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INSTITUTIONEN ANNO APOKALYPSI

Einige Konzerne, Behörden und Bündnisse überstanden Tag X in Bunkern, Hochlandanlagen oder abgeschotteten Forschungsstätten. Andere wurden Jahrzehnte oder Jahrhunderte später unter bekannten Namen neu gegründet. Dabei ist häufig unklar, ob eine heutige Institution tatsächlich die rechtmäßige Nachfolgerin einer Organisation aus der Zeit vor Tag X ist oder lediglich deren Namen, Symbole und erhaltene Technik übernommen hat. Selbst überregional tätige Organisationen bestehen meist aus weitgehend selbstständigen Niederlassungen, Handelshäusern, Werksbezirken oder bewaffneten Außenposten. Zwei Einrichtungen mit demselben Namen können unterschiedliche Regeln, Ziele und sogar Feindschaften besitzen.

DAS MERIDIAN-KARTELL

Das Meridian-Kartell ist ein weitverzweigter Zusammenschluss aus Handelsgesellschaften, Karawanenführern, Schiffsbesitzern, Lagerhaltern und bewaffneten Transportunternehmen. Seine Mitglieder befördern Waren, Nachrichten und Reisende durch Gebiete, in denen keine Regierung einen verlässlichen Schutz gewährleisten kann. Das Kartell besitzt keine einheitliche Führung. Regionale Kontore und Karawanenmeister handeln weitgehend selbstständig, erkennen jedoch gemeinsame Handelszeichen, Schuldscheine und Schutzverträge an. Dadurch können seine Vertreter auch über große Entfernungen Geschäfte abschließen. Das Meridian-Kartell transportiert Medikamente, Saatgut, Ersatzteile, Brennstoff, Waffen und seltene Rohstoffe. Seine Karawanen gehören zu den wenigen Verbindungen zwischen manchen abgelegenen Siedlungen. Wo das Kartell seine Tätigkeit einstellt, können ganze Regionen innerhalb weniger Monate von wichtigen Lieferungen abgeschnitten werden. Seine Dienste sind jedoch teuer. Das Kartell verlangt Gebühren, Handelsrechte, politische Zugeständnisse oder langfristige Schuldverträge. Einige Niederlassungen arbeiten mit örtlichen Kriegsherren, Sklavenhaltern und korrupten Regierungen zusammen. Andere bemühen sich um einen Ruf als zuverlässige und neutrale Handelspartner.

DER ARCHIVBUND CONCORDIA

Der Archivbund Concordia sammelt, bewahrt und vergleicht Wissen aus der Zeit vor dem Dimensions-Kataklysmus. Seine Mitglieder unterhalten Archive, Kartenkammern, Datenspeicher und kleine Forschungsstationen. Der Bund sammelt alte Bücher, technische Aufzeichnungen, medizinische Unterlagen, Karten, Regierungsdokumente und Berichte über Zeitnarben, Strahlungszonen und historische Ereignisse. Auch mündliche Überlieferungen werden aufgezeichnet, sofern sich mehrere voneinander unabhängige Quellen finden lassen. Concordia gilt als eine der wichtigsten Quellen für verlässliche Karten. Dennoch sind selbst seine Aufzeichnungen nicht immer aktuell. Wege verschwinden, Küsten verändern sich, Strahlenzonen wandern und ganze Siedlungen können untergehen, bevor die Nachricht davon ein Archiv erreicht. Der Archivbund gibt sein Wissen nur selten kostenlos weiter. Für den Zugang zu bedeutenden Dokumenten verlangt er Geld, seltene Aufzeichnungen, technische Relikte, politische Zugeständnisse oder persönliche Dienste. Offiziell betrachtet sich Concordia als neutral. In der Wirklichkeit entscheidet die Organisation jedoch mit darüber, wer Zugang zu altem Wissen erhält. Ein verschwundenes Dokument oder eine bewusst zurückgehaltene Karte kann über das Schicksal ganzer Stadtstaaten entscheiden.

DAS TRITON-KONSORTIUM

Das Triton-Konsortium ist auf die Bergung versunkener Städte, Hafenanlagen und Industriegebiete spezialisiert. Seine Taucher, Bergungsmannschaften und technischen Experten suchen in den überfluteten Ruinen nach Maschinen, Archiven, Rohstoffen und erhaltenen Versorgungsgütern. Das Konsortium verfügt über einige der seltenen funktionsfähigen Tauchboote, Druckanzüge, schwimmenden Kräne und schweren Bergungsplattformen. Viele dieser Geräte stammen aus der Zeit vor Tag X und können nur mit großem Aufwand instand gehalten werden. Triton arbeitet im Auftrag von Staaten, Konzernen und wohlhabenden Siedlungen. Häufig lässt sich das Konsortium einen Anteil an sämtlichen Funden zusichern. Besonders wertvolle Entdeckungen werden nicht immer vollständig gemeldet. Die Arbeit ist äußerst gefährlich. Einsturzgefährdete Ruinen, unterseeische Strahlungszonen und mutierte Meereswesen fordern regelmäßig Opfer. Neben freiwilligen Spezialisten setzt das Konsortium auch Schuldarbeiter, Strafgefangene und vertraglich gebundene Bergungskräfte ein. Einige betrachten Triton als unverzichtbaren Bewahrer verlorener Technik. Andere sehen im Konsortium lediglich Plünderer der versunkenen Welt.

