des Vwargol-Rings handelt. Sardras besitzt weiterhin nur sechs echte Artefakte.

um 1100 – Europa: In zahlreichen Regionen wird von der Wilden Jagd berichtet. Je nach Überlieferung wird sie von Odin, einer bleichen Frau, einem verfluchten König oder einem namenlosen Jäger angeführt.

1119 – Jerusalem: Der Templerorden wird gegründet, um Pilger und die Straßen des Heiligen Landes zu schützen. Innerhalb des Ordens entsteht ein geheimer Kreis, der gefährliche Reliquien, verbotene Schriften und übernatürliche Artefakte sichern soll. Zu den verwahrten Gegenständen gehört der Vwargol-Ring Mordekhais. Als die Lage im Heiligen Land unsicherer wird, bringen die Templer das Artefakt nach Europa. Jahrzehnte später gelangt es in das Archiv der Arkanen Krieger auf Montségur.

um 1150 bis 1180 – Melusine: Raimondin begegnet an einer Quelle Melusine. Sie verspricht ihm Reichtum und Land, wenn er sie an Samstagen niemals beobachtet. Beide heiraten und bekommen mehrere Kinder. Raimondin bricht sein Versprechen und sieht Melusines schlangen- oder drachenartigen Unterleib. Als er sie später öffentlich beschimpft, verlässt sie ihn.

1165 – Europa und der Ferne Osten: An mehreren europäischen Herrscherhöfen verbreitet sich ein Brief des Priesterkönigs Johannes. Darin wird ein mächtiges christliches Reich im Osten beschrieben, in dem Menschen und Andersvölker gemeinsam leben und uraltes Wissen bewahrt wird. Dieses Reich existiert tatsächlich. Es wurde von Flüchtlingen gegründet, die während der vergangenen Jahrhunderte vor Kriegen, Verfolgungen und den Dras’Shar aus den menschlichen Ländern geflohen waren. Einer der letzten Arkanen Krieger schützt das verborgene Land und führt verfolgte Menschen und Andersvölker dorthin. Die im Brief genannten Flüsse, Städte und Reiserouten sind absichtlich verfälscht, damit weder Eroberer noch die Diener der Nagoch das Reich finden können. Könige und Geistliche entsenden daraufhin Gesandte in den Osten, doch keiner von ihnen erreicht den Hof des Priesterkönigs.

1170 – Canterbury: Thomas Becket wird in der Kathedrale ermordet. Sein Grab wird zu einem bedeutenden Wallfahrtsort.

um 1180 – Frankreich: Chrétien de Troyes beginnt die Geschichte von Perceval und dem Gral, vollendet sie jedoch nicht.

1187 – Heiliges Land: Saladin besiegt das Kreuzfahrerheer bei Hattin und erobert Jerusalem zurück.

1189 bis 1192 – Dritter Kreuzzug: Richard Löwenherz, Philipp II. und Friedrich Barbarossa ziehen in den Osten. Barbarossa ertrinkt 1190 im Fluss Saleph. Danach entsteht die Sage, er schlafe in einem Berg und werde eines Tages zurückkehren.

um 1190 bis 1250 – Robin Hood: In England verbreiten sich Geschichten über einen Geächteten, der mit seinen Gefährten in den Wäldern lebt, königliche Beamte bekämpft und den Besitz Reicher raubt. Mehrere historische Gestalten fließen in die spätere Sage ein.

1204 – Konstantinopel: Kreuzfahrer erobern und plündern die Stadt. Neben Reliquien, Kunstwerken und antiken Handschriften werden auch mehrere verborgene Archive geöffnet. In einem davon befinden sich Aufzeichnungen über die Arkanen Krieger, die Dras’Shar und die Menedat. Die Schriften werden auseinandergerissen und über Europa verteilt. Einige gelangen in Klöster und Gelehrtenschulen, andere in die Hände von Sardras’ Zirkeln. Zwischen antiken Handschriften und versiegelten Reliquien befindet sich auch der Handschuh des Nekromanten, ein gepanzerter Handschuh aus ineinandergreifenden schwarzen Metallplatten. Ein Angehöriger von Sardras’ Zirkel kauft ihn einem Kreuzfahrer ab und bringt ihn aus der Stadt. Sardras besitzt nun sieben Rhu-Artefakte.

1209 bis 1229 – Albigenserkreuzzug: Der Krieg gegen die Katharer verwüstet Südfrankreich. Burgen und Dörfer werden zerstört.

