CHRONIK ANNO TERRORIS
(Chronik der SCHRECKENSZEIT)
„Ich bin Kalyr, erster Chronos der Erde und ich möchte euch von einer Zeit erzählen, in der die Welt von Dunkelheit und Schrecken erfüllt war – denn ich war dabei. Mythandria war im Nebel der Zeit verschwunden. Doch auf der übrigen Welt, in vergessenen Wäldern, unter uralten Ruinen und in den Tiefen der Meere erwachten Wesen, die niemals hätten existieren dürfen. Tote erhoben sich aus ihren Gräbern, Bestien jagten im Schutz der Nacht und uralte Mächte flüsterten den Menschen in ihren Träumen zu. Königreiche entstanden und zerfielen schon nach kurzer Zeit. Krieger, Jäger, Priester und Gelehrte stellten sich dem Grauen entgegen, während Angst, Aberglaube und Wahnsinn die Herzen der Menschen erfüllten. Nacht und Tag wurden zum Reich der Monster. Diese Ära nennen wir Chronos Anno Terroris, die Schreckenszeit. Ich will euch nun die düsteren Geschichten und Legenden dieser finsteren Epoche erzählen – und geleite euch in eine Welt voller Monster, Geheimnisse und uralter Schrecken.“
RÜCKBLICK ANNO MAGICAE
Am Ende des letzten großen Dras-Krieges der Ätherzeit stellen sich die Völker und Mächte Mythandrias gemeinsam den Heerscharen der Dras’Shar-Sekte entgegen. Dabei tritt der Plan des Dras-Königs, die gesamte Welt den Mächten der Nagoch auszuliefern, immer deutlicher zutage. Die Arkanen Krieger versuchen, die Pläne der Dras’Shar endgültig zu vereiteln, und bereiten gemeinsam mit dem Volk der Traumlinge ein gewaltiges kosmisches Konglomerat vor. Doch der Chronos Thrar’Modas ist längst von der Macht Themokh’Thars korrumpiert worden. Um jeden Preis will er das Ritual verhindern. Kalyr, ebenfalls ein Chronos und Beobachter der Erde, stellt sich ihm entgegen. Im Kampf der beiden Zeitwächter unterliegt Kalyr jedoch seinem Widersacher. Thrar’Modas gelingt es, das Ritual der Traumlinge zu sabotieren – mit verheerenden Folgen.
Unvorstellbare Schrecken und monströse Kreaturen dringen durch mehrere der großen Portale. Jedes dieser uralten Bauwerke bildet eine Brücke durch Raum und Zeit. So erscheinen die Wesen nicht nur an verschiedenen Orten der Welt, sondern auch in unterschiedlichen Zeitaltern. Wo immer sie auftauchen, verbreiten sie Angst, Wahnsinn und Verderben. Die Grenzen zwischen der Welt der Lebenden, dem Reich der Toten und den dunklen Sphären beginnen zu zerfallen. Eine Zukunft des blanken Horrors offenbart sich: Untote wandeln durch verlassene Straßen, Vampire herrschen über verfallene Adelshäuser und namenlose Wesen lauern in den Wäldern, Sümpfen und Ruinen der alten Welt. Die wenigen Überlebenden verschanzen sich in befestigten Städten, Klöstern und abgelegenen Siedlungen. Jäger, Exorzisten, Alchemisten und Magier stellen sich den Kreaturen der Nacht entgegen. Doch niemand weiß, ob sie die Menschheit retten oder durch ihre Taten nur noch größere Schrecken entfesseln werden.