DER KETTENBUND

Der Kettenbund ist kein geschlossenes Reich, sondern ein loses Netzwerk aus Sklavenhändlern, Menschenjägern, Gefängnisbetreibern, Plantagenbesitzern und korrupten Beamten. Sein Zeichen besteht aus drei miteinander verbundenen Eisenringen. Seine Mitglieder verschleppen Flüchtlinge, Gefangene, Schuldner und Bewohner schutzloser Siedlungen. Die Gefangenen werden als Arbeitskräfte, Kämpfer, Versuchspersonen oder Handelsware verkauft. Viele Staaten verurteilen den Kettenbund öffentlich. Gleichzeitig nutzen manche Regierungen, Konzerne und Militärführer seine Dienste im Verborgenen. Sie lassen politische Gegner verschwinden, kaufen billige Arbeitskräfte oder übergeben Gefangene an verbundene Händler. Der Kettenbund besitzt keine gemeinsame Führung und keine einheitlichen Gesetze. Seine einzelnen Gruppen erkennen jedoch bestimmte Zeichen, Händler und Schuldverträge an. Wer in einem Gebiet dem Bund entkommt, kann deshalb noch Jahre später von Menschenjägern einer anderen Gruppe verfolgt werden. Immer wieder wird der Kettenbund beschuldigt, die Z-Seuche als Waffe einzusetzen und Infizierte gezielt in feindliche Siedlungen zu bringen. Eindeutige Beweise sind selten, doch die entsprechenden Berichte reißen nicht ab.

JIANGTECH

JiangTech gehörte bereits vor Tag X zu den bedeutenden technischen Konzernen Chinas. Teile seiner Kommunikations-, Überwachungs- und Datenanlagen überstanden den Dimensions-Kataklysmus in geschützten Einrichtungen des chinesischen Hochlandes. Die heutige JiangTech ist kein einheitlicher Konzern mehr. Verschiedene Datendirektorien, Funkstationen und technische Enklaven verwenden denselben Namen, ohne eine gemeinsame Führung anzuerkennen. JiangTech bietet Funkverbindungen, Wetterdaten, Kartenmaterial, Identitätsprüfungen und die Auswertung alter Datenspeicher an. Einige Siedlungen sind vollständig von den Kommunikationsdiensten eines örtlichen JiangTech-Direktoriums abhängig. Als Gegenleistung verlangt der Konzern nicht nur Geld und Rohstoffe, sondern häufig auch Informationen. Reiseberichte, Bevölkerungsdaten, medizinische Aufzeichnungen und politische Nachrichten werden gesammelt und ausgewertet. Einige alte JiangTech-Anlagen arbeiten längst ohne menschliche Leitung weiter. Aus solchen Einrichtungen entstanden vereinzelt selbstständige Maschinenzonen.

QIUTECH

QiuTech war auf Biotechnologie, Gewebezüchtung und regenerative Medizin spezialisiert. Nach Tag X zerfiel der Konzern in voneinander unabhängige Labore, Kliniken und Forschungsenklaven. QiuTech-Kliniken behandeln Strahlenschäden, schwere Verletzungen und bestimmte Mutationen. Sie züchten künstliche Organe, entwickeln Medikamente und können den Verlauf einzelner Varianten der Z-Seuche verlangsamen. Eine vollständige Heilung der Seuche ist jedoch auch ihnen nicht gelungen. Die Qualität und die Methoden der einzelnen Einrichtungen unterscheiden sich erheblich. Manche Kliniken gelten als letzte Hoffnung für Schwerverletzte. Andere sind für Menschenversuche, Organhandel und die gezielte Erzeugung von Mutationen bekannt. Behandlungen sind häufig mit langfristigen Verpflichtungen verbunden. Patienten müssen Forschungsdaten abgeben, für den Konzern arbeiten oder QiuTech Rechte an entnommenen Gewebeproben einräumen. Viele Menschen fürchten QiuTech. Dennoch suchen selbst seine Gegner die Kliniken auf, wenn keine andere medizinische Hilfe mehr verfügbar ist.

SANDER AG

Die Sander AG war ein bedeutender deutscher Industrie- und Rüstungskonzern. Mehrere ihrer Werke, Bergwerke und unterirdischen Anlagen überstanden den Kataklysmus. Aus den erhaltenen Werksbezirken entstand ein weitgehend selbstständiges Direktorium. Die Sander AG produziert Werkzeuge, Waffen, Fahrzeuge, Schutzanzüge, Dampfkessel und Ersatzteile. Auch schwere Arbeitsmaschinen und einzelne Kampfmaschinen werden in ihren Werkstätten instand gehalten. Die Anlagen der Sander AG sind befestigte Industrieorte mit eigenen Wohnvierteln, Sicherheitskräften und Versorgungssystemen. In einigen Werken besitzen Arbeiterräte politischen Einfluss, während andere von Direktoren, Ingenieursfamilien oder militärischen Werkskommandanten beherrscht werden. Arbeit und Versorgung sind eng miteinander verbunden. Wer in einem Sander-Werk lebt, erhält Nahrung, Unterkunft und Schutz, unterliegt dafür aber strengen Arbeitsregeln. Schulden und Verpflichtungen können über Generationen weitergegeben werden. Die Sander AG gilt als hart, aber berechenbar. Solange ein Vertrag eingehalten wird, erfüllt der Konzern gewöhnlich auch seinen Teil.