1212 – Europa: Tausende junge Menschen schließen sich dem sogenannten Kinderkreuzzug an. Viele sterben, werden verkauft oder verschwinden unterwegs.

1215 – England: König Johann erkennt die Magna Carta an.

1220 bis 1240 – Europa: Universitäten, Klöster und Übersetzerschulen sammeln antike und arabische Schriften über Medizin, Philosophie, Astronomie und Alchemie. Unter ihnen befinden sich auch Texte über Andersvölker, Dämonen, Wiedergänger und die Artefakte der Menedat. Viele Abschriften sind unvollständig oder fehlerhaft. Tatsächliche Erkenntnisse werden mit religiösen Vorstellungen, Gerüchten und erfundenen Berichten vermischt. Aus diesen Sammlungen entstehen später sowohl die Handbücher der Monsterjäger als auch Werke, mit denen Inquisitoren und Hexenjäger ihre Verfolgungen rechtfertigen.

1241 – Mitteleuropa: Mongolische Heere besiegen europäische Ritterverbände.

1244 – Montségur: Nach langer Belagerung fällt die Burg Montségur. Unter den Bewohnern befinden sich Angehörige einer alten Monsterjägerfamilie und Bewahrer eines kleinen Archivs der Arkanen Krieger, denen die Katharer Zuflucht gewährt haben. In der Nacht vor der Übergabe verlassen mehrere Personen heimlich die Festung und bringen einen Teil der Schriften fort. Die übrigen Aufzeichnungen werden verbrannt oder von den Belagerern beschlagnahmt. Niemand weiß, welche Texte gerettet wurden und welche später in die Hände der Dras’Shar gelangten. Auch der Vwargol-Ring Mordekhais wurde hier verwahrt. Ein Diener Sardras’ erfährt von einem geheimen Fluchtweg und fängt die Bewahrer des Artefakts ab. Sardras erhält damit sein achtes Rhu-Artefakt.

1271 bis 1295 – Die Reisen Marco Polos: Marco Polo reist gemeinsam mit seinem Vater und seinem Onkel durch Vorder- und Zentralasien bis an den Hof Kublai Khans. Unterwegs begegnet er Händlern, die von verborgenen Siedlungen in entlegenen Gebirgen berichten, deren Bewohner außergewöhnliche Waffen und Werkzeuge schmieden, aber keinen Fremden in ihre Heimat lassen. In China hört Marco Polo zudem Gerüchte über einen bleichen Herrscher, der seit Jahrhunderten nicht gealtert sei und in einem versiegelten Palast unter der Erde lebe. Einige Gelehrte bringen diese Erzählungen mit dem Grabmal Qin Shihuangdis und den Unsterblichkeitsexperimenten seiner Alchemisten in Verbindung. Marco Polo erwähnt diese Berichte später nur am Rande. Seine Zuhörer halten sie für Übertreibungen oder Fabeln.

1284 – Hameln: Ein fremder Spielmann befreit die Stadt von einer Rattenplage. Als die Bürger den Lohn verweigern, führt er zahlreiche Kinder fort. Ihr Schicksal bleibt unbekannt.

DAS SPÄTMITTELALTER

Kriege, Hungersnöte und Seuchen erschüttern die bestehenden Ordnungen. Geschichten über Wiedergänger, Hexen, verfluchte Ritter und verschwundene Siedlungen verbreiten sich.

 

1307 bis 1314 – Untergang der Templer: König Philipp IV. lässt zahlreiche Templer verhaften. Geständnisse werden unter Folter erzwungen. Der Orden wird aufgelöst. Jacques de Molay wird 1314 verbrannt.

1315 bis 1317 – Nördliches Europa: Anhaltender Regen vernichtet Ernten und erschwert die Aussaat. Getreidepreise steigen, Vieh verendet und in vielen Regionen beginnt eine schwere Hungersnot. Die schlechte Ernährung schwächt die Bevölkerung noch Jahre vor dem Eintreffen der Pest.

1324 – Kilkenny: Alice Kyteler wird beschuldigt, ihre Ehemänner durch Zauberei getötet zu haben. Sie entkommt. Ihre Dienerin Petronilla de Meath wird gefoltert und verbrannt.

1337 bis 1453 – Frankreich und England: Im Hundertjährigen Krieg kämpfen beide Königshäuser um die französische Krone. Belagerungen, Plünderungen und wechselnde Bündnisse verwüsten große Teile Frankreichs. Söldnerverbände ziehen nach Waffenstillständen weiter durch das Land und überfallen Dörfer und Reisende.