DIE ANTIKE
um 2100 v. u. Z. – Mesopotamien: König Gilgamesch von Uruk und sein Gefährte Enkidu ziehen in den Zedernwald und töten dort die monströse Kreatur Humbaba. Ihre Taten werden später im Gilgamesch-Epos festgehalten.
um 1600 v. u. Z. – Ägäis, Insel Thera: Unter dem Vulkan erwacht ein gewaltiger Schrecken. Die dadurch ausgelösten Erdbeben und Eruptionen zerstören große Teile der Insel. Flutwellen verwüsten zahlreiche Küstenstädte im östlichen Mittelmeer.
um 1600 v. u. Z. – Atlantischer Ozean, Atlantis: In den Tiefen unter der Insel erwacht ein uralter Schrecken. Die Atlanter versuchen, ihn mit allen Mitteln zu bannen, lösen dabei jedoch gewaltige Erdbeben und Flutwellen aus. Innerhalb eines einzigen Tages versinkt Atlantis im Meer. Nur wenige Bewohner können entkommen und tragen Teile ihres Wissens nach Ägypten, Griechenland und in andere Länder.
um 1500 v. u. Z. – Kleinasien und Kaukasus: Einige Gruppen von Zwergen erreichen die Gebirge und errichten verborgene Siedlungen in alten Höhlen und verlassenen Bergwerken. Ihr Wissen über Metalle und Schmiedekunst gelangt nach und nach zu den umliegenden Völkern.
um 1250 v. u. Z. – Griechenland: Iason versammelt zahlreiche Helden auf dem Schiff Argo. Gemeinsam suchen sie nach dem Goldenen Vlies.
um 1200 v. u. Z. – Östliches Mittelmeer: Zahlreiche Reiche und Städte gehen innerhalb weniger Jahrzehnte unter. Ganze Völker verlassen ihre Heimat auf der Flucht vor Hungersnöten, Kriegen und monströsen Kreaturen.
um 1200 v. u. Z. – Europa und Vorderasien: Während des Untergangs zahlreicher Reiche erscheinen erstmals größere Gruppen der Andersvölker (z. B. Elfen, Zwerge und Tiermenschen). Einige fliehen vor den Schrecken dieser Zeit, andere nutzen das Chaos, um eigene Siedlungen zu gründen. In menschlichen Überlieferungen werden sie als Waldgeister, Dämonen, Halbgötter oder verwunschene Völker beschrieben.
um 1180 v. u. Z. – Kleinasien, Troja: Nach langjähriger Belagerung fällt die Stadt Troja. Bei der Eroberung wird ein unter der Stadt verborgenes Siegel zerstört. Mehrere gefangene Schrecken entkommen und verbreiten Angst und Schrecken.
um 1180–1170 v. u. Z. – Mittelmeer: König Odysseus von Ithaka versucht nach dem Fall Trojas in seine Heimat zurückzukehren. Während seiner Irrfahrt begegnet er Zyklopen, Sirenen, Menschenfressern und mehreren Kreaturen aus den Tiefen des Meeres. Seine Reise wird später in der Odyssee überliefert.
um 700 v. u. Z. – Mittelmeerraum: Elfen, Tiermenschen und andere Andersvölker leben vereinzelt in griechischen Städten und Hafenorten. Viele verbergen ihre Herkunft oder geben sich als Angehörige fremder Völker aus. Begegnungen mit ihnen bilden die Grundlage zahlreicher Berichte über Nymphen, Satyrn, Faune und andere Mischwesen.
480 v. u. Z. – Griechenland, Thermopylen: König Leonidas und 300 spartanische Krieger stellen sich mit ihren Verbündeten dem persischen Heer entgegen. Während der Schlacht greifen aus den Felsspalten und Höhlen der Thermopylen monströse Kreaturen an. Griechen und Perser kämpfen zeitweise gemeinsam gegen die Schrecken. Leonidas und seine verbliebenen Krieger halten den Pass, damit die Überlebenden entkommen können, und fallen schließlich im Kampf.
464 v. u. Z. – Griechenland, Sparta: Ein schweres Erdbeben zerstört große Teile der Stadt. Dadurch gelangen mehrere unterirdische Schrecken an die Oberfläche. Während die Spartaner gegen die Kreaturen kämpfen, erheben sich die Heloten gegen ihre geschwächten Herren.
