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CHRONIK ANNO VAPORIS


Dampfzeit

„Ich bin Kalyr, erster Chronos der Erde, und ich möchte euch erzählen, was geschehen wäre, wenn die Insel der Träume nicht im Nebel der Zeit verschwunden wäre. Denn ich blicke nicht nur durch Raum und Zeit, sondern sehe auch, was dazwischen geschieht – und ich war dabei! Da die Magie niemals verloren ging, hat sich die Technik in dieser parallelen Dimension seit dem viktorianischen Zeitalter langsamer und auf andere Weise entwickelt. Viele Modeerscheinungen und Gerätschaften sind bis heute nahezu unverändert erhalten geblieben, weil sie in Verbindung mit Magie ihren Zweck ebenso gut erfüllten wie die neuesten technischen Errungenschaften der Neuzeit Anno Mysterii. Dampfbetriebene Zeppeline statt Düsenjets, Musketen, die Blitze schleudern, laufradbetriebene Kraftwerke oder skurrile Erfindungen wie Apparaturen mit verrosteten Zahnrädern und magisch glühenden Dioden sind nur wenige Beispiele. Diese Ära nennen wir Chronos die Dampfzeit. Ich erzähle euch nun die Geschichten einer parallelen Welt, in der Nostalgie, Technik und Magie miteinander verschmolzen sind. Eine Welt, die ihr so nie erlebt habt und die doch Einfluss auf euer Universum nehmen wird. Die Wesen dieser Welt sind die Erben der Sagenreiche von Mythandria.“

 

ANNO NOCTIS: DAS ZEITALTER DER SCHATTEN

Bevor wir in die Dampfzeit von Anno Vaporis eintreten, müssen wir einen kurzen Abstecher in die Schattenzeit von Anno Noctis unternehmen. Am Ende des letzten großen Dras-Krieges der Ätherzeit stellen sich die Völker und Mächte Mythandrias gemeinsam den Heerscharen der Dras’Shar-Sekte entgegen. Dabei tritt der Plan des Dras-Königs, die gesamte Welt den Mächten der Nagoch auszuliefern, immer deutlicher zutage. Die Arkanen Krieger versuchen, die Pläne der Dras’Shar endgültig zu vereiteln, und bereiten gemeinsam mit dem Volk der Traumlinge ein gewaltiges kosmisches Konglomerat vor.

 

Doch der Chronos Thrar’Modas ist längst von der Macht Themokh’Thars korrumpiert worden. Um jeden Preis will er das Ritual verhindern. Kalyr, ebenfalls ein Chronos und Beobachter der Erde, stellt sich ihm entgegen. Im Kampf der beiden Zeitwächter unterliegt Kalyr jedoch seinem Widersacher. Thrar’Modas gelingt es, das Ritual der Traumlinge zu sabotieren – mit verheerenden Folgen.

 

Unvorstellbare Schrecken und monströse Kreaturen dringen durch mehrere der großen Portale. Jedes dieser uralten Bauwerke bildet eine Brücke durch Raum und Zeit. So erscheinen die Wesen nicht nur an verschiedenen Orten der Welt, sondern auch in unterschiedlichen Zeitaltern. Wo immer sie auftauchen, verbreiten sie Angst, Wahnsinn und Verderben. Die Grenzen zwischen der Welt der Lebenden, dem Reich der Toten und den dunklen Sphären beginnen zu zerfallen. Eine Zukunft des blanken Horrors offenbart sich: Untote wandeln durch verlassene Straßen, Vampire herrschen über verfallene Adelshäuser und namenlose Wesen lauern in den Wäldern, Sümpfen und Ruinen der alten Welt.

 

Die wenigen Überlebenden verschanzen sich in befestigten Städten, Klöstern und abgelegenen Siedlungen. Jäger, Exorzisten, Alchemisten und Magier stellen sich den Kreaturen der Nacht entgegen. Doch niemand weiß, ob sie die Menschheit retten oder durch ihre Taten nur noch größere Schrecken entfesseln werden.

 

Anno Noctis, das Zeitalter der Schatten, erstreckt sich über mehrere Jahrhunderte. Mit der Ausbreitung befestigter Städte, der Gründung organisierter Jägerorden und der Entwicklung neuer alchemistischer Waffen werden die Kreaturen der Schatten allmählich aus den besiedelten Gebieten verdrängt. Vollständig verschwinden sie jedoch nie. In abgelegenen Regionen und verborgenen Gesellschaften überdauern sie bis in spätere Zeiten.

 

Das endgültige Ende von Anno Noctis beginnt schließlich mit dem Zeitalter der Technik und der Entdeckung einer Pflanze, die bis dahin als nahezu bedeutungslos galt – und doch den Lauf der Geschichte für immer verändern sollte: der Šóta-Pflanze.

 

ZEITALTER DER ERFINDER UND ENTDECKER

Das Zeitalter der Schatten, Anno Noctis, hinterließ in vielen Teilen der Welt eine tief verwurzelte Abneigung gegen Magie, die in bestimmten gesellschaftlichen Kreisen noch sehr lange fortwirken sollte. Menschen und Andersvölker leben bereits seit Jahrhunderten Seite an Seite. Nichtmenschliche Geschöpfe wie Elfen, Zwerge und Tiermenschen sind ein selbstverständlicher Teil der Städte, Reiche und Gemeinschaften, auch wenn ihre gesellschaftliche Stellung von Region zu Region sehr unterschiedlich ist. Alte Vorurteile, religiöse Feindbilder und wirtschaftliche Rivalitäten führen immer wieder zu Spannungen. Vielerorts kämpfen Andersvölker um ihre Rechte und gesellschaftliche Anerkennung.

 

15. April 1452 – Toskana: Geburt von Leonardo da Vinci

1468 – Ostfeste, Florenz: Leonardo da Vinci beginnt seine Lehre als Maler und Bildhauer in der renommierten Werkstatt von Andrea del Verrocchio

1469 – Ostfeste, Böhmen: Nach dem Einsturz mehrerer Silberstollen bei Kuttenberg werden zwergische Bergleute aus den umliegenden Gebirgen angeworben. Sie sichern die Schächte und führen ein System von Fluchtstollen ein. Als Gegenleistung erhalten ihre Sippen das Recht, überirdische Wohnviertel außerhalb ihrer Bergstadt zu errichten.

14721478 – Ostfeste, Florenz: Leonardo da Vinci wird in die Lukasgilde (Florenzer Malervereinigung) aufgenommen. In dieser Zeit entstehen erste Meisterwerke wie das Bildnis der Ginevra de’ Benci und die Verkündigung. 1478 vollendet er einen durch gespannte Blattfedern angetriebenen selbstfahrenden Wagen. Das Fahrzeug kann vor Beginn der Fahrt auf einen festgelegten Kurs eingestellt werden und bewegt sich anschließend ohne Zugtier. Der Wagen wird zunächst bei Theateraufführungen eingesetzt, findet später jedoch auch Verwendung zum Transport gefährlicher alchemistischer Stoffe.

14821485 – Ostfeste, Mailand: Leonardo da Vinci zieht an den Hof von Ludovico Sforza nach Mailand. Dort arbeitet er nicht nur als Hofmaler und Ausrichter prächtiger Feste, sondern auch als Militäringenieur, Architekt und Mechaniker. In einem Schreiben an den Herrscher beschreibt er bewegliche Brücken, Geschütze, gepanzerte Fahrzeuge, Flugmaschinen und weitere Kriegsgeräte. 1485 entwickelt er einen mechanischen Schlagflügelapparat. Die Maschine überträgt die Kraft von Armen und Beinen über Kurbeln, Seilzüge und Zahnräder auf zwei große Flügel.

1486 – Ostfeste, Tirol: In mehreren Bergwerken bei Schwaz kommt es zu Unruhen, nachdem menschliche Unternehmer versuchen, die traditionellen Schürfrechte benachbarter Zwergensippen einzuschränken.

1486–1490 – Ostfeste, Mailand: Leonardo da Vinci konstruiert einen Sichelwagen. Seitlich angebrachte rotierende Klingen sollen gegnerische Formationen aufbrechen. Des weiteren baut er eine mehrläufige Orgelkanone. Mehrere Reihen kleiner Geschützrohre können abwechselnd abgefeuert und nachgeladen werden. Die Waffe erreicht eine bislang unbekannte Feuergeschwindigkeit und wird zum Vorläufer späterer Salven- und Trommelgeschütze. 1487 vollendet er seine erste Luftschraube. Ein spiralförmiger, mit Leinen bespannter Rotor wird durch vier Männer und ein System vorgespannter Federn angetrieben. 1488 stellt Leonardo einen gepanzerten Kampfwagen fertig. Das kegelförmige Fahrzeug wird von einer im Inneren verborgenen Mannschaft bewegt und trägt ringsum leichte Geschütze. Des weiteren errichtet er eine gewaltige Armbrust auf einem fahrbaren Untergestell. Die Waffe verschießt schwere Bolzen, Brandgefäße und alchemistische Sprengkörper. 1489 entwickelt er mechanische Flügel für einzelne Soldaten und Kundschafter. 1490 baut Leonardo da Vinci für die höfische Aufführung der „Festa del Paradiso“ eine gewaltige Bühnenmaschine. Bewegliche Planeten, Sterne und Wolken kreisen über den Darstellern, während verborgene Aufzüge Schauspieler scheinbar in den Himmel tragen.