1347 bis 1352 – Der Schwarze Tod: Die Pest erreicht Europa über die Handelswege. Ganze Ortschaften sterben aus. Schiffe treiben mit toten Besatzungen in die Häfen. Unbestattete Leichen ziehen Nekromanten und Totenkulte an. Während der Pest treten Nihil-Kulte als Bußgemeinschaften auf. Sie verbrennen Familienregister, zerstören Grabsteine und verbieten ihren Mitgliedern, die Namen Verstorbener auszusprechen. Arkane Krieger zerschlagen mehrere dieser Gemeinschaften.

1349 – Mitteleuropa: Juden, Fremde und Andersvölker werden beschuldigt, Brunnen vergiftet zu haben. Pogrome und Vertreibungen fordern weitere Opfer.

1349 – Mitteleuropa: Während des Schwarzen Todes nutzt einer von Sardras’ ältesten Schülern das allgemeine Chaos, um das Arkon des Dras-Königs zu stehlen. Er flieht unter falschem Namen und lässt alle Begleiter töten, die seine neue Identität kennen. Sardras besitzt danach wieder nur sieben Rhu-Artefakte und verfolgt den Verräter über mehrere Jahrzehnte.

1356 – Basel: Ein schweres Erdbeben zerstört große Teile der Stadt und löst Brände aus.

1362 – Nordseeküste: Eine Sturmflut verschlingt Dörfer und Landstriche. Auch Rungholt geht unter.

1374 – Westliches Europa: Menschen beginnen ohne erkennbaren Anlass zu tanzen. Manche brechen erst nach Tagen zusammen oder sterben.

1380 bis 1420 – Alpenraum und Mitteleuropa: In Chroniken häufen sich Berichte über Nachzehrer und andere Wiedergänger. Verdächtige Leichen werden ausgegraben, enthauptet oder verbrannt. Viele dieser Fälle beruhen auf Seuchenangst und Unkenntnis über Verwesung; einzelne Tote erheben sich jedoch tatsächlich erneut.

1381 – England: Bauern und Handwerker erheben sich gegen Steuern, Leibeigenschaft und die Herrschaft des Adels. Der Aufstand wird niedergeschlagen.

um 1400 – Europa, Nordafrika und Vorderasien: Sardras Kharkom hat seine natürliche Lebensspanne bereits um Jahrtausende überschritten. Mithilfe von Szalish-Elixieren, verbotener Alchemie, geraubter Lebenskraft und der Macht der Rhu-Artefakte des Dras-Königs ist es ihm immer wieder gelungen, den Verfall seines Körpers aufzuhalten. Doch jede Erneuerung wirkt kürzer als die vorherige. Seine Wunden heilen langsamer, sein Körper beginnt zu verfallen und selbst seine Erinnerungen werden zunehmend lückenhaft. Sardras erkennt, dass ihm nur noch wenig Zeit bleibt, denn er besitzt bisher nur sieben der zehn Rhu-Artefakte. Seine Zirkel durchsuchen Königsgräber, Klosterarchive, fürstliche Schatzkammern und die Ruinen der Menedat. 

1401 – Hamburg: Klaus Störtebeker und zahlreiche Gefährten werden hingerichtet. Der Sage nach geht sein enthaupteter Körper noch an mehreren Verurteilten vorbei.

1415 – Konstanz: Jan Hus wird als Ketzer verbrannt. Seine Hinrichtung trägt später zu den Hussitenkriegen bei.

1419 – Prag: Mehrere Ratsherren werden aus den Fenstern des Neustädter Rathauses geworfen. Die Hussitenkriege beginnen.

1421 – Böhmen: Während der Hussitenkriege wird ein befestigtes Kloster geplündert. In einem zugemauerten Gewölbe finden Angehörige eines Sardras-Zirkels das Arkon des Dras-Königs wieder, welches der abtrünnige Schüler dort verborgen hatte. Sardras erhält das Artefakt zurück und besitzt erneut acht Rhu-Artefakte.

1428 bis 1431 – Jeanne d’Arc: Jeanne erklärt, Stimmen heiliger Wesen hätten ihr befohlen, Frankreich zu helfen. Sie erreicht Orléans und unterstützt mehrere französische Siege. 1430 wird sie gefangen genommen und an die Engländer ausgeliefert. 1431 wird sie in Rouen als Ketzerin verbrannt.

um 1435 bis 1440 – Gilles de Rais: Auf den Besitzungen des Heerführers verschwinden zahlreiche Kinder. Diener berichten von alchemistischen Experimenten und Beschwörungen. Gilles de Rais wird wegen Mordes, Ketzerei und der Anrufung von Dämonen verurteilt und hingerichtet.