430–426 v. u. Z. – Griechenland, Athen: Während des Peloponnesischen Krieges bricht in Athen eine schwere Seuche aus. Einige Verstorbene erheben sich kurz nach ihrem Tod erneut und greifen die Lebenden an. Ganze Häuser werden mitsamt ihren Bewohnern verbrannt, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
373 v. u. Z. – Griechenland, Helike: Ein Erdbeben und eine gewaltige Flutwelle vernichten die Stadt Helike. Zuvor hatten Angehörige eines geheimen Kultes versucht, eine Kreatur aus den Tiefen des Meeres zu beschwören.
um 300 v. u. Z. – Alpen und Mitteleuropa: Zwergische Bergleute schließen erste geheime Handelsabkommen mit keltischen Stämmen. Sie liefern hochwertiges Eisen, Waffen und Werkzeuge, verlangen dafür jedoch, dass die Zugänge zu ihren unterirdischen Siedlungen verborgen bleiben.
221 v. u. Z. – China: Qin Shihuangdi vereinigt die chinesischen Reiche und wird zum ersten Kaiser Chinas. Aus Angst vor dem Tod lässt er nach einem Mittel der Unsterblichkeit suchen. Seine Alchemisten machen ihn dadurch zu einem schrecklichen Wesen, das anschließend unter seinem gewaltigen Grabmal eingeschlossen wird.
218 v. u. Z. – Alpen: Hannibal überquert mit seinem karthagischen Heer und mehreren Kriegselefanten die Alpen. Eisige Stürme, Lawinen und Angriffe feindlicher Bergstämme fordern zahlreiche Opfer. Nur ein Teil des Heeres erreicht schließlich Italien.
um 100 – Römisches Reich: Menschen und Andersvölker dienen vereinzelt gemeinsam in den römischen Legionen. Offiziell werden sie als Angehörige entfernter Provinzen geführt. Tiermenschen und Orks werden wegen ihrer Kraft häufig als Hilfstruppen, Gladiatoren oder Leibwächter eingesetzt.
9 – Germanien, Teutoburger Wald: Arminius lockt drei römische Legionen unter dem Statthalter Varus in einen Hinterhalt. Während eines schweren Unwetters greifen neben den germanischen Kriegern auch monströse Wesen aus den Wäldern an. Die Legionen werden nahezu vollständig vernichtet. Nur wenige Überlebende erreichen den Rhein.
79 – Römisches Reich, Pompeji und Herculaneum: Der Vesuv bricht aus und begräbt mehrere Städte unter Asche und Gestein. Wenige Tage zuvor war in einem Gewölbe unter Pompeji ein uraltes Artefakt geöffnet worden. In der erkalteten Asche werden später auch die Überreste unbekannter Kreaturen gefunden.
165–180 – Römisches Reich: Eine verheerende Seuche breitet sich unter den heimkehrenden Legionären aus und erfasst große Teile des Reiches. Einige Erkrankte verwandeln sich vor ihrem Tod in rasende Kreaturen. Ganze Dörfer und Stadtviertel werden niedergebrannt, um die Ausbreitung der sogenannten Antoninischen Pest aufzuhalten.
um 250–270 – Römisches Reich: Eine weitere schwere Seuche sucht das Reich heim. In Rom sterben täglich Tausende Menschen. Kultisten sammeln das Blut und die Leichname der Verstorbenen, um damit uralte Wesen zu beschwören. Die Seuche geht später als Cyprianische Pest in die Geschichte ein.