12. Oktober 1492 – Westfeste: Christoph Kolumbus entdeckt die Westfeste.

1494 – Ostfeste, Mailand in Italien: Leonardo vollendet einen mechanischen Ritter. Die mannsgroße, gepanzerte Figur kann sitzen, aufstehen, die Arme bewegen, den Kopf drehen und ihr Visier öffnen. Ein System aus Seilzügen, Rollen und Zahnrädern steuert die Bewegungen.

1495 – Ostfeste, Augsburg: Veit Rädlein, Goblin und Uhrmacher, baut für das Fuggerhaus ein mechanisches Rechenwerk, das wiederkehrende Zinsfolgen mithilfe austauschbarer Zahnräder darstellt.

1496–1499 – Ostfeste, Mailand: Leonardo führt eine Dampfkanone vor, die er Architonnerre nennt. Wasser wird in einer erhitzten Metallkammer schlagartig in Dampf verwandelt und schleudert ein Geschoss aus dem Rohr. Die Waffe benötigt kein Schwarzpulver. 1498 baut er einen verbesserten Flugapparat mit feststehenden Tragflächen und beweglichem Leitwerk. Der Pilot liegt in einer hölzernen Gondel und steuert die Maschine über Handhebel und Fußpedale. Nach dem Einmarsch französischer Truppen im Jahr 1499 verlassen zahlreiche goblinische Feinmechaniker und zwergische Metallarbeiter, die zuvor am Hof Ludovico Sforzas tätig waren, gemeinsam mit menschlichen Ingenieuren die Stadt. Unter ihnen befindet sich auch Leonardo da Vinci. Dadurch verbreiten sich die mailändischen Kenntnisse über neue technische Errungenschaften und alchemistische Werkstoffe von Mantua und Venedig bis nach Nürnberg und Lyon.

1500–1503 – Ostfeste: Leonardo da Vinci reist nach Mantua, Venedig und Cesena. Er arbeitet unter anderem als leitender Ingenieur für den berüchtigten Feldherrn Cesare Borgia. Er entwickelt einen ledernen Taucheranzug mit Sichtfenstern, Schwimmkörpern und Atemschläuchen, die zu einer Glocke an der Wasseroberfläche führen. Des weiteren baut er einen Wasserläufer, der breite Schwimmschuhe mit langen Balancierstäben verbindet. 1502 legt er Sultan Bayezid II. den Entwurf einer gewaltigen Bogenbrücke über das Goldene Horn vor. Der Sultan nimmt den Vorschlag an und beauftragt Leonardo mit dem Bau.

1501 – Ostfeste, Krakau im Königreich Polen: Königliche Beamte richten für andersvölkische Händler einen eigenen Marktbezirk außerhalb der inneren Stadtmauer ein. Offiziell soll die Regelung Streitigkeiten zwischen den Zünften verhindern. Tatsächlich müssen Andersvölkische dort höhere Standgebühren entrichten und dürfen ihre Waren nur an bestimmten Tagen verkaufen. Zwergische Metallhändler und elfische Apotheker umgehen die Beschränkungen zunehmend durch menschliche Zwischenhändler.

Ab 1503 – Ostfeste, Florenz: Leonardo da Vinci kehrt zurück nach Florenz. Er beginnt mit der Arbeit an der Mona Lisa und studiert intensiv den Vogelflug sowie die menschliche und Andersvölkische Anatomie. Er entwickelt einen verbesserten Fallschirm mit verkleinertem Holzrahmen und steuerbaren seitlichen Öffnungen.

1504 – Ostfeste, westliches Irland: Nach mehreren schlechten Fangjahren beschuldigen Fischer aus Galway die Selkies der vorgelagerten Inseln, ihnen die Fischschwärme zu entziehen. Als bewaffnete Fischer eine selkische Niederlassung durchsuchen, kommt es zu schwerwiegenden Auseinandersetzungen, bei denen zahlreiche Selkies getötet werden.

1505–1506 – Ostfeste, Florenz in Italien: Leonardo da Vinci vollendet seinen fortschrittlichsten Ornithopter. Der Apparat verbindet Schlagflügel mit festen Gleitflächen und einem großen Federkraftspeicher. Die Leonardo-Brücke über das Goldene Horn wird 1506 in Konstantinopel eröffnet. Sie ist die größte einbogige Steinbrücke ihrer Zeit und verbindet die Handelswege zwischen Konstantinopel und Galata. Ihr Bau macht Leonardo auch außerhalb Italiens als Ingenieur berühmt.

1507 – Ostfeste, Straßburg: Die elfische Anatomin Élaine de Morcant veröffentlicht eine vergleichende Untersuchung menschlicher und andersvölkischer Anatomi. Ärzte nehmen ihre Beobachtungen auf, während kirchliche Gelehrte die Darstellung verschiedener Völker in einem gemeinsamen anatomischen Werk kritisieren.

1510 – Ostfeste, Mailand in Italien: Leonardo da Vinci baut einen automatischen Löwen als Geschenk für den französischen Hof.

1511 – Ostfeste, Norditalien: Eine schwere Seuche breitet sich unter den Andersvölkischen entlang der Handelswege zwischen Venedig, Verona und Mailand aus. Da Menschen nur selten erkranken, vermuten die Ärzte zunächst eine gemeinsame körperliche Besonderheit der Andersvölkischen, können jedoch weder die Ursache noch den Übertragungsweg bestimmen. Mehrere Städte lassen daraufhin ganze andersvölkische Viertel abriegeln und untersagen Andersvölkischen die Einreise. Die Maßnahmen verhindern die weitere Ausbreitung der Krankheit jedoch kaum. Der elfische Arzt Lucien Vaelcor stellt schließlich fest, dass die Erkrankung nicht von der Herkunft der Betroffenen abhängt. Sie befällt vielmehr aethersensible Geschöpfe und damit vereinzelt auch Menschen. In den Körpern der Erkrankten weist Vaelcor Spuren einer Korrumpierung durch Nihil, die kosmische Macht des Nichts, nach. Wie deren Einfluss in die Handelsstädte gelangte, bleibt ungeklärt. Mithilfe sogenannter Machtsteine können sich die Opfer jedoch von der Nihil-Korrumpierung befreien. Obwohl die unmittelbare Gefahr damit gebannt wird, heben viele Städte die verhängten Sperren nur teilweise auf. Die abgeriegelten Viertel bleiben vielerorts bestehen und entwickeln sich in den folgenden Jahrzehnten zu überfüllten andersvölkischen Armenvierteln. Nach ihrem Vorbild entstehen in den folgenden Jahren auch in weiteren Städten Europas sogenannte Andersviertel, in denen Andersvölkische räumlich, wirtschaftlich und rechtlich von der übrigen Bevölkerung getrennt leben.

1513–1516 – Ostfeste, Rom: Leonardo da Vinci arbeitet im Vatikan unter dem Schutz von Papst Leo X., widmet sich jedoch verstärkt wissenschaftlichen Studien.

15161519 – Ostfeste, Frankreich: Auf Einladung des kunstsinnigen französischen Königs Franz I. zieht Leonardo da Vincian den Hof in Amboise. Er lebt und arbeitet im Schloss Clos Lucé. 1517 lässt er einen künstlichen mechanischen Drachen bauen, der bei höfischen Festen durch die Luft gleitet. Aus seinem Maul treten Rauch und Flammen hervor. 1518 fasst Leonardo seine Forschungen über Automaten, Flugmaschinen, Wasserbau, Dampfkräfte und Kriegsgeräte im sogenannten Codex Mechanica zusammen. Abschriften gelangen später an italienische, französische und osmanische Werkstätten und beeinflussen die frühen Dampfpioniere. Am 2. Mai 1519 stirbt Leonardo da Vinci im Alter von 67 Jahren in Amboise. Er hinterlässt Tausende von Notizbuchseiten (Codices) voller Entwürfe, Skizzen und philosophischer Gedanken.

1519 – Ostfeste, Reichsgebiete Karls V.: Nach der Wahl Karls V. zum römisch-deutschen König reichen Abgesandte mehrerer Andersvölker eine gemeinsame Bittschrift ein. Sie fordern Anerkennung und Schutz vor willkürlicher Vertreibung. Die Eingabe wird nicht grundsätzlich abgelehnt, jedoch an die jeweiligen Landesherren verwiesen und bleibt damit ohne einheitliche Wirkung.

1567–1571 – Ostfeste, Norwegen: Der sogenannte Trollkrieg beginnt, nachdem die dänisch-norwegische Krone neue Bergwerke, Straßen und befestigte Zollstationen im Gudbrandsdal und den angrenzenden Gebirgsregionen errichten lässt. Dabei werden Wälder gerodet, Bergstollen angelegt und mehrere Täler besetzt, die seit Jahrhunderten von Trollsippen bewohnt werden. Alte Vereinbarungen, nach denen die Trolle im Gegenzug für den Schutz von Pässen und Brücken von königlichen Abgaben befreit sind, werden von den eingesetzten Beamten nicht anerkannt. Unter der Führung des Trollkönigs Torvald Bergson greifen mehrere Sippen königliche Bautrupps an, zerstören Brücken und versperren Gebirgspässe. Die dänisch-norwegische Krone entsendet Monsterjäger, Soldaten, Bergleute und Geschütze, kann die Trolle in den schwer zugänglichen Tälern jedoch nicht entscheidend schlagen. Beide Seiten verüben Überfälle auf Siedlungen und Vorratslager. Zahlreiche menschliche Bauern geraten zwischen die Fronten, obwohl einige Dörfer seit Generationen friedlich mit den benachbarten Trollsippen zusammenleben. Der Krieg endet mit dem Frieden von Otta. Die Krone bestätigt den Trollsippen den Besitz mehrerer Hochtäler und heiliger Berghöhlen, erhält jedoch das Recht, befestigte Straßen durch ihre Gebiete anzulegen. Die Trolle müssen den königlichen Truppen freien Durchzug gewähren und dürfen Reisende nicht mehr nach eigenem Ermessen mit Wegzöllen belegen. Torvald Bergson erkennt den dänisch-norwegischen König formell als Landesherrn an, verweigert ihm jedoch den Anspruch auf die Berge selbst.