1438 bis 1470 – Europa: Der Buchdruck mit beweglichen Metalllettern verbreitet sich. Religiöse Schriften, Flugblätter, Prozessberichte und Sammlungen von Sagen können nun schneller vervielfältigt werden. Dadurch verbreiten sich auch Berichte über Hexerei, Vampyre und andere Kreaturen weit über ihren Ursprungsort hinaus.

1453 – Konstantinopel: Das Osmanische Reich erobert die Stadt. Gelehrte fliehen nach Westen und nehmen Handschriften aus antiken und byzantinischen Bibliotheken mit. Beim Fall der Stadt durchsuchen Sardras’ Schüler gezielt die Reste jener Archive, die während der Plünderung von 1204 unentdeckt geblieben waren. Unter einer alten Kirche entdecken sie den Taura’Tavar des Dras-Königs. Der Kampfstab war nach seiner Beschlagnahmung durch die Arkanen Jäger über mehrere geistliche Sammlungen nach Konstantinopel gelangt. Sardras besitzt nun neun der zehn Rhu-Artefakte.

VLAD DRACULEA

1431 – Schäßburg: Vlad, Sohn des walachischen Fürsten Vlad II. Dracul, wird geboren.

1442 – Osmanisches Reich: Vlad und sein Bruder Radu werden als Geiseln an den Hof Sultan Murads II. gebracht. Dort erhalten sie eine militärische und höfische Ausbildung.

1447 – Walachei: Vlads Vater und sein älterer Bruder Mircea werden getötet.

1448 – Walachei: Vlad besteigt mit osmanischer Unterstützung erstmals den Thron, wird jedoch nach kurzer Zeit vertrieben.

1455 bis 1471 – Europa und Vorderasien: Sardras setzt alle ihm zur Verfügung stehenden Kräfte ein, um das letzte Rhu-Artefakt zu finden. Seine Schüler durchsuchen Grabhügel, Klosterarchive, fürstliche Schatzkammern und die ehemaligen Reiche der Gjukungen. Aus alten Aufzeichnungen erfahren sie, dass der fehlende Kelch des ewigen Blutes einst zu Fafnirs Hort gehörte, von diesem nach seinem Kampf gegen Beowulf zurückgeholt wurde und später an Sigurd fiel. Nach dem Tod Sigurds, Gunnars und Högnis verliert sich jedoch jede verlässliche Spur des Nibelungenhortes. Sardras besitzt weiterhin nur neun Artefakte. Während sein Körper immer schneller verfällt, erkennt er, dass ihm nicht mehr genügend Zeit bleibt, den Kelch des ewigen Blutes zu finden.

1456 – Walachei: Vlad erobert den Thron zurück.

1457 – Târgoviște: Vlad lädt zahlreiche Bojaren zu einem Fest und beschuldigt sie, am Tod seines Vaters und seines Bruders beteiligt gewesen zu sein. Ein Teil der Gäste wird gepfählt, andere werden zur Arbeit an seinen Festungen gezwungen.

1459 – Walachei: Vlad verweigert dem osmanischen Sultan die weitere Tributzahlung und geht gewaltsam gegen Gegner und aufständische Städte vor.

1461 bis 1462 – Donaugebiet: Vlad greift osmanische Stellungen, Dörfer und Festungen an. Gefangene werden getötet oder gepfählt.

1462 – Walachei: Sultan Mehmed II. fällt mit einem großen Heer ein. Vlad lässt Dörfer räumen, Vorräte verbrennen und Brunnen vergiften. Bei einem Nachtangriff versucht er, den Sultan zu töten, erreicht jedoch das falsche Zelt.

1462 – Târgoviște: Das osmanische Heer stößt vor der Hauptstadt auf Tausende gepfählte Leichen. Mehmed zieht sich zurück und unterstützt Vlads Bruder Radu als Gegenherrscher.

1462 bis 1475 – Königreich Ungarn: Vlad wird von Matthias Corvinus festgesetzt. Während seiner Gefangenschaft verbreiten sich in Europa gedruckte Berichte über seine Grausamkeit.

