WAS IST ARTEFAKTKUNST?
Artefakte sind mächtige Gegenstände, deren Kräfte mit etwas Konzentration leicht von einem Anwender entfesselt werden können. Ihre Herstellung ist ein langwieriger und anspruchsvoller Prozess, bietet jedoch einige entscheidende Vorteile z. B. gegenüber der herkömmlichen Anwendung von Aetherformeln durch Zaubersprüche oder Gebete. Zum einen können Artefakte weitergegeben und von fast jeder Person genutzt werden. Zum anderen verbraucht die Aktivierung eines Artefakts keine persönliche Aetheressenz des Anwenders und verursacht dadurch keine Aetherkarenz.
Artefaktkunst ist eine vielseitige Wissenschaft, in der zahlreiche handwerkliche Berufsgruppen zu finden sind: Runenschmiede, Kunsthandwerker, Reliquienmacher, Holz- und Knochenschnitzer, Glasbläser, Skriptoren, Perlenmacher, Instrumentenbauer und viele mehr. Bei der Herstellung von Siegelartefakten wird Aetheressenz während des Herstellungsprozesses eingesetzt. Persönliche Aetheressenz kann dabei bereits während der Herstellung regenerieren, weshalb die Herstellungsdauer auf die entstehende Aetherkarenz angerechnet wird. Bei beständigen Artefakten und Meisterstücken wird dagegen permanente Aetheressenz dauerhaft in das Werkstück gebunden.
PERMANENTE AETHERESSENZ
Permanente Aetheressenz ist normale Aetheressenz, die dauerhaft an ein Artefakt oder einen anderen übernatürlichen Effekt gebunden wird. Wird persönliche Aetheressenz permanent gebunden, sinkt der persönliche Maximalvorrat des jeweiligen Charakters dauerhaft um die gebundene Menge. Diese Aetheressenz regeneriert nicht und verursacht deshalb keine Aetherkarenz. Permanente Aetheressenz kann von einer einzelnen Person, mehreren Personen oder aus geeigneten externen Quellen stammen, sofern die jeweilige Herstellungsanleitung oder eine andere Regel dies ermöglicht. Wird permanente Aetheressenz aus einer externen Quelle gebunden, wird der entsprechende Vorrat dieser Quelle dauerhaft um die gebundene Menge reduziert. Wird das Artefakt oder die permanente Bindung später zerstört, kehrt die gebundene Aetheressenz nicht zu den ursprünglichen Quellen oder Personen zurück. Sie löst sich aus der Bindung und zerstreut sich wieder in den Aetherraum.
HERSTELLUNGSANLEITUNGEN UND ARTEFAKTARTEN
Die Kunst der Artefaktherstellung beruht auf speziellen Herstellungsanleitungen, die durch Erfahrungspunkte erlernt werden können. Mit diesen Anleitungen lassen sich zwei Artefaktarten mit jeweils zwei Variationen erschaffen.
Siegelartefakte: Siegelartefakte sind einen Monat lang haltbar. Für die Herstellung eines Siegelartefakts wird eine Standardkomponente für Siegelartefakte benötigt. Die Herstellung von Siegelartefakten gilt als zeitintensive Aethermanipulation. Wird persönliche Aetheressenz eingesetzt, wird sie während des Herstellungsprozesses nach und nach verbraucht und kann bereits währenddessen regenerieren. Die Herstellungsdauer wird daher auf die entstehende Aetherkarenz angerechnet. Wird ein Siegelartefakt vorzeitig abgebrochen, gilt die gesamte für die Herstellung vorgesehene Aetheressenz als verbraucht; die bis dahin verstrichene Herstellungsdauer wird auf die Aetherkarenz angerechnet. Scheitert eine vollständig durchgeführte Herstellung, gilt ebenfalls die gesamte vorgesehene Aetheressenz als verbraucht. Aetherevolution kann bei Artefaktkunst nicht eingesetzt werden. Es gibt zwei Arten von Siegelartefakten: Spruchsiegel und Effektsiegel.
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Spruchsiegel enthalten eine Aetherformel, die z. B. von einem Stück Papier abgelesen wird. Um den Effekt zu entfesseln, zerreißt man anschließend das Papier. Der Text muss den Regeln für Aetherformeln entsprechen.
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Effektsiegel hingegen beinhalten direkt den Effekt. Auch hier schlummert die Magie in einem Medium wie Papier, doch es reicht aus, den Namen des Effekts/Artefakts laut und deutlich vorzulesen, bevor das Papier zerrissen wird, um den Effekt freizusetzen. Effektsiegel benötigen in der Herstellung die doppelte Zeit eines Spruchsiegels.
Beständige Artefakte: Es gibt zwei Arten von beständigen Artefakten: herkömmliche Artefakte (kurz: Artefakte) und Meisterstücke. Ohne die Fähigkeit „Artefakte aktivieren“ kann ein Charakter nur einmal täglich ein beständiges Artefakt durch den Einsatz seiner geistigen Kraft (Rhu) aktivieren. Jeder weitere Aktivierungsversuch, dasselbe oder ein anderes beständiges Artefakt zu aktivieren, gelingt zwar, führt jedoch dazu, dass der Charakter aufgrund der Rhu-Überlastung für eine Stunde ins Koma fällt. Mit der Fähigkeit „Artefakte aktivieren“ erhält der Charakter pro Stufe eine zusätzliche Aktivierung pro Tag. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Charakter mehrfach dasselbe Artefakt oder verschiedene Artefakte aktiviert. Zwischen zwei Aktivierungen muss jedoch immer eine Stunde Wartezeit eingehalten werden. Wird diese Pause nicht beachtet, fällt der Charakter ebenfalls für eine Stunde ins Koma.
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Herkömmliche Artefakte bannen einen Effekt in einen Gegenstand, der durch Konzentration (Rhu) vom Anwender entfesselt werden kann. Bei der Herstellung wird permanente Aetheressenz des Artefaktkünstlers, des Auftraggebers oder mehrerer Personen in das Werkstück eingearbeitet.
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Meisterstücke sind einzigartige Artefakte mit besonders starken, speziellen oder permanenten Effekten. Ein Charakter kann nur einmal in seinem Leben ein Meisterstück erschaffen. Die Herstellung solcher mächtigen Gegenstände erfordert Fingerspitzengefühl und sollte gemeinsam mit einer Spielleitung erfolgen. Aufgrund ihrer Komplexität und Kraft können nur Charaktere, die den siebten Rang in einer Kammer bekleiden, ein Meisterstück erschaffen. Für die Herstellung eines beständigen Artefakts wird als Endprodukt ein frei wählbarer Gegenstand (FK) benötigt.