1584 – Ostfeste, Venedig: Die elfische Zeichnerin Lucia Verdalba bewirbt sich um eine feste Stellung als Kartografin. Ihre außergewöhnlich genaue Wahrnehmung und künstlerische Begabung übertreffen das Können ihrer Kollegen. Dennoch wird sie sowohl als Frau als auch wegen ihrer elfischen Herkunft nicht als eigenständige Kartografin anerkannt. Ihre Karten kann sie deshalb nur unter dem Namen ihres menschlichen Freundes Matteo Bellini veröffentlichen und verkaufen.

1607 – Westfeste, Virginia: Jamestown wird von der Virginia Company gegründet und entwickelt sich zur ersten dauerhaft bestehenden englischen Siedlung auf der nördlichen Westfeste.

1620 – Westfeste, Massachusetts: Englische Siedler erreichen mit der Mayflower die Küste der nördlichen Westfeste und gründen die Plymouth-Kolonie.

1622–1676 – Westfeste: 1622–1632 und 1644–1646 kämpfen bei Virginia unter der Führung Opechancanoughs Angehörige der Powhatan-Konföderation gegen die weitere Ausbreitung der englischen Kolonien. 1636–1637 kämpfen im Pequot-Krieg englische Kolonisten und ihre indigenen Verbündeten gegen die Pequot. Viele Pequot werden getötet, versklavt oder aus ihrer Heimat vertrieben. 1675–1676 führen im sogenannten King Philip’s War mehrere indigene Gruppen unter Metacomet, von den Engländern „King Philip“ genannt, Krieg gegen die koloniale Expansion.

ZEITALTER DER DAMPFPIONIERE

1678 – Ostfeste, Nürnberg: Der Zwergenschmied Harnulf Hammerschlag erhält nach einem zwölfjährigen Rechtsstreit das Bürgerrecht der Reichsstadt und wird in die Handwerkerzunft aufgenommen. Die Zunft hatte seine Aufnahme zuvor mit der Begründung verweigert, Angehörige unterirdischer Völker könnten zwar in menschlichen Werkstätten arbeiten, dürften jedoch weder das Meisterrecht erwerben noch eine eigene Schmiede führen. Als Bedingung seiner Aufnahme muss Harnulf auch menschliche Lehrlinge ausbilden und einen Teil seiner Verfahren zur Härtung von Stahl innerhalb der Zunft offenlegen.

1690 – Ostfeste, Marburg: Denis Papin beschreibt und erprobt eine frühe atmosphärische Kolbenmaschine, bei der die Kondensation von Wasserdampf einen Unterdruck erzeugt und der äußere Luftdruck den Kolben bewegt.

1698 – Ostfeste, England: Thomas Savery patentiert eine dampfbetriebene Pumpe zur Wasserhebung.

1699 – Ostfeste, Archangelsk im Russischen Zarenreich:: Der Hexerzirkel gründet im Verborgenen die Schule der dunklen Künste. In den unterirdischen Gewölben eines aufgegebenen Klosters außerhalb der Stadt werden Hexer, Ritualkundige und Okkultisten ausgebildet, die von den kirchlichen und weltlichen Obrigkeiten verfolgt werden. Das Wissen wird innerhalb kleiner Meisterzirkel weitergegeben, deren Mitglieder einander häufig nur unter Decknamen kennen.

1712 – Ostfeste, England: Thomas Newcomen entwickelt eine praktisch einsetzbare atmosphärische Dampfmaschine, die vor allem zum Abpumpen von Wasser aus Bergwerken verwendet wird.

1743 – Ostfeste, Wien: Das Magierkonzil gründet das Kaiserliche Collegium Arcanum. Es ist die erste öffentlich anerkannte Magierschule Europas seit dem Ende von Anno Noctis. Neben Aetherformellehre, Alchemie und Ritualkunde werden dort auch Mathematik, Naturphilosophie und Rechtskunde unterrichtet. Die Absolventen verpflichten sich, ihre Fähigkeiten ausschließlich im Dienst anerkannter Staaten, Städte oder Institutionen einzusetzen.

1769 – Ostfeste, Großbritannien: James Watt patentiert Verbesserungen an der Dampfmaschine, darunter den separaten Kondensator, der ihren Wirkungsgrad deutlich erhöht.

4. Juli 1776 – Westfeste, Philadelphia: Die dreizehn britischen Kolonien verabschieden die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten der Westfeste.

1777 – Westfeste, Vermont: Die Verfassung der unabhängigen Republik Vermont verbietet die Versklavung erwachsener Menschen und Andersvölker grundsätzlich. Die Bestimmung gilt als eines der frühesten gesetzlichen Verbote der Sklaverei in der nördlichen Westfeste, enthält jedoch altersbezogene Einschränkungen und beendet die Praxis nicht sofort vollständig.

1780 – Westfeste, Pennsylvania: Pennsylvania beschließt ein Gesetz zur schrittweisen Abschaffung der Sklaverei. Bereits versklavte Menschen und Andersvölker bleiben zunächst in ihrem bisherigen Status, während nach Inkrafttreten des Gesetzes geborene Kinder versklavter Frauen nach einer langen Dienstzeit freigelassen werden sollen.

1782 – Ostfeste, Großbritannien: James Watt patentiert die doppelt wirkende Dampfmaschine, bei der der Dampf den Kolben in beide Richtungen antreibt.

1783 – Westfeste, Massachusetts: Auf Grundlage der Verfassung von Massachusetts erklären Gerichte die Sklaverei für unvereinbar mit dem Grundsatz, dass alle Menschen und Andersvölkische frei geboren seien. Die Sklaverei verliert dadurch im Staat ihre rechtliche Grundlage.

ZEITALTER DER ŠÓTA-ENTDECKUNG

1785 – Westfeste, nördliche Gebiete: Während einer langen und gefährlichen Segelschiffexpedition entdeckt der Forscher Dr. Karl Gustav von Hohenheim die Šóta-Pflanze, die den wissenschaftlichen Fortschritt bald erheblich beschleunigen wird. Traumlinge sollen sie Jahrhunderte zuvor über die Traumebene von Mythandria zu indigenen Stämmen der nördlichen Westfeste gebracht haben.

9. Dezember 1785 – Ostfeste, London: Die ersten getrockneten Šóta-Proben aus der Westfeste treffen ein.

11. Februar 1786 – Ostfeste, London und weitere Forschungszentren Europas: Botanische und alchemistische Untersuchungen der Šóta-Pflanze beginnen. Indigene Gesandte aus den Chieflands warnen die Gelehrten davor, Šóta als Brennstoff zu verwenden. Ihrer Überlieferung zufolge hält die Pflanze das Gleichgewicht zwischen der stofflichen Welt und dem Aether aufrecht. Die Warnungen werden als Aberglaube abgetan.

17. September 1787 – Westfeste, Philadelphia: Die Verfassung der Vereinigten Staaten der Westfeste wird unterzeichnet.

4. März 1789 – Vereinigte Staaten der Westfeste: Die neue Bundesregierung nimmt ihre Arbeit auf. George Washington wird am 30. April 1789 als erster Präsident vereidigt.

1798 – Ostfeste, Paris: Nach den politischen Umwälzungen in Frankreich gründet das Magierkonzil die École des Sciences Aethériques. Die Schule verbindet traditionelle Magie mit Mechanik, Alchemie und moderner Naturwissenschaft. Erstmals werden auch begabte Menschen und Andersvölkische ohne adelige Herkunft aufgenommen. Konservative Mitglieder des Magierkonzils betrachten diese Öffnung mit Misstrauen.

1791–1825 – Ostfeste, London, Paris, Berlin und weitere Forschungszentren: Zahlreiche Versuche, das flüchtige Šóta-Sekret zu konservieren, scheitern. Unverdünnt führt es regelmäßig zu Explosionen und Aetherverzerrungen.

1804–1865 – Westfeste, New Jersey: New Jersey beschließt 1804 eine besonders langsame, schrittweise Abschaffung der Sklaverei. Kinder versklavter Frauen gelten zunächst als langfristig gebundene Dienstkräfte und müssen bis ins Erwachsenenalter für die Besitzer ihrer Mütter arbeiten. Noch 1860 leben dort Menschen und Andersvölkische in einem rechtlichen Abhängigkeitsverhältnis, das der Sklaverei weitgehend entspricht. Erst der 13. Verfassungszusatz von 1865 beseitigt die verbliebenen Formen der Sklaverei endgültig.