1472 – Siebenbürgen: In einem verborgenen Gewölbe der Scholomance lässt Sardras die neun Rhu-Artefakte um sich aufstellen. Obwohl seine engsten Schüler ihn warnen, dass Mordekhais Macht ohne das zehnte Fragment nicht vollständig auf Sardras übertragen werden kann, beginnt er mit dem Konglomerat. Sardras will die in den Artefakten gebannte Macht nicht nutzen, um Mordekhai zurückzubringen, sondern um den Verfall seines eigenen Körpers endgültig zu überwinden. Als die Artefakte aktiviert werden, versuchen die Fragmente, sich nach dem ursprünglichen Rhu Mordekhais neu zu ordnen. Da das zehnte Fragment fehlt, gerät das Konglomerat völlig außer Kontrolle. Erinnerungen, Hass und Machtwille des ehemaligen Dras-Königs dringen in Sardras’ Geist ein. Er verliert den Verstand und beginnt, sich selbst für Mordekhai zu halten. Seine langjährigen Schüler erkennt er nicht mehr. Er beschuldigt sie des Verrats und tötet mehrere von ihnen.

1472 bis 1474 – Europa und Vorderasien: Während Sardras’ Wahnsinn immer heftiger wird, wenden sich führende Anhänger seiner Zirkel gegen ihn. Einige wollen verhindern, dass er das Konglomerat erneut in Gang setzt, andere begehren die Macht der Artefakte für sich selbst. Sie stehlen die neun Rhu-Artefakte, plündern Sardras’ Aufzeichnungen und fliehen in verschiedene Länder. Ohne die Artefakte verliert Sardras einen großen Teil seiner Macht. Sein Körper verfällt nun sichtbar, doch die jahrtausendelangen Veränderungen lassen ihn noch immer nicht sterben. Von Wahnvorstellungen verfolgt zieht er durch Europa. Er spricht mit Stimmen, die niemand sonst hören kann, und behauptet abwechselnd, Sardras oder Mordekhai zu sein.

1475 – Königreich Ungarn: Vlad wird freigelassen und nimmt erneut am Krieg gegen die Osmanen teil.

November 1476 – Walachei: Vlad erobert den Thron ein drittes Mal.

Dezember 1476 – Walachei: Vlad fällt im Kampf. Sein Kopf wird dem Sultan übersandt. Der Verbleib seines Körpers bleibt ungeklärt.

um 1476 – Karpaten: Anhänger Vlads führen das Nosferatu-Ritual durch und binden sein Rhu an den Leichnam. Vlad kehrt als Vampyr zurück.

1478 – Kastilien: Die Spanische Inquisition wird eingerichtet.

1484 – Rom: Papst Innozenz VIII. bestätigt die Verfolgung vermeintlicher Hexerei in Teilen des Heiligen Römischen Reiches.

1486 – Speyer: Heinrich Kramer veröffentlicht den Hexenhammer. Das Werk beeinflusst die folgenden Hexenverfolgungen.

1488 – Oberrhein: Ein ehemaliger Schüler verrät Sardras’ Aufenthaltsort an einen kirchlichen Inquisitor. Sardras wird in den Ruinen eines verlassenen Klosters gefangen genommen. Sein verwester Körper, seine alchemistischen Geräte und die unverständlichen Schriften in seinem Besitz gelten als Beweise für Hexerei, Totenbeschwörung und einen Pakt mit dem Teufel. Während der Verhöre nennt Sardras die Namen längst verstorbener Könige und beschreibt Ereignisse, die Jahrtausende zurückliegen. Die Inquisitoren halten seine Aussagen für dämonische Täuschungen. Sardras wird auf einem Hügel außerhalb der nächsten Ortschaft an einen Pfahl gebunden und verbrannt. Das Feuer brennt bis zum folgenden Morgen und färbt sich zeitweise schwarz. Erst als von seinem Körper nur noch Asche und verkohlte Knochen übrig sind, endet Sardras Kharkoms jahrtausendelanges Leben. Seine Asche verbindet sich mit dem Boden zu einer schwarzen, glasartigen Kruste, auf der nichts mehr wächst. Tiere meiden den Hügel und selbst an warmen Tagen liegt ein Geruch nach verbranntem Fleisch in der Luft. Menschen, die sich längere Zeit dort aufhalten, hören eine Stimme und sehen verstörende Visionen. Mehrere Geistliche, die den Ort reinigen wollen, verschwinden oder werden später verstümmelt aufgefunden. Schließlich lässt die Kirche den Hügel ummauern und alle Berichte über Sardras’ Hinrichtung unter Verschluss nehmen. In den umliegenden Dörfern wird die Brandstätte fortan nur noch der Schwarze Scheiterhaufen genannt.

um 1495 – Karpaten und Donauraum: Berichte über einen bleichen Woiwoden verbreiten sich, der nicht altert und nur nachts reist. In einzelnen kirchlichen Aufzeichnungen erscheint die Bezeichnung „Vampyr“ neben dem Namen Dracula.