365 – Östliches Mittelmeer, Alexandria: Ein starkes Erdbeben löst eine gewaltige Flutwelle aus. Mit dem Meerwasser gelangen zahlreiche Kreaturen aus der Tiefe in die Straßen Alexandrias. Römische Soldaten kämpfen mehrere Tage gegen die Wesen, bevor die überfluteten Stadtteile abgeriegelt werden.
um 400 – Europa: Mit dem Zerfall der römischen Ordnung verlassen viele Andersvölker ihre verborgenen Zufluchtsorte. Einige schließen sich wandernden Stämmen an, andere gründen eigene befestigte Siedlungen. Zugleich nehmen Verfolgungen zu, da sie vielerorts für Seuchen, Hungersnöte und das Erscheinen der Schrecken verantwortlich gemacht werden.
410 – Römisches Reich, Rom: Die Westgoten unter König Alarich erobern und plündern Rom. Während der Kämpfe werden unter der Stadt versiegelte Katakomben geöffnet. Untote und andere Schrecken gelangen an die Oberfläche und fallen über Einwohner wie Eroberer her. Nach drei Tagen verlassen die Westgoten die Stadt wieder.
476 – Weströmisches Reich: Der germanische Heerführer Odoaker setzt den letzten weströmischen Kaiser Romulus Augustulus ab. Das Reich ist durch Kriege, Seuchen und die ständigen Angriffe monströser Kreaturen geschwächt. Mit seinem Untergang endet die Antike und eine neue, noch dunklere Zeit beginnt.
FRÜHMITTELALTER
um 500 – Britannien: Nach dem Tod König Uther Pendragons blieb die Nachfolge lange ungeklärt. Der junge Artus zieht ein Schwert aus einem uralten Stein und wird dadurch als rechtmäßiger König erkannt. und vereinigt mehrere zerstrittene Herrscher im Kampf gegen die vordringenden Sachsen. Unterstützt wird er von dem geheimnisvollen Magier Merlin. Artus wird Mitglied der Aristokratenliga und errichtet mit Camelot einen befestigten Sitz für seine Gefolgsleute.
um 505 – Britannien, Camelot: Artus heiratet Guinevere und macht sie zur Königin.
um 510 – Britannien, Camelot: Artus versammelt die bedeutendsten Krieger seines Reiches an der Tafelrunde. Viele seiner Ritter gehören zugleich dem Asthari-Kriegerbund an und ziehen gegen finstere Kulte, verfluchte Wesen und monströse Kreaturen in den Kampf. Auch Artus’ Halbschwester Morgana lebt zeitweise am Hof. Sie gilt als mächtige Hexe und Meisterin der Verwandlung, Heilkunst und Täuschung.
516 – Britannien, Badon: Artus führt die vereinten Briten in der Schlacht am Mons Badonicus gegen ein großes sächsisches Heer. Mithilfe Excaliburs und der Zauberkünste Merlins erringen seine Krieger einen entscheidenden Sieg. Kurz nach der Schlacht verschwindet Merlin unter ungeklärten Umständen. Einige behaupten, Morgana habe ihn in einem verzauberten Grab eingeschlossen.
um 520 – Dänemark: Die Halle Heorot wird von der monströsen Kreatur Grendel heimgesucht. Der gautische Krieger Beowulf kommt König Hrothgar zu Hilfe und erschlägt zunächst Grendel und anschließend dessen rachsüchtige Mutter.
um 525 – Britannien: Morgana zieht sich auf die geheimnisvolle Insel Avalon zurück und sammelt Hexen, Geister und andere übernatürliche Wesen um sich. Von dort aus beginnt sie, Einfluss auf Camelot und die Geschicke des Reiches zu nehmen. Gleichzeitig erhebt Mordred Anspruch auf den Thron von Artus.
um 528 – Britannien: Der junge Ritter Galahad nimmt den letzten freien Platz an der Tafelrunde ein. Merlin hatte vorausgesagt, dass nur der reinste aller Ritter dort sitzen könne, ohne vom sogenannten Gefährlichen Sitz verschlungen zu werden. Galahads Erscheinen gilt als Zeichen, dass die Suche nach dem Heiligen Gral beginnen kann.