8.–10. Januar 1811 – Westfeste, Louisiana: Beim Aufstand an der German Coast erheben sich mehrere Hundert versklavte Menschen und Andersvölkische. Sie marschieren in Richtung New Orleans. Milizen und Truppen schlagen den Aufstand gewaltsam nieder.

1816 – Ostfeste, Berlin: Das Magierkonzil eröffnet die Königliche Akademie für Aetherformellehre und Artefaktkunst. Die Akademie entwickelt einheitliche Prüfungen für Magiebegabte und führt staatlich anerkannte Magierpatente ein. Ohne ein solches Patent dürfen Absolventen in zahlreichen deutschen Königreichen und Fürstentümern keine gewerblichen magischen Dienste anbieten.

Juni–Juli 1822 – Westfeste, Charleston in South Carolina: Die Behörden decken einen mutmaßlich von Denmark Vesey vorbereiteten Sklavenaufstand auf. Vesey und zahlreiche weitere Beschuldigte werden hingerichtet.

27. September 1825 – Ostfeste, England: Auf der Strecke zwischen Stockton und Darlington nimmt eine öffentliche Eisenbahn den Betrieb auf, auf der auch Dampflokomotiven eingesetzt werden.

4. Juli 1827 – Westfeste, New York: Ein bereits 1817 beschlossenes Gesetz tritt vollständig in Kraft. Die letzten Menschen und Andersvölkischen, die nach dem bisherigen Recht noch als Sklaven gehalten werden dürfen, werden freigelassen. Damit ist die Sklaverei im Staat New York formell abgeschafft.

8. Februar 1828 – Ostfeste, Nantes in Frankreich: Jules Verne wird geboren. Schon in jungen Jahren entwickelt er eine große Leidenschaft für Schiffe, technische Neuerungen, fremde Länder und Berichte über unerforschte Gebiete.

1830 – Westfeste, Washington, D.C.: Präsident Andrew Jackson unterzeichnet den Indian Removal Act. Das Gesetz schafft die Grundlage für die gewaltsame Umsiedlung zahlreicher indigener Stämme aus dem Südosten der Vereinigten Staaten der Westfeste.

ZEITALTER DER AETHERINDUSTRIALISIERUNG

22. Oktober 1832 – Ostfeste, Kaiserliches Versuchslabor in London: Erstmals gelingt der erfolgreiche Einsatz von stark verdünntem Šóta-Sekret in einer Dampfmaschine.

1833 – Ostfeste, Göttingen: Carl Friedrich Gauß und Wilhelm Eduard Weber bauen einen frühen elektromagnetischen Telegrafen. Eine Leitung verbindet die Göttinger Sternwarte mit dem Physikalischen Kabinett.

1836 – Ostfeste, Prag, Wien und Budapest: Der Hexerzirkel gründet mehrere sogenannte Nachtschulen. In Hinterzimmern, Katakomben und verlassenen Werkstätten erhalten nicht registrierte Magiebegabte Unterricht in Okkultismus, Schutzritualen und der Verschleierung ihrer Aetherpräsenz. Die Schulen nehmen insbesondere Andersvölkische, mittellose Begabte und Personen auf, denen der Zugang zu den Akademien des Magierkonzils verweigert wird.

1838–1839 – Südöstliche Vereinigte Staaten der Westfeste: Tausende Cherokee werden auf dem sogenannten Pfad der Tränen gewaltsam in das Indianerterritorium westlich des Mississippi vertrieben. Viele sterben an Krankheiten, Hunger und Erschöpfung.

1842 – Ostfeste, London: Ingenieure, Alchemisten und Magier gründen das Königliche Institut für Aethermechanik. Seine Gelehrten untersuchen, wie magische Energie mithilfe von Leitungen, Spulen, Kristallen und mechanischen Regulatoren kontrolliert werden kann. Die dort entwickelten Sicherheitsventile und Aetherableiter bilden später eine wichtige Grundlage der Aethertechnik.

1845 – Ostfeste, London, Manchester und weitere europäische Industriezentren: Wissenschaftler revolutionieren mithilfe der Šóta-Pflanze die Dampfkraft. Bereits ein einzelner Tropfen des kostbaren Pflanzensekrets setzt in stark verdünnter Form eine außergewöhnliche Menge an Dampfenergie frei. Die Ursache liegt in einer magischen Wirkungsweise, die wissenschaftlich noch nicht vollständig erklärt werden kann.

17. September 1846 – Ostfeste, London: Das Kaiserliche Institut für Šóta-Forschung wird gegründet. Es untersucht die Konservierung, Verdünnung und technische Nutzung des Sekrets der Šóta-Pflanze. Vertreter indigener Stämme der Chieflands und mehrere Magier warnen erneut vor den möglichen Folgen eines großflächigen Verbrauchs, werden von der Institutsleitung jedoch weitgehend ignoriert.

11. Februar 1847 – Westfeste, Milan in Ohio: Thomas Alva Edison wird geboren.

21. März 1848 – Ostfeste, London: Eine mechanische Apparatur, der Aether-Lux-Konverter, ermöglicht erstmals die maschinell kontrollierte Nutzung von Aetherenergie und die Erschaffung magischen Lichts.

12. August 1848 – Westfeste, Vereinigte Staaten der Westfeste: Ein Gesetz tritt in Kraft, das die Anwendung von Magie ohne staatliche Genehmigung untersagt. Besonders indigene Schamanen, Andersvölkische und nicht registrierte Magiebegabte geraten ins Visier der Behörden.

ZEITALTER DER DAMPFNATION

21. August 1849 – Westfeste, Chicago: In der Industriestadt verursachen unregistrierte Aethermanipulatoren eine Katastrophe. Die unkontrollierte Manipulation löst eine gewaltige Aetherentladung aus, die ganze Straßenzüge zerstört und Hunderte Menschen tötet. Das Ereignis geht als „Aetherbrand von Chicago“ in die Geschichte ein.

17. September 1849 – Westfeste, Vereinigte Staaten der Westfeste: Mehrere Bundesstaaten verabschieden eine neue Verfassung. Die Vereinigten Staaten der Westfeste werden fortan offiziell als Vereinigte Staaten der Dampfnation bezeichnet.

Dezember 1849 – Westfeste, New York: Andersvölkische und Magiebegabte gründen den Bund der Freien Andersvölker. Die zunächst friedliche Vereinigung fordert gleiche Bürgerrechte, die Aufhebung der räumlichen Trennung in Andersvierteln und den freien Zugang zu Schulen, Zünften und öffentlichen Ämtern. Nach dem Aetherbrand von Chicago geraten ihre Mitglieder zunehmend unter Beobachtung der Behörden.

21. März 1850 – Westfeste, Vereinigte Staaten der Dampfnation: Freie Magie wird verboten und unter Strafe gestellt. Die Regierung begründet das Verbot mit den Gefahren unkontrollierter Aethermanipulation nach dem Aetherbrand von Chicago. Technokratische Kräfte gewinnen an Einfluss und fordern eine strikte Trennung zwischen wissenschaftlich kontrollierter Aethertechnik und freier Magie.

1851 – Westfeste, Ostküste und westliche Grenzgebiete: Die Dampfnation dehnt ihren Einfluss entlang der Ostküste aus und dringt weiter in die westlich gelegenen Chieflands vor.

1851 – Ostfeste, Manchester: Industrielle und Wissenschaftler gründen das Institut für Angewandte Aethertechnik. Das Institut entwickelt Aetherregulatoren, magische Messinstrumente und mechanische Vorrichtungen zur sicheren Übertragung von Aetherenergie. Seine Forschung wird überwiegend von Fabrikbesitzern finanziert, die sich von der neuen Technik eine Steigerung der industriellen Produktion versprechen.

1852 – Westfeste, Chieflands: Die Dampfnation stuft zahlreiche indigene Schamanen als kriminelle Magieanwender ein. Damit beginnt ein neuer Krieg gegen die indigenen Stämme der Chieflands.

1853 – Westfeste, Vereinigte Staaten der Dampfnation: Erste spezialisierte Antimagie-Einheiten werden aufgestellt. Sie verwenden mechanische Fesseln, Aetherdetektoren und Šóta-betriebene Waffen.

1853 – Westfeste, New York: Elisha Otis führt eine Sicherheitsvorrichtung für Aufzüge vor, die verhindert, dass die Kabine bei einem Seilbruch abstürzt. Die Erfindung ermöglicht den Bau höherer Fabrik- und Verwaltungsgebäude.

1853 – Westfeste, Chieflands: Vermessungstrupps der Vereinigten Staaten der Dampfnation entdecken große Šóta-Vorkommen in Gebieten, die mehreren indigenen Stämmen heilig sind. Die ersten Ernteversuche führen zu bewaffneten Zusammenstößen.

1854 – Ostfeste, Großbritannien: Sherlock Holmes wird geboren. Schon früh entwickelt er eine außergewöhnliche Beobachtungsgabe und beschäftigt sich mit Chemie, Anatomie, Verkleidungskunst, Spurenkunde und der wissenschaftlichen Untersuchung von Verbrechen.

1854 – Westfeste, Chieflands: Indigene Krieger und mächtige Schamanen schlagen mehrere Expeditionen der Dampfnation zurück. Mit Unterstützung der Geister ihrer Ahnen und des Großen Geistes leisten sie erbitterten Widerstand.

1854 – Vereinigte Staaten der Dampfnation: Der Kansas-Nebraska Act überlässt die Entscheidung über die Zulassung der Sklaverei in den neuen Territorien den dortigen Siedlern. In Kansas folgen gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und Gegnern der Sklaverei.

1855 – Westfeste, Chieflands: Große Teile der Chieflands bleiben unter der Kontrolle indigener Stämme. Die Expansion der Dampfnation kommt vielerorts zum Stillstand. Man hat die Macht der Schamanen stark unterschätzt.

1856 – Ostfeste, England: Henry Bessemer entwickelt ein Verfahren zur schnellen und kostengünstigen Herstellung von Stahl. Der sogenannte Bessemerprozess beschleunigt den Bau von Eisenbahnen, Brücken, Maschinen und schweren Waffen.

1857 – Westfeste, Boston und New York: Mitglieder des Bundes der Freien Andersvölker veröffentlichen erstmals die Untergrundzeitung „Die Andere Seite“. Sie berichtet über die Verfolgung von Andersvölkischen und die Ausgrenzung nicht registrierter Magiebegabter. Die Behörden beschlagnahmen wiederholt Druckmaschinen, können die Verbreitung der Zeitung jedoch nicht verhindern.

1857–1858 – Ostfeste, Schottland und Island: Der fast dreißigjährige Jules Verne schließt sich Professor Otto Lidenbrock und dessen Neffen Axel auf einer Expedition nach Island an. Die Gruppe entdeckt ein gewaltiges unterirdisches Höhlensystem. Verne wird während eines Einsturzes vom Hauptteil der Expedition getrennt und erlebt nur einen Teil der später als „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ bekannten Expedition.

22. Mai 1859 – Ostfeste, Edinburgh in Schottland: Arthur Conan Doyle wird geboren.

16.–18. Oktober 1859 – Westfeste, Harpers Ferry in Virginia: Der radikale Abolitionist John Brown und seine Anhänger überfallen das dortige Bundesarsenal. Ihr Versuch, einen Aufstand versklavter Menschen und Andersvölkischen auszulösen, scheitert.

6. November 1860 – Vereinigte Staaten der Dampfnation: Abraham Lincoln gewinnt die Präsidentschaftswahl. Die Republikanische Partei fordert die Bewahrung der Union, ein Verbot der Ausweitung der Sklaverei, mehr Rechte für Andersvölkische, die Aufhebung des allgemeinen Magieverbots, Schutzzölle, Siedlungsland für freie Farmer und den Bau einer Eisenbahnverbindung bis zum Pazifik sowie eine stärkere staatliche Kontrolle der Šóta-Plantagen.

20. Dezember 1860 – Westfeste, South Carolina: South Carolina erklärt als erster Südstaat seinen Austritt aus den Vereinigten Staaten der Dampfnation.

ZEITALTER DER GETEILTEN DAMPFNATIONEN

1861 – Westfeste, Vereinigte Staaten: Richard Gatling entwickelt eine mehrläufige Schnellfeuerwaffe. Die Gatling Gun wird zunächst mit einer Handkurbel betrieben und kann in kurzer Zeit zahlreiche Schüsse abgeben.

1861 – Ostfeste, Afrika: Verne schließt sich zeitweise der Ballonexpedition des britischen Forschers Dr. Samuel Fergusson an. Gemeinsam mit Fergusson, Richard Kennedy und dem Diener Joe überquert er einen Teil Afrikas in einem wasserstoffgefüllten Ballon. Seine Beteiligung an den später so bezeichneten „Fünf Wochen im Ballon Expedition“ endet, als er bei einem Zwischenaufenthalt zurückbleibt.

4. Februar 1861 – Westfeste, Montgomery in Alabama: Delegierte mehrerer ausgetretener Südstaaten gründen die Konföderierten Staaten der Dampfnation.

18. Februar 1861 – Westfeste, Montgomery in Alabama: Jefferson Davis wird als Präsident der Konföderierten Staaten der Dampfnation vereidigt.

4. März 1861 – Westfeste, Washington, D.C.: Abraham Lincoln tritt sein Amt als Präsident der Vereinigten Staaten der Dampfnation an.

21. März 1861 – Westfeste, Vereinigte Staaten der Dampfnation: Der Kongress hebt auf Lincolns Initiative das allgemeine Magieverbot durch ein Bundesgesetz auf. Nur gefährliche oder nicht registrierte Aethermanipulation bleibt strafbar.

12. April 1861 – Westfeste, Fort Sumter vor Charleston in South Carolina: Konföderierte Truppen eröffnen das Feuer auf Fort Sumter. Damit beginnt der Sezessionskrieg, ein Bürgerkrieg der Vereinigten Staaten der Dampfnation und der Konföderierten Staaten der Dampfnation.

21. Mai 1861 – Westfeste, Montgomery: Die Stadt wird zur Hauptstadt der Konföderierten Staaten der Dampfnation erklärt.

1862 – Westfeste: Beide Dampfnationen bemühen sich um Bündnisse mit den indigenen Stämmen der Chieflands. Einige Stämme bleiben neutral, andere unterstützen zeitweise eine Kriegspartei oder nutzen den Konflikt, um verlorene Gebiete zurückzugewinnen.

1863 – Westfeste, Konföderierte Staaten der Dampfnation: Der Anti-Aetherklan entsteht. Seine Mitglieder verfolgen Magiebegabte, Schamanen und politische Gegner der konföderierten Regierung. Sie tragen schwarze Kapuzengewänder und verwenden ein brennendes Pentagramm als Zeichen.

1863–1866 – Westfeste, Konföderierte Staaten der Dampfnation: Als Reaktion auf die Entstehung des Anti-Aetherklans bildet sich innerhalb des Bundes der Freien Andersvölker der bewaffnete Andersbund. Seine Mitglieder schützen Andersviertel, befreien Gefangene und zerstören Listen registrierter Magiebegabter. Der Andersbundbund verübt außerdem Anschläge auf Waffenlager und Versammlungsorte des Anti-Aetherklans, vermeidet jedoch nach Möglichkeit Angriffe auf unbeteiligte Zivilisten.

1864–1866 – Westfeste, Südamerika, Australien und Pazifik: Verne unterstützt Lord und Lady Glenarvan bei ihrer langjährigen Suche nach Kapitän Grant. Er nimmt nur an einzelnen Reiseabschnitten teil und verbringt die Zwischenzeiten mit der Auswertung von Karten, Briefen und Augenzeugenberichten. Das Unternehmen wird später als „Die Kinder des Kapitän Grant“ bekannt.

29. November 1864 – Westfeste, Sand Creek im Colorado-Territorium: Angehörige einer Miliz aus Colorado überfallen ein Lager von Cheyenne und Arapaho und töten zahlreiche Menschen, darunter viele Frauen und Kinder. Das Ereignis geht als Massaker von Sand Creek in die Geschichte ein.

1864 – Westfeste, Chieflands: Nach wiederholten Angriffen auf Siedlungen und heilige Stätten schließen sich mehrere indigene Stämme zu einem gemeinsamen Verteidigungsrat zusammen: Den großen Rat der Chieflands.

1865 – Westfeste, neutraler Verhandlungsort beider Dampfnationen: Erste Friedensverhandlungen scheitern. Der Sezessionskrieg dauert an.

14.–15. April 1865 – Westfeste, Washington, D.C.: Präsident Abraham Lincoln wird im Ford’s Theatre von John Wilkes Booth angeschossen und stirbt am folgenden Morgen.

6. Dezember 1865 – Vereinigte Staaten der Dampfnation: Mit der Ratifizierung des 13. Verfassungszusatzes wird die Sklaverei in allen Staaten der Vereinigten Staaten der Dampfnation abgeschafft, mit Ausnahme von Zwangsarbeit als Strafe nach einer strafrechtlichen Verurteilung. Auch die Anwendung von Magie wird wieder erlaubt. In den konföderierten Staaten der Dampfnation hingegen bleibt Sklaverei weiterhin erlaubt und Magieanwendung verboten.

1867 – Ostfeste, Zürich: Das Polytechnische Institut für Šóta-Dampfkraft wird gegründet. Es bildet Ingenieure in der Konstruktion von Hochdruckkesseln, Aetherkondensatoren und Šóta-betriebenen Maschinen aus. Das Institut führt verbindliche Sicherheitsprüfungen ein, nachdem mehrere unzureichend abgeschirmte Versuchsanlagen Aetherverzerrungen ausgelöst haben.

1866–1867 – Weltmeere: Nach Berichten über ein unbekanntes Seeungeheuer nimmt Verne Kontakt zu Professor Pierre Aronnax auf und begleitet kurzzeitig die Suche der Vereinigten Staaten nach dem rätselhaften Wesen. Er wird vor dem entscheidenden Zusammenstoß von der Expedition getrennt. Aronnax, Conseil und Ned Land geraten daraufhin an Bord des Unterseebootes Nautilus unter Kapitän Nemo. Verne erfährt später aus ihren Aufzeichnungen von der Reise, die als „Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer“ bekannt wird.

1866 – Ostfeste, Deutschland: Werner von Siemens entwickelt eine leistungsfähige Dynamomaschine. Sie ermöglicht es, mechanische Energie in größeren Mengen in elektrische Energie umzuwandeln.

1867 – Westfeste, Baltimore: Während einer Reise durch die nördliche Westfeste besucht Verne den Kanonenklub von Baltimore und wird Zeuge der Vorbereitungen eines bemannten Geschossfluges zum Mond. Er gehört nicht zur Besatzung. Das Unternehmen wird als „Von der Erde zum Mond“ bekannt.

1868 – Westfeste, Milwaukee: Christopher Latham Sholes entwickelt eine praxistaugliche Schreibmaschine. Das Gerät beschleunigt die Arbeit in Verwaltungen, Zeitungsredaktionen, Handelsgesellschaften und militärischen Stäben.

1868 – Westfeste, Fort Laramie und die Großen Ebenen: Ein Friedensvertrag sichert den Sioux ein großes Reservat einschließlich der heiligen Black Hills zu. Nach jahrelangen Grenzverletzungen tritt erstmals der Große Rat der Chieflands zusammen. Zahlreiche indigene Stämme vereinbaren gegenseitigen Beistand, gemeinsame Handelswege und den Schutz heiliger Šóta-Gebiete.

1869 – Ostfeste, Pokrowskoje im Russischen Reich: Grigori Jefimowitsch Rasputin wird geboren.

1870 – Westfeste, Pazifik: Jules Verne beteiligt sich an der Suche nach dem verschollenen Mondgeschoss und erlebt die Bergung seiner Besatzung. Die Ereignisse werden später als „Reise um den Mond“ bezeichnet.

1872 – Ostfeste/Westfeste, Atlantik: Verne überquert an Bord der Great Eastern den Atlantik. Die Reise wird durch persönliche Konflikte, technische Störungen und rätselhafte Zwischenfälle überschattet und später als „Eine schwimmende Stadt“ bekannt.

1874 – Weltweit: In London begegnet Verne Phileas Fogg und Passepartout kurz vor deren Versuch, die Welt in achtzig Tagen zu umrunden. Verne reist nicht dauerhaft mit ihnen, begegnet ihnen aber zufällig an mehreren Stationen und hilft bei der Übermittlung wichtiger Nachrichten.

1874 – Ostfeste, Großbritannien: Während seiner Studienzeit löst Sherlock Holmes im Umfeld der Familie Musgrave einen rätselhaften Fall um ein jahrhundertealtes Ritual und einen verborgenen Schatz. Der Fall wird später als „Das Musgrave-Ritual“ bekannt und bestärkt Holmes darin, seine Fähigkeiten beruflich zur Aufklärung ungewöhnlicher Verbrechen einzusetzen.

1875 – Ostfeste, Küste Großbritanniens: Holmes untersucht das Schicksal des Handelsschiffes Gloria Scott. Der Fall führt ihn zu einer verdrängten Meuterei und zur kriminellen Vergangenheit eines angesehenen Landbesitzers.

1876–1877 – Westfeste, Pazifik: Verne untersucht Berichte über eine abgelegene Insel, auf der Überlebende des Sezessionskrieges eine Gemeinschaft gegründet haben. Er erreicht die Insel erst gegen Ende der Ereignisse und begegnet dort dem gealterten Kapitän Nemo. Das Geschehen wird als „Die geheimnisvolle Insel“ bekannt.

1876 – Westfeste, Little Bighorn: Tausende Lakota, Cheyenne und Arapaho vernichten unter Führung von Sitting Bull und Crazy Horse das 7. Kavallerieregiment der Vereinigten Staaten der Dampfnation unter General George Custer. Der Sieg stärkt den Großen Rat der Chieflands und stoppt die Expansion beider Dampfnationen vorübergehend.

1876 – Westfeste, Philadelphia: Alexander Graham Bell führt ein Telefon vor, mit dem Sprache über elektrische Leitungen übertragen werden kann.

1876 – Ostfeste, Deutschland: Carl von Linde entwickelt eine leistungsfähige Kältemaschine. Sie ermöglicht die künstliche Kühlung von Lebensmitteln, Arzneimitteln und industriellen Stoffen.

1877 – Westfeste, Menlo Park in New Jersey: Thomas Alva Edison entwickelt den Phonographen, einen Apparat, mit dem Schall erstmals aufgezeichnet und wiedergegeben werden kann.

1879 – Ostfeste, Russisches Reich: Jules Verne begegnet dem kaiserlichen Kurier Michael Strogoff und unterstützt ihn bei der Vorbereitung einer gefährlichen Reise durch das Russische Reich. Verne begleitet ihn nur auf dem ersten Abschnitt.

1879 – Westfeste, Menlo Park in New Jersey: Edison stellt eine langlebige und praktisch nutzbare elektrische Glühlampe vor. Seine Verbesserungen machen elektrische Beleuchtung für den alltäglichen Einsatz geeignet.

1880 – Westfeste, Chieflands: Trotz ihrer technischen Überlegenheit ist es beiden  Dampfnationen nicht gelungen, den Widerstand der indigenen Stämme zu brechen. Große Teile der Chieflands bleiben unter deren Kontrolle.

1881 – Westfeste, Chicago: Nach dem Wiederaufbau der Stadt gründet die Regierung das Bundesinstitut für kontrollierte Aethertechnik. Dort werden Aetherdetektoren, Schutzfelder und technische Verfahren zur Unterdrückung unkontrollierter Magie entwickelt. Kritiker werfen dem Institut vor, seine Forschung diene weniger der Sicherheit als der Überwachung von Andersvölkischen und Magiebegabten.

1881 – Ostfeste, London: Der aus einem Kriegseinsatz zurückgekehrte Militärarzt Dr. John H. Watson lernt Sherlock Holmes kennen. Beide beziehen gemeinsam eine Wohnung in der Baker Street 221B. Kurz darauf klären sie eine Reihe von Morden auf, deren Ursprung bei einer religiösen Gemeinschaft in der Westfeste liegt. Der Fall wird als „Eine Studie in Scharlachrot“ bekannt.

1882 – Westfeste, New York: Edison nimmt ein System zur öffentlichen Stromversorgung in Betrieb. Das Kraftwerk an der Pearl Street versorgt erstmals einen Teil der Stadt mit elektrischem Strom.

1882 – Ostfeste, Indien: Nach mehreren ruhigeren Jahren nimmt Verne an einer Expedition mit einem dampfbetriebenen mechanischen Elefanten teil. Die Reise wird als „Das Dampfhaus“ bekannt.

1883 – Ostfeste, Surrey: Holmes und Watson untersuchen den Tod einer jungen Frau, deren letzte Worte auf ein „gesprenkeltes Band“ hinweisen. Hinter den scheinbar übernatürlichen Vorgängen verbirgt sich ein exotisches Tier, das als Mordwerkzeug eingesetzt wird. Der Fall wird als „Das gesprenkelte Band“ bekannt.

1883 – Westfeste, Vereinigte Staaten der Dampfnation: Die erste serienmäßig hergestellte Šóta-Dampfkanone wird vorgestellt.

1884 – Ostfeste, London: Mary Morstan bittet Holmes um Hilfe bei der Suche nach ihrem verschollenen Vater und der Herkunft kostbarer Perlen. Die Ermittlungen führen zu einem Schatz aus Indien, einem geheimen Bündnis und einem Mord. Der Fall wird als „Das Zeichen der Vier“ bekannt. Watson und Mary Morstan kommen sich während der Ermittlungen näher.

1884 – Ostfeste, Großbritannien: Hiram Maxim entwickelt ein vollständig automatisches Maschinengewehr, das die Rückstoßenergie zum Nachladen nutzt. Die Waffe verändert die Kriegsführung grundlegend.

1885 – Ostfeste, London: Holmes klärt den Fall eines verschwundenen Bräutigams auf, der sich als Teil eines betrügerischen Plans erweist. Das Ereignis wird später als „Ein Fall von Identität“ bekannt.

1885 – Ostfeste, Frankreich und Afrika: Verne begegnet dem Ingenieur Robur und reist kurzzeitig an Bord dessen Flugmaschine Albatros. Das Erlebnis wird als „Robur der Eroberer“ bekannt.

1885 – Ostfeste, Deutschland: Karl Benz baut einen praxistauglichen Motorwagen mit Verbrennungsmotor. In einer stark von Dampf- und Aethertechnik geprägten Welt bleibt seine Erfindung zunächst eine technische Besonderheit.

1886 – Ostfeste, London und Kent: Ein Ingenieur wird schwer verletzt, nachdem er eine vermeintliche hydraulische Maschine untersuchen sollte. Holmes entdeckt eine geheime Werkstatt, in der mithilfe gestohlener Pressen und Šóta-Technik gefälschte Münzen und Maschinenteile hergestellt werden. Der Fall wird als „Der Daumen des Ingenieurs“ bekannt.

1887 – Westfeste, Washington, D.C.: Mechanische Uhrwerkmenschen patrouillieren als Wächter dauerhaft durch die Straßen. Die Stadt entwickelt sich zum politischen, wissenschaftlichen und kulturellen Zentrum der Vereinigten Dampfnation.

1887 – Ostfeste, London: Holmes untersucht den geheimnisvollen Bund der Rothaarigen. Hinter der scheinbar absurden Organisation verbirgt sich die Vorbereitung eines Einbruchs in eine Bank. Der Fall wird als „Der Bund der Rothaarigen“ bekannt.

1887 – Westfeste, New York, Boston und Philadelphia: Der Bund der Freien Andersvölker organisiert eine Großdemonstration. Mehrere Zehntausend Menschen und Andersvölkische fordern das Wahlrecht, den Zugang zu öffentlichen Schulen und das Ende der Sonderregister für Magiebegabte. Die Demonstrationen verlaufen überwiegend friedlich, werden in mehreren Städten jedoch von Polizei und privaten Antimagie-Einheiten gewaltsam aufgelöst.

1888 – Ostfeste, London und Böhmen: Der König von Böhmen beauftragt Holmes, ein kompromittierendes Bild aus dem Besitz der Sängerin und Abenteurerin Irene Adler zurückzuholen. Adler durchschaut Holmes’ Plan und entkommt. Holmes bewahrt ihr Bild und bezeichnet sie fortan respektvoll als „die Frau“. Der Fall wird als „Ein Skandal in Böhmen“ bekannt.

1888 – Westfeste, Pazifik: Verne hilft bei der Suche nach einer Gruppe verschollener Schüler. Er gehört zu den ersten Erwachsenen, die nach ihrer Rettung deren Berichte über zwei Jahre auf einer abgelegenen Insel aufnehmen. Das Abenteuer wird als „Zwei Jahre Ferien“ bekannt.

1888 – Ostfeste/Westfeste: Nikola Tesla entwickelt einen Wechselstrommotor und arbeitet an einem elektrischen Versorgungssystem auf Grundlage von Wechselstrom. Die Technik erleichtert den Transport elektrischer Energie über große Entfernungen.

1888 – Ostfeste, London: Am Weihnachtsabend untersucht Holmes den Fund eines wertvollen blauen Edelsteins im Kropf einer Gans. Der scheinbar belanglose Vorfall führt ihn zu einem Hoteldiebstahl und einem zu Unrecht beschuldigten Handwerker. Der Fall wird als „Der blaue Karfunkel“ bekannt.

1889 – Ostfeste, Dartmoor: Holmes und Watson reisen nach Baskerville Hall, nachdem Sir Charles Baskerville unter rätselhaften Umständen gestorben ist. Ein angeblich dämonischer Hund versetzt die Region in Angst. Holmes weist nach, dass ein Verbrecher eine präparierte Bestie und alte Familienlegenden benutzt, um an das Erbe der Baskervilles zu gelangen. Der Fall wird als „Der Hund von Baskerville“ bekannt.

1890 – Ostfeste, London und Boscombe Valley: Holmes untersucht mehrere bedeutende Fälle, darunter den Mord im Boscombe Valley, das Verschwinden eines Mannes mit entstelltem Gesicht und den Diebstahl einer Beryllkrone. Seine Methoden machen ihn bei Scotland Yard berühmt, sorgen aber zugleich für Spannungen mit Teilen der Polizei.

1890 – Westfeste, Montgomery: Die Stadt ist das politische und wirtschaftliche Zentrum der Konföderierten Staaten der Dampfnation. Baumwolle und Šóta-Sekret bilden die Grundlage der südlichen Wirtschaft.

1891 – Ostfeste, Transsilvanien: Jules Verne untersucht Berichte über Stimmen, Lichter und Erscheinungen in einem verlassenen Schloss. Hinter den vermeintlich übernatürlichen Phänomenen entdeckt er außergewöhnliche technische Vorrichtungen. Der Fall wird als „Das Karpatenschloss“ bekannt.

1891 – Westfeste, Vereinigte Staaten: Edison und seine Mitarbeiter entwickeln das Kinetoskop, einen frühen Apparat zur Betrachtung bewegter Bilder.

1891 – Ostfeste, London: Arthur Conan Doyle eröffnet eine augenärztliche Praxis und begegnet dort Dr. Watson. Watson überlässt ihm Abschriften ausgewählter Fallberichte, damit diese in überarbeiteter Form veröffentlicht werden können. Doyle lernt später auch Holmes kennen, bleibt bei den meisten Ermittlungen jedoch ein außenstehender Chronist.

1891 – Ostfeste, London und Schweiz: Holmes erkennt, dass zahlreiche Verbrechen Europas von dem Mathematiker Professor James Moriarty gelenkt werden. Nach monatelangen Ermittlungen zerschlägt Holmes große Teile von Moriartys Organisation. Am Reichenbachfall in der Schweiz kommt es zur letzten Begegnung der beiden Männer. Beide gelten anschließend als tot. Der Fall wird als „Das letzte Problem“ bekannt.

1891–1894 – Ostfeste und andere Kontinente: Sherlock Holmes überlebt den Sturz am Reichenbachfall und reist unter verschiedenen Namen durch Europa, Asien und Afrika. Er hält seinen Tod geheim, um die verbliebenen Anhänger Moriartys aufzuspüren. Watson und Doyle wissen während dieser Zeit nichts von seinem Überleben.

1892 – Westfeste, nördliche und südliche Dampfnationen: Nach Jahrzehnten verlustreicher Kämpfe schließen die Vereinigten und Konföderierten Staaten der Dampfnation einen brüchigen Waffenstillstand und erkennen sich gegenseitig an. Beide Staaten beanspruchen weiterhin große Gebiete in den Chieflands, können ihre Expansion gegen die verbündeten indigenen Stämme und deren mächtige Schamanen jedoch nicht entscheidend vorantreiben. Zugleich sind Nord und Süd wirtschaftlich voneinander abhängig: Der industrialisierte Norden benötigt das Šóta der südlichen Plantagen, während der Süden auf Maschinen, Ersatzteile, Waffen und andere Industriegüter aus dem Norden angewiesen ist. Der Handel wird überwiegend über neutrale Gesellschaften abgewickelt, obwohl beide Regierungen ihn öffentlich verurteilen. Seitdem herrscht zwischen Nord und Süd ein angespannter Frieden. Grenzzwischenfälle, Sabotageakte, Spionage und Stellvertreterkonflikte gehören zum Alltag. Beide Seiten unterhalten Forts, Eisenbahnlinien und Expeditionstruppen in den Chieflands, während die indigenen Stämme dank ihrers Bündnisses und ihrer mächtigen Schamanen weite Gebiete erfolgreich gegen ihre Expansion verteidigen. Die gegenseitige Abhängigkeit verhindert sowohl einen erneuten offenen Krieg als auch eine dauerhafte politische Annäherung.

ZEITALTER DER AETHERTECHNIK UND ABENTEURER

1893 – Ostfeste, London: Das Magierkonzil gründet die Internationale Akademie für Aetherwissenschaften. Sie soll Magie, Aethertechnik und Šóta-Dampfkraft unter gemeinsamen wissenschaftlichen Grundsätzen zusammenführen. Zu ihren Fachbereichen gehören Aetherformellehre, Artefaktkunst, Metatronik, Maschinenkunde und experimentelle Šóta-Technik.

1894 – Ostfeste, London: Holmes kehrt unerwartet in die Baker Street zurück. Gemeinsam mit Watson stellt er Colonel Sebastian Moran, einen ehemaligen Offizier und gefährlichen Scharfschützen aus Moriartys Organisation. Der Fall wird als „Das leere Haus“ bekannt.

1895 – Ostfeste, Deutschland: Wilhelm Conrad Röntgen entdeckt eine bislang unbekannte Form von Strahlung, mit der das Innere des menschlichen Körpers sichtbar gemacht werden kann.

1895 – Ostfeste, London: Holmes untersucht das Verschwinden geheimer Baupläne für ein neuartiges Unterseeboot. Die sogenannten Bruce-Partington-Pläne enthalten Konstruktionsdetails für ein mit Šóta-Energie betriebenes Tauchschiff und könnten das militärische Gleichgewicht Europas verändern. Holmes deckt einen Spionagering auf und gewinnt dadurch das Vertrauen der britischen Regierung.

1895 – Weltmeere: Verne erhält die Erlaubnis, die künstliche und bewegliche Insel Standard Island zu besuchen. Während der Reise wird er Zeuge politischer Spannungen und technischer Katastrophen. Das Ereignis wird später als „Die Propellerinsel“ bekannt.

1895 – Ostfeste, Italien und Großbritannien: Guglielmo Marconi führt Versuche mit drahtloser Telegrafie durch. Seine Apparaturen ermöglichen die Übertragung von Signalen ohne Kabelverbindung.

1895 – Westfeste, Vereinigte Staaten der Dampfnation: Erste tragbare Blitzwerfer werden an Spezialeinheiten ausgegeben.

1896 – Ostfeste, London: Holmes tritt gegen den Erpresser Charles Augustus Milverton an, der kompromittierende Briefe, Fotografien und Phonographenaufnahmen wohlhabender Familien sammelt. Der Fall bringt Holmes an die Grenzen seiner sonst strikten Gesetzestreue.

1897 – Ostfeste, Deutschland: Rudolf Diesel entwickelt einen besonders effizienten Verbrennungsmotor.

1897 – Ostfeste, London: Sechs Büsten Napoleons werden scheinbar ohne erkennbaren Grund zerstört. Holmes erkennt, dass ein Dieb in einer der Figuren einen kostbaren Edelstein verborgen hat. Der Fall wird als „Die sechs Napoleons“ bekannt.

1898 – Ostfeste, Sussex: Holmes untersucht eine Serie rätselhafter Symbole, die als tanzende Strichmännchen erscheinen. Die Zeichen erweisen sich als Geheimschrift einer kriminellen Vereinigung aus der Westfeste. Der Fall wird als „Die tanzenden Männchen“ bekannt.

1899 – Westfeste, Venezuela: Verne nimmt trotz seines hohen Alters an einer Expedition entlang des Orinoco teil. Er reist nicht mehr als aktiver Abenteurer, sondern als erfahrener Berater und Kartenkundiger. Das Unternehmen wird als „Der stolze Orinoco“ bekannt.

1899 – Ostfeste, London und Universitätsstadt: Kurz vor einer wichtigen Prüfung werden geheime Prüfungsunterlagen eingesehen. Holmes löst den vergleichsweise kleinen Fall durch die Untersuchung von Lehmspuren, Schreibgeräten und Bewegungsabläufen. Das Ereignis wird als „Die drei Studenten“ bekannt.

2. Juli 1900 – Ostfeste, Bodensee bei Friedrichshafen: Das von Ferdinand Graf von Zeppelin konstruierte Luftschiff LZ 1 absolviert seine Jungfernfahrt.

1900 – Westfeste, Washington, D.C.: Die Hauptstadt verfügt über große Luftschiffhäfen, dampfbetriebene Verkehrsmittel, mechanische Diener und moderne Telekommunikationssysteme.

1900 – Ostfeste, London: Holmes verhindert den Diebstahl eines zweiten geheimen Staatsdokuments, dessen Veröffentlichung eine europäische Krise ausgelöst hätte. Der Fall wird als „Der zweite Fleck“ bekannt.

1901 – Westfeste, Montgomery: Der Anti-Aetherklan verschärft seine Verfolgung von Magiebegabten. Das brennende Pentagramm wird zum gefürchteten Symbol des Geheimbundes. Nach dieser erneuten Welle von Übergriffen schleust der Andersbund bedrohte Familien aus den Konföderierten Staaten. Gleichzeitig zerstören seine Mitglieder mehrere geheime Gefängnisse, in denen Magiebegabte ohne Gerichtsverfahren festgehalten werden. Die konföderierte Regierung erklärt den Bund der Freien Andersvölker und den Andersbund daraufhin zu terroristischen Vereinigungen.

1901 – Ostfeste, Großbritannien: Holmes untersucht mehrere Berichte über angebliche Vampire. Hinter den Verletzungen eines Kindes verbirgt sich keine übernatürliche Kreatur, sondern ein familiäres Geheimnis. Der Fall wird später als „Der Vampir von Sussex“ bekannt.

1902 – Ostfeste/Westfeste, transatlantische Luftschiffrouten: Erste große Šóta-Luftschiffe verkehren regelmäßig zwischen beiden Kontinenten.

1902 – Ostfeste, London: Holmes wird mit einer ungewöhnlichen Erkrankung konfrontiert und täuscht selbst seinen nahenden Tod vor, um einen Täter aus der Reserve zu locken. Der Fall wird als „Der sterbende Detektiv“ bekannt.

1903 – Westfeste, Kitty Hawk in North Carolina: Orville und Wilbur Wright führen einen kontrollierten Motorflug mit einem Flugzeug durch. Starrflügler treten damit in Konkurrenz zu Luftschiffen.

1903 – Ostfeste, Sussex: Sherlock Holmes zieht sich offiziell aus London zurück und lässt sich auf dem Land nieder. Dort widmet er sich der Bienenzucht, chemischen Experimenten und der Untersuchung seltener Aetherphänomene. Gelegentlich übernimmt er weiterhin besonders bedeutende Fälle.

1903–1904 – Westfeste, Vereinigte Dampfnation: Verne wird erneut in die Angelegenheiten Roburs verwickelt. Dessen neues Fahrzeug kann sich zu Land, auf dem Wasser, unter Wasser und in der Luft bewegen. Wegen seines Alters beteiligt sich Verne vor allem als Berater an der Suche nach dem Erfinder. Die Ereignisse werden als „Der Herr der Welt“ bekannt.

1904 – Ostfeste, Großbritannien: John Ambrose Fleming entwickelt die Elektronenröhre. Sie verbessert Funktechnik, Signalverstärkung und frühe elektronische Apparaturen.

1904 – Ostfeste, Sussex: Holmes untersucht die Versuche eines alternden Wissenschaftlers, seine körperliche Jugend mithilfe tierischer Extrakte und alchemistischer Substanzen wiederherzustellen. Die Behandlung führt zu schweren körperlichen und geistigen Veränderungen. Der Fall wird als „Der Mann auf allen vieren“ bekannt.

1905 – Ostfeste, Sankt Petersburg im Russischen Reich: Rasputin wird dem Zarenpaar Nikolaus II. und Alexandra vorgestellt und gewinnt in den folgenden Jahren vor allem das Vertrauen der Zarin.

24. März 1905 – Ostfeste, Amiens in Frankreich: Jules Verne stirbt im Alter von 77 Jahren. In seinem Nachlass werden zahlreiche Karten, Expeditionsberichte, Briefe und technische Zeichnungen gefunden. Da Verne an vielen Ereignissen nur zeitweise beteiligt war, bleiben der genaue Ablauf und die Identität zahlreicher Abenteurer umstritten.

1907 – Ostfeste, Sankt Petersburg: Rasputin gelingt es auf mysteriöse Weise, die lebensbedrohlichen Blutungen des Zarewitsch Alexei zu stoppen. Er wird zum unverzichtbaren „Gottesmann“ der Zarenfamilie.

1907 – Ostfeste, Cornwall: Während eines Erholungsaufenthalts untersucht Holmes mehrere Todesfälle und Wahnsinnsanfälle, die durch eine seltene giftige Pflanze ausgelöst wurden. Da die Wirkung des Stoffes jener unkontrollierter Aetherverzerrungen ähnelt, wird zunächst Magie als Ursache vermutet. Der Fall wird als „Der Teufelsfuß“ bekannt.

1908 – Ostfeste, London: Holmes verhindert den Diebstahl des Mazarin-Steins, eines außergewöhnlich wertvollen Kronjuwels. Dabei setzt er eine täuschend echte mechanische Nachbildung seiner selbst ein, um die Täter zu überlisten.

1909 – Ostfeste, Zürich und London: Das Polytechnische Institut für Šóta-Dampfkraft und die Internationale Akademie für Aetherwissenschaften entwickeln gemeinsam den Cortschen  Aetherkessel. Die Konstruktion trennt Verbrennung, Dampfdruck und Aetherreaktion voneinander und verringert dadurch die Gefahr katastrophaler Kesselexplosionen. Innerhalb weniger Jahre wird das System in Luftschiffen, Lokomotiven und großen Industrieanlagen eingesetzt.

1910 – Westfeste, Vereinigte Staaten der Dampfnation: Der Bau schwer gepanzerter Luftschiffträger beginnt.

1911 – Westfeste, Konföderierte Dampfnation: Die Regierung erweitert die Šóta-Plantagen und verschärft die Sklavengesetze.

1913 – Westfeste, Detroit: Henry Ford führt die bewegliche Fließbandfertigung in der Automobilproduktion ein. Das Verfahren ermöglicht die schnelle Herstellung großer Mengen gleichartiger Maschinen.

1914 – Ostfeste, Großbritannien: Kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs kehrt Holmes ein letztes Mal in den aktiven Staatsdienst zurück. Unter falscher Identität dringt er in ein deutsches Spionagenetz ein und übergibt dessen wichtigste Agenten den britischen Behörden. Der Fall wird als „Seine Abschiedsvorstellung“ bekannt.

12. Juli 1914 – Ostfeste, Pokrowskoje in Sibirien: Chionia Gussewa verübt ein Attentat auf Rasputin und verletzt ihn schwer.

1915 – Ostfeste, Russisches Reich: Zar Nikolaus II. übernimmt an der Front selbst den Oberbefehl. In seiner Abwesenheit trifft die Zarin politische Entscheidungen und stützt sich dabei zunehmend auf Rasputins Ratschläge. Sein wachsender Einfluss auf Ministerposten bringt Adel und Bevölkerung gegen ihn auf.

ZEITALTER DES AETHERZAREN

Nacht vom 29. auf den 30. Dezember 1916 – Ostfeste, Sankt Petersburg: Eine Gruppe konservativer Adliger um Fürst Felix Jussupow lockt Rasputin in den Palast. Die Verschwörer versuchen zunächst, ihn mit Zyankali zu vergiften. Als das Gift keine Wirkung zeigt, schießen sie auf ihn, schlagen auf ihn ein und werfen seinen vermeintlichen Leichnam in die Newa. Was sie nicht wissen: Rasputin ist bereits vollständig von der Macht Szalish korrumpiert. Noch in derselben Nacht kehrt er als Untoter zurück und nimmt grausame Rache an seinen Peinigern. In seinem Blutrausch tötet er auch die Zarin – offenbar unbeabsichtigt. Von Wahnsinn und Verzweiflung getrieben, ermordet er anschließend den Zaren und erhebt sich selbst zum neuen Herrscher des Russischen Reiches.

31. Dezember 1916 – Ostfeste, Sankt Petersburg: Rasputin übernimmt mithilfe loyaler Soldaten, korrumpierter Adliger, imperialer Agenten und monströser Kreaturen die Kontrolle über die Hauptstadt. Er erklärt die bisherige Zarenherrschaft für beendet und erhebt sich selbst zum unsterblichen Aetherzaren. Er stellt die verbliebenen staatlichen, militärischen und zarenzeitlichen Strukturen unter seine persönliche Herrschaft und gründet das neue Aetherimperium. Sankt Petersburg bleibt Hauptstadt sowie politisches, militärisches und mystisches Zentrum.

1916 – Ostfeste, Großbritannien: Nach Rasