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ATLAS ANNO TERRORIS

Die Welt des Jahres 1500 ist ein Geflecht aus Königreichen, Fürstentümern, Stadtstaaten, Stammesgebieten, geistlichen Herrschaften und mächtigen Handelsstädten. Ihre Grenzen verändern sich durch Kriege, Erbfolgen, Heiraten, Aufstände und Eroberungen. Manche Herrscher gebieten über ausgedehnte Reiche, kontrollieren tatsächlich jedoch kaum mehr als ihre Burgen, Städte und die wichtigsten Straßen. Jenseits der befestigten Orte beginnen Wälder, Sümpfe, Berge und Einöden, in denen andere Gesetze gelten. Gelehrte, Seefahrer, Händler, Pilger und Gesandte tragen Berichte aus allen Teilen der Welt zusammen. Ihre Karten zeigen Länder und Meere, Gebirge und Flüsse, große Städte, Inseln und Handelswege. Neben sicheren Erkenntnissen enthalten sie Erzählungen über unbekannte Völker, gewaltige Tiere, menschenfressende Bestien, Seeungeheuer, verfluchte Landschaften und Reiche, die nur wenige Reisende mit eigenen Augen gesehen haben. Wiedergänger verlassen ihre Gräber, Vampyre nisten sich in alten Adelsgeschlechtern ein und Lykanthropen lauern an einsamen Wegen. Dämonen, Hexen, Albtraumlinge und andere Geschöpfe der Finsternis leben zwischen den Menschen oder beherrschen ganze Landstriche. In den Karpaten entsteht um den wiedererweckten Vlad Draculea ein neues Vampyrgeschlecht. Die Dras’Shar unterwandern die Höfe der Herrscher, während die Zirkel Sardras Kharkoms nach seinen Aufzeichnungen und den verstreuten Rhu-Artefakten Mordekhais suchen.

GEOGRAFISCHE LAGE

Die Welt besteht aus den drei großen Erdteilen Europa, Afrika und Asien. Europa liegt im Westen, Afrika erstreckt sich südlich des Mittelländischen Meeres und Asien umfasst die gewaltigen Länder des Ostens. Gemeinsam bilden sie eine zusammenhängende Landmasse, die von den großen Ozeanen umgeben wird. Das Mittelländische Meer verbindet die Häfen Europas, Afrikas und Vorderasiens. Im Osten führen das Schwarze Meer, das Rote Meer und der Persische Golf zu den großen Handelswegen Asiens. Afrika kann im Süden umsegelt werden. Jenseits seiner Küsten öffnet sich der Indische Ozean mit seinen Inseln, Handelsreichen und Seewegen nach Indien, Taprobana, Java, Sumatra, Mangi, Cathay und Cipangu. Im Norden liegen kalte Meere, vereiste Küsten und kaum bewohnte Landschaften. Der Süden Afrikas ist von weiten Wildnissen, Gebirgen und unbekannten Flusssystemen geprägt. Im Osten erstreckt sich Asien über gewaltige Steppen, Wüsten und Gebirge bis zu den Ländern der Seide und den zahlreichen Inseln des äußeren Ozeans. Die Karten des Henricus Martellus enthalten Berichte aus der Geografie des Ptolemäus, von Marco Polo, aus afrikanischen Quellen und von Seefahrern, die den südlichen Rand Afrikas erreicht haben.

EUROPA – DAS ABENDLAND

Geografische Lage: Europa wird im Westen vom großen Ozean, im Norden von kalten Meeren und im Süden vom Mittelländischen Meer begrenzt. Die Pyrenäen trennen die Iberische Halbinsel vom übrigen Europa. Die Alpen bilden eine gewaltige natürliche Grenze zwischen den Ländern nördlich des Gebirges und den italienischen Staaten. Weiter östlich erstrecken sich die Karpaten, der Balkan und die weiten Ebenen zwischen Ostsee und Schwarzem Meer. Große Flüsse wie Rhein, Donau, Elbe, Weichsel und Dnjepr dienen als Handelswege, Grenzen und Einfallsstraßen für Heere. Viele Straßen stammen noch aus der Zeit des Römischen Reiches, doch außerhalb dicht besiedelter Regionen sind sie verfallen oder werden von Räubern, Söldnern und Ungeheuern beherrscht. Die dichtesten Siedlungsgebiete liegen entlang der großen Flüsse, in fruchtbaren Ebenen und an den Küsten. Gebirge, Moore und ausgedehnte Wälder sind dagegen nur dünn besiedelt. Dort befinden sich abgelegene Klöster, verborgene Dörfer, zwergische Bergsiedlungen, verlassene Burgen und Ruinen aus längst vergangenen Zeiten.