um 530 – Britannien und Gallien: Artus und seine Ritter beginnen die Suche nach dem Heiligen Gral. Der Gral soll Krankheiten heilen, Tote ins Leben zurückrufen und Tore zwischen den Welten öffnen können. Die Suche führt die Ritter durch verwüstete Länder, verfluchte Burgen und von Schrecken beherrschte Gebiete. Viele von ihnen verlieren dabei ihr Leben, verfallen dem Wahnsinn oder verschwinden spurlos.
um 535 – Britannien, Camelot: Die Beziehung zwischen Lancelot und Guinevere wird aufgedeckt. Die Ritter der Tafelrunde zerfallen in verfeindete Lager. Während Artus gegen Lancelot zieht, übernimmt Mordred die Herrschaft über Camelot und erklärt sich selbst zum König.
536 – Europa und Asien: Ein dichter Schleier verdunkelt über viele Monate den Himmel. Die Temperaturen sinken, Ernten fallen aus und Hungersnöte breiten sich aus. In zahlreichen Ländern gilt die anhaltende Dunkelheit als Vorzeichen des nahenden Weltendes.
537 – Britannien, Camlann: Artus stellt sich dem Heer Mordreds entgegen. Morgana und ihre Verbündeten lassen einen undurchdringlichen Nebel über das Schlachtfeld ziehen, in dem Freund und Feind einander kaum noch erkennen können. Artus erschlägt Mordred, wird dabei jedoch schwer verwundet. Als er schließlich den Heiligen Gral erhält, werden er und seine verbliebenen Ritter von dessen Macht erfasst. Excalibur, der Gral und die Überlebenden der Tafelrunde verschwinden spurlos.
um 540 – Germanien: Der junge Königssohn Siegfried erschlägt den Drachen Fafnir und badet in dessen Blut. Dadurch wird seine Haut nahezu unverwundbar. Nur eine kleine Stelle zwischen seinen Schulterblättern bleibt ungeschützt, da dort während des Bades ein Lindenblatt auf seiner Haut lag.
541–549 – Byzantinisches Reich: Eine verheerende Pest breitet sich von Ägypten über das Mittelmeer aus und erreicht schließlich Konstantinopel. Millionen Menschen erkranken, ganze Ortschaften werden entvölkert und unzählige Leichen bleiben unbeerdigt zurück.
um 545 – Germanien: Siegfried gelangt in den Besitz des sagenhaften Nibelungenhortes. Zu diesem gehört auch Andwaranaut, jener verfluchte Ring, den der Zwergenschmied Andwari einst auf Mythandria erschuf. Der Ring verleiht seinem Träger Reichtum und Macht, schürt jedoch zugleich Habgier, Eifersucht und Verrat.
um 550 – Burgundenreich, Worms: Siegfried hilft König Gunther, die Kriegerkönigin Brünhild mithilfe einer magischen Tarnkappe zu bezwingen. Gunther heiratet Brünhild, während Siegfried Kriemhild zur Frau nimmt. Als die Täuschung ans Licht kommt, schwört Brünhild Rache.
um 555 – Burgundenreich: Hagen von Tronje erfährt von Siegfrieds einziger verwundbarer Stelle und ermordet ihn während einer Jagd. Anschließend versenkt er den Nibelungenhort im Rhein. Der verfluchte Ring Andwaranaut bleibt jedoch verschwunden.
um 570 – Gautenland: Der inzwischen gealterte König Beowulf stellt sich einem Drachen entgegen, der durch den Diebstahl eines goldenen Bechers aus seinem Hort geweckt wurde. Beowulf tötet das Wesen, erliegt jedoch kurz darauf seinen schweren Verletzungen.
um 570 – Reich der Hunnen: Kriemhild heiratet den Hunnenkönig Etzel und lockt ihre Brüder sowie Hagen an dessen Hof. Bei einem gewaltigen Fest kommt es zum Kampf zwischen Hunnen und Burgunden. Fast alle Beteiligten werden getötet. Kriemhild erfährt zwar den verborgenen Ort des Nibelungenhortes, stirbt jedoch, bevor sie ihn bergen kann. Die Ereignisse werden später in der Nibelungensage und im Nibelungenlied überliefert.
um 600 – Europa: Nach dem Untergang Camelots und mehrerer anderer Schutzorte ziehen sich viele Elfen in große Wälder zurück. Tiermenschen und Orks gründen abgelegene Dörfer oder schließen sich menschlichen Siedlungen an. In vielen Regionen entstehen Legenden über Waldvölker, Wechselbälger und wilde Männer.
732 – Frankenreich, Tours und Poitiers: Das fränkische Heer unter Karl Martell besiegt ein aus dem Süden vorgedrungenes muslimisches Heer. Der Sieg festigt Karl Martells Stellung und stärkt die Macht seiner Familie im Frankenreich.
um 750 – Frankenreich: Karl Martell und seine Nachfolger dulden Andersvölker in ihrem Herrschaftsgebiet, sofern sie dem Reich dienen und Abgaben entrichten. Zwergische Handwerker und tiermenschliche Krieger werden zunehmend an Fürstenhöfen beschäftigt, bleiben rechtlich jedoch von der Gnade ihrer jeweiligen Herren abhängig.
778 – Pyrenäen, Roncesvalles: Beim Rückzug aus Spanien gerät die Nachhut des fränkischen Heeres in einen Hinterhalt. Roland und seine Gefolgsleute werden vollständig aufgerieben. Sein Tod wird später im Rolandslied zu einer großen Heldensage ausgestaltet.
793 – Britannien, Lindisfarne: Nordische Krieger überfallen das Kloster auf der Insel Lindisfarne, plündern dessen Schätze und töten zahlreiche Bewohner. Der Angriff gilt als Beginn einer neuen Epoche der Wikingerüberfälle auf die Küsten Europas.
800 – Frankenreich, Rom: Papst Leo III. krönt Karl den Großen zum Kaiser. Damit entsteht im Westen erstmals seit dem Untergang des Weströmischen Reiches wieder ein Kaisertum.
um 800 – Frankenreich: Mit der Kaiserkrönung Karls des Großen beginnt die erste umfassende Erfassung menschlicher und nichtmenschlicher Untertanen. Andersvölker erhalten in einigen Gebieten Schutz, werden in anderen jedoch zur Taufe oder zur Aufgabe ihrer alten Bräuche gezwungen.
845 – Westfrankenreich, Paris: Eine große Wikingerflotte fährt die Seine hinauf und belagert Paris. Nachdem die Angreifer Teile der Stadt geplündert haben, erkauft König Karl der Kahle ihren Abzug mit einer großen Menge Silber.
um 950 – Mitteleuropa: In mehreren Handelsstädten entstehen erstmals feste Viertel, in denen Menschen und Andersvölker gemeinsam leben und arbeiten. Zwerge betreiben Schmieden und Bergwerke, Elfen handeln mit Heilmitteln und seltenen Waren, während Tiermenschen häufig als Jäger, Wächter und Boten tätig sind.
962 – Ostfrankenreich, Rom: Papst Johannes XII. krönt Otto I. zum Kaiser. Das von ihm beherrschte Reich entwickelt sich zur bestimmenden Macht in Mitteleuropa.
um 1000 – Europa: Prediger, Gelehrte und einfache Menschen erwarten den Anbruch einer neuen Zeit. Kometen, Seuchen und Berichte über ungewöhnliche Kreaturen werden vielerorts als Zeichen des bevorstehenden Weltendes gedeutet. Andersvölker sind in vielen Teilen Europas keine unbekannten Erscheinungen mehr. Dennoch gelten sie vielerorts weiterhin als Außenseiter, Heiden oder Wesen aus alten Sagen. Ihre Rechte hängen vom jeweiligen Herrscher, der örtlichen Kirche und dem Nutzen ab, den man ihnen zugesteht.
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