GEGENWART

Jahr 1500: Die alten Reiche sind zerfallen, doch aus ihren Ruinen ist keine bessere Welt entstanden. Kriege, Seuchen und Hungersnöte haben ganze Landstriche entvölkert. Verlassene Dörfer stehen zwischen überwucherten Feldern, auf denen die Gebeine der Toten liegen. In den Wäldern hängen verstümmelte Leichen an den Bäumen, an den Straßen verwesen Gehenkte in eisernen Käfigen und hinter den Mauern der Städte werden Menschen gefoltert, verbrannt oder lebendig begraben. Herrscher führen Krieg um Land, Gold und Glauben. Söldnerheere ziehen plündernd durch die Länder, rauben Vorräte, verschleppen Kinder und brennen nieder, was sie nicht mitnehmen können. Geistliche predigen vom nahenden Ende der Welt, während Inquisitoren, Hexenjäger und fanatische Bußgemeinschaften überall nach Schuldigen suchen. Heiler, Magier, Andersvölker und Unschuldige werden gleichermaßen den Flammen übergeben. Niemand weiß mehr, ob die angeklagte Frau tatsächlich eine Hexe war oder nur den Hass ihres Nachbarn auf sich gezogen hatte.

Außerhalb der befestigten Städte herrscht die Finsternis. Wiedergänger kriechen aus Gräbern, Vampyre nisten sich in den Häusern alter Adelsfamilien ein und Lykanthropen lauern Reisenden am Wegesrand auf. In den Wäldern vermehren sich die furchteinflößenden Kreaturen und Ausgeburten der Hölle. Ganze Ortschaften verschwinden innerhalb einer Nacht. Von manchen bleiben nur leere Häuser zurück, von anderen blutverschmierte Mauern und verstümmelte Körper, denen Gesichter und Namen genommen wurden.

Die Dras’Shar suchen nach wie vor nach den verstreuten Rhu-Artefakten Mordekhais und unterwandern die Höfe der Herrscher. Sardras Kharkoms geheime Zirkel führen seine grausame Arbeit fort. Einige suchen nach seinen verstreuten Aufzeichnungen, andere nach den neun Rhu-Artefakten, die seine ehemaligen Schüler nach dem gescheiterten Konglomerat über die Welt verteilt haben. Sie unterziehen Menschen und Andersvölker grausamen Versuchen. In verborgenen Laboratorien werden Körper geöffnet, Seelen gebrochen und missgestaltete Wesen erschaffen. In den Karpaten entsteht um den wiedererweckten Vlad ein neues Vampyrgeschlecht. Dörfer zahlen ihren Tribut in Blut und diejenigen, die sich weigern, werden gepfählt und als Warnung am Straßenrand zurückgelassen. Die Diener der Dunkelheit dringen bereits in die Städte des Westens vor, wo sie unter falschen Namen leben und nach neuen Opfern suchen.

Die Arkanen Krieger sind nur noch sehr wenige. Ihre Zufluchtsorte wurden zerstört, ihre Schüler gejagt und ihre Geschichte aus den Chroniken getilgt. Die alten Monsterjägerfamilien sind zerstritten oder ausgestorben. Viele ihrer Nachfahren wissen nicht mehr, welches Erbe sie in sich tragen. Manche kämpfen noch immer gegen die Dunkelheit. Andere haben sich ihr längst angeschlossen. Die Menschen glauben, dass ein neues Zeitalter begonnen hat. Sie sprechen von Entdeckungen, Wissen und Fortschritt. Doch ihre Schiffe bringen nicht nur Reichtümer aus fernen Ländern zurück. Mit ihnen kommen unbekannte Krankheiten und Kreaturen, die jahrhundertelang jenseits der bekannten Welt verborgen waren.

Dies ist keine Zeit der Helden. Es ist eine Zeit der Henker, der Ketzer und der Monster. Eine Zeit, in der ein falsches Wort zum Scheiterhaufen führt, eine Nacht außerhalb der Mauern den Tod bedeutet und selbst die Toten nicht in ihren Gräbern bleiben. Dies ist die Gegenwart. Und wer in ihr überleben will, muss manchmal auch bereit sein, selbst zum Monster zu werden.