 

Politische Lage: Europa ist in zahlreiche Reiche und Herrschaftsgebiete geteilt. Im Westen liegen die Königreiche Portugal, Kastilien, Aragón, Frankreich, England und Schottland. Im Zentrum erstreckt sich das Heilige Römische Reich mit seinen Fürstentümern, Bistümern, freien Städten und Ritterherrschaften. Italien besteht aus konkurrierenden Königreichen, Republiken, Herzogtümern und den Gebieten des Papstes. Im Norden bestimmen Dänemark, Schweden, Norwegen und die Handelsstädte der Ostsee den Verkehr zwischen Nordmeer, Ostsee und dem europäischen Festland. Weiter östlich liegen Polen, Litauen, Böhmen, Ungarn, das Großfürstentum Moskau sowie verschiedene Fürstentümer und Steppengebiete. Südosteuropa steht unter dem wachsenden Einfluss des Osmanischen Reiches. Seit dem Fall Konstantinopels kontrollieren die Osmanen wichtige Straßen und Seewege zwischen Europa und Asien. Die tatsächliche Macht eines Herrschers endet häufig nur wenige Tagesreisen von seinen Burgen und Städten entfernt. Adlige Familien führen Fehden gegeneinander, Söldner wechseln für Gold die Seite und viele Städte verteidigen ihre alten Rechte mit eigenen Mauern und bewaffneten Bürgern. Geistliche Herrschaften, Ritterorden und Klöster verfügen über eigenes Land, eigene Gerichtsbarkeit und eigene Truppen. Gleichzeitig breiten sich Inquisition und Hexenverfolgung aus. Der Hexenhammer wird von Richtern, Geistlichen und fanatischen Jägern als Anleitung gegen vermeintliche Hexerei verwendet. Tatsächliche Magier, Heiler und Diener der dunklen Mächte werden gemeinsam mit Unschuldigen verfolgt. Flugblätter und gedruckte Berichte tragen Geschichten über Vampyre, Hexen und Monster von einem Land in das nächste.

AFRIKA

Geografische Lage: Afrika beginnt südlich des Mittelländischen Meeres. Seine nördlichen Küsten sind durch Häfen, Städte und Karawanenstraßen mit Europa und Vorderasien verbunden. Hinter dem fruchtbaren Küstenland erstreckt sich die gewaltige Wüste der Sahara. Nur wenige bekannte Routen führen durch dieses Meer aus Sand zu den reichen Ländern südlich der Wüste. Im Nordosten durchströmt der Nil Ägypten und verbindet das Mittelländische Meer mit Nubien und Abessinien. Weiter westlich liegen große Flüsse, Savannen, Gebirge und Waldländer. An den Küsten befinden sich Handelsplätze, an denen Gold, Salz, Elfenbein, Gewürze, Metalle und Sklaven gehandelt werden. Die westlichen und südlichen Küsten werden zunehmend von Seefahrern kartiert. Im Süden läuft der Kontinent in eine weit nach Osten reichende Landmasse aus, um die Schiffe in den Indischen Ozean gelangen können. Das Landesinnere ist nur durch Berichte afrikanischer Händler, Gesandter und Reisender bekannt. Martellus verzeichnet dort Flüsse, Gebirge, Tiere, Reiche und Völker, deren Beschreibungen teilweise aus afrikanischen Quellen stammen.