SCHÜTZ AG

Die Schütz AG entwickelte bereits vor Tag X Schutzsysteme, Panzerungen, Gefängnistechnik und Anlagen zur Eindämmung gefährlicher Wesen und Strahlung. Während des Kataklysmus öffneten einige ihrer Einrichtungen ihre Schutzräume für Flüchtlinge. Andere verschlossen sich vollständig. Aus den erhaltenen Anlagen entstanden die heutigen Schütz-Enklaven. Diese Enklaven bieten sichere Unterkünfte, medizinische Versorgung, Quarantäneeinrichtungen und Schutz vor Angriffen. Ihre Mauern, Sicherheitsschleusen und Überwachungssysteme gehören zu den zuverlässigsten der Endzeit. Der Schutz besitzt jedoch einen Preis. Bewohner werden registriert, untersucht und nach Gefährdungsstufen eingeteilt. Waffen, Mutationen und Bewegungsfreiheit unterliegen strengen Kontrollen. Wer als Gefahr eingestuft wird, kann eingesperrt, ausgewiesen oder dauerhaft isoliert werden. Die Schütz AG betrachtet Sicherheit nicht als Recht, sondern als vertraglich geregelte Dienstleistung. Innerhalb ihrer Enklaven herrschen Ordnung und Sauberkeit – aber kaum Privatsphäre.

ROOF COMPANY

Die Roof Company gehörte vor Tag X zu den geheimnisvollsten Konzernen Nordamerikas. Sie forschte an künstlichen Mutationen, Erbkrankheiten, biologischen Waffen und der gezielten Veränderung des menschlichen Körpers. Viele ihrer Einrichtungen wurden während des Kataklysmus versiegelt. Was in ihrem Inneren geschah, ist bis heute nicht vollständig bekannt. Die heutige Roof Company tritt nur selten offen auf. Verborgene Labore, mobile Kliniken und getarnte Forschungsgruppen verwenden wechselnde Namen. Manche bieten Behandlungen gegen Strahlenschäden, Mutationserkrankungen und frühe Stadien der Z-Seuche an. Gleichzeitig wird die Roof Company für Menschenversuche, verschwundene Patienten und künstlich erzeugte Seuchenausbrüche verantwortlich gemacht. Manche Ödlande sollen aus beschädigten oder aufgegebenen Forschungseinrichtungen des Konzerns hervorgegangen sein. Es ist nicht bekannt, ob noch eine zentrale Konzernleitung existiert. Ebenso unklar bleibt, ob die einzelnen Roof-Einrichtungen miteinander verbunden sind oder lediglich dieselben alten Forschungsarchive verwenden.

MASCHINENZONEN

Maschinenzonen sind Gebiete, die ganz oder teilweise von autonomen technischen KI-Systemen kontrolliert werden. Sie bilden keine gemeinsame Organisation und besitzen weder eine einheitliche Führung noch gemeinsame Ziele. Einige Maschinenzonen bieten Sicherheit, medizinische Versorgung und funktionierende technische Anlagen. Andere betrachten Menschen und Mutanten lediglich als Störfaktoren, Versuchsobjekte oder zu verwaltende Ressourcen. Manche schließen Verträge mit Staaten, Konzernen und Siedlungen. Sie tauschen Energie, Medikamente oder technische Erzeugnisse gegen Rohstoffe, Daten und vollständige Registrierung. Andere verweigern jede Verständigung und verteidigen ihre Grenzen mit tödlicher Gewalt. Da jede Maschinenzone eigenen Regeln folgt, lassen sich ihre Absichten nur schwer vorhersagen. Ein System kann Menschen über Jahrzehnte beschützen und sie anschließend aufgrund einer veränderten Berechnung als Gefahr einstufen.

INSTITUTIONEN ALS CHARAKTERHINTERGRUND

Charaktere können einer Institution angehören, für sie arbeiten, ihr etwas schulden oder von ihr verfolgt werden. Die Verbindung muss nicht freiwillig sein. Ein Charakter kann ehemaliger Konzernarbeiter, entflohener Schuldner, Archivsucher, Karawanenwächter, Bergungstaucher oder Flüchtling aus einer Maschinenzone sein. Eine Institution bietet Kontakte, Ausrüstung, Wissen und Schutz. Gleichzeitig stellt sie Forderungen, erteilt Aufträge und erwartet Loyalität. In Anno Apokalypsi ist die Zugehörigkeit zu einer mächtigen Organisation daher niemals nur ein Vorteil. Sie bedeutet immer auch, Teil ihrer Verträge, Feindschaften und Geheimnisse zu werden.

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