 

Politische Lage: Nordafrika wird von Sultanen, Emiren, Stadtfürsten und Stammesverbänden beherrscht. Ägypten ist eines der wichtigsten Zentren des Handels zwischen dem Mittelländischen Meer, dem Roten Meer und dem Indischen Ozean. Karawanen ziehen von seinen Städten nach Nubien, Abessinien, Arabien und durch die Sahara. Südlich der Wüste liegen mächtige Reiche, deren Herrscher den Handel mit Gold, Salz und anderen kostbaren Gütern kontrollieren. Im Westen erstreckt sich das Reich Songhai entlang des Niger. Weiter südlich liegen das Königreich Kongo und zahlreiche kleinere Königreiche und Stammesgebiete. Im Osten behauptet sich das christliche Abessinien gegen muslimische Sultanate und benachbarte Völker. An der Küste des Indischen Ozeans verbinden wohlhabende Hafenstädte den afrikanischen Handel mit Arabien, Persien und Indien. In den großen Wildnissen leben Löwen, Leoparden, Elefanten und zahlreiche Tiere, die in Europa nur aus Erzählungen bekannt sind. Berichte sprechen außerdem von ungewöhnlichen Völkern, riesenhaften Wesen und Kreaturen, deren Gestalt kaum beschrieben werden kann. 

ASIEN – DAS MORGENLAND

Geografische Lage: Asien ist der größte Erdteil. Im Westen beginnt es an den Küsten des Mittelländischen und Schwarzen Meeres. Von dort erstreckt es sich über Anatolien, Syrien, Mesopotamien, Arabien und Persien bis nach Indien. Nördlich dieser Länder liegen gewaltige Steppen, Wüsten und Gebirge, die von Reitervölkern, Karawanen und wandernden Stämmen durchzogen werden. Jenseits der hohen Gebirge liegen Cathay und Mangi, die reichen Länder Chinas. Ihre Städte, Paläste, Kanäle und Märkte werden in den Berichten Marco Polos beschrieben. Vor der äußersten Küste liegt die Insel Cipangu. Südlich davon erstreckt sich eine kaum überschaubare Inselwelt mit Taprobana, Sumatra, Java und zahlreichen kleineren Inselreichen. Die Gewürzstraßen und Seidenstraßen verbinden die Länder des Ostens mit Persien, Arabien, Ägypten und Europa. Der Handel führt über Karawanenwege, Gebirgspässe, Flüsse und den Indischen Ozean. Jeder Abschnitt wird von anderen Fürsten, Städten, Stämmen oder Händlergemeinschaften kontrolliert. Auf den Karten erscheinen neben Städten und Landschaften auch Berichte über sonderbare Völker. In den nördlichen Steppen sollen Menschen leben, die sich von Hirschfleisch ernähren und auf hirschähnlichen Tieren reiten. In den Ländern des Südens werden die Panotii verzeichnet, deren Ohren so groß sein sollen, dass sie sich damit bedecken können.

 

Politische Lage: Das Osmanische Reich beherrscht Anatolien, Konstantinopel und große Teile Südosteuropas. Seine Macht reicht bis an die Handelswege Syriens und des Schwarzen Meeres. Ägypten und die Küsten des östlichen Mittelländischen Meeres werden von mächtigen Sultanen kontrolliert. In Persien, Zentralasien und den Steppengebieten kämpfen Fürstenhäuser, Khanate und die Erben großer Eroberer um Städte, Weideland und Karawanenwege. Indien besteht aus Sultanaten, Königreichen und großen Tempelstaaten. Küstenstädte handeln mit Arabern, Persern, Afrikanern und den Inselreichen des Indischen Ozeans. Cathay und Mangi stehen unter der Herrschaft des großen chinesischen Kaisers. Beamte verwalten Städte, Provinzen, Straßen und Kanäle. Nördlich der befestigten Grenzen leben mongolische und andere Steppenvölker. Korea bildet ein eigenes Königreich, während Cipangu von einem Kaiser, mächtigen Kriegsherren, Klöstern und Kriegerfamilien geprägt wird. Auch in Asien wirken die Dras’Shar und die alten Zirkel Sardras Kharkoms. Herrscher, Magier und Geheimbünde suchen nach Artefakten, deren wahre Herkunft in alten Legenden verborgen liegt.

MEERE UND INSELN

Handelsstädte, Inselreiche, Piratenhäfen und Küstenfürsten kontrollieren Meerengen, Buchten und sichere Ankerplätze. Schiffe transportieren Gewürze, Salz, Wein, Getreide, Seide, Metalle, Pilger, Söldner und Sklaven. Das Mittelländische Meer ist der wichtigste Verbindungsraum zwischen Europa, Afrika und Vorderasien. Der Atlantische Ozean wird von Schiffen aus Portugal, Kastilien, Frankreich und England befahren. Der Indische Ozean verbindet Ostafrika, Arabien, Persien, Indien und die Inselreiche des Ostens. Seefahrer fürchten Stürme, Strömungen, Riffe und Flauten ebenso sehr wie Piraten, und feindliche Flotten. Hinzu kommen Kraken, gewaltige Wale, Schlangenwesen und andere Meereskreaturen. Auf der Martellus-Karte wird im Indischen Ozean vor einem gewaltigen Seeungeheuer gewarnt. Manche Inseln erscheinen nur auf einzelnen Karten. Seeleute berichten von Inseln, die von Nebeln verborgen werden, ihre Lage verändern oder nach einem Sturm nicht wiedergefunden werden können. Andere Inseln sind von Andersvölkern, verfluchten Gemeinschaften oder Kreaturen bewohnt, die jeden Fremden töten.

ÜBERGREIFENDE POLITISCHE VERHÄLTNISSE

Politische Herrschaft beruht vor allem auf Landbesitz, Abstammung, Glauben, bewaffneter Gefolgschaft und der Kontrolle von Städten, Burgen, Häfen und Handelswegen. Könige und Kaiser beanspruchen große Gebiete, doch viele Adlige, Bischöfe, Städte und Stammesführer handeln weitgehend selbstständig. Grenzen sind selten durchgehend befestigt oder eindeutig vermessen. Sie folgen Flüssen, Gebirgen, alten Straßen, Wäldern und den Besitzungen einzelner Herren. Dörfer können Abgaben an mehrere Herrschaften entrichten oder innerhalb weniger Jahre durch Krieg, Erbschaft oder Heirat einem anderen Reich zufallen. Zwischenstaatliche Beziehungen beruhen auf dynastischen Ehen, Lehnsbindungen, Tributzahlungen, Handelsprivilegien, Geiseln und militärischen Bündnissen. Verträge werden durch Siegel, Schwüre und religiöse Eide bekräftigt. Dennoch gelten sie meist nur so lange, wie ihre Einhaltung erzwungen werden kann. Religion ist zugleich Glaube, Gesetz und politische Macht. Geistliche segnen Herrscher, vermitteln Friedensschlüsse, verwalten Land und rufen zu Kriegen auf. 

HERRSCHAFT AUSSERHALB DER REICHE

Die farbigen Flächen einer Karte bedeuten nicht, dass ein Herrscher jeden Wald, jedes Gebirge und jedes Dorf innerhalb seiner beanspruchten Länder kontrolliert. Selbst mächtige Reiche sichern vor allem Städte, Burgen, Flusstäler, Brücken und wichtige Straßen. Zwischen diesen Orten liegen ausgedehnte Gebiete, in denen Reisende allein auf den Schutz ihrer Waffen, ihrer Gefährten oder ihres Glaubens angewiesen sind. In den Wäldern hausen Räuber, Geächtete, Hexenzirkel, wilde Andersvölker und fürchterliche Bestien. Verlassene Burgen werden von Untoten bewohnt. In Sümpfen verschwinden ganze Reisegruppen, während Gebirgspässe von Wegelagerern, Trollen oder dämonischen Kreaturen beherrscht werden. Schutz wird von Adeligen, Städten, Klöstern, Ritterorden und bewaffneten Reisegemeinschaften angeboten. Dafür verlangen sie Zölle, Abgaben, Dienste oder einen Anteil an den mitgeführten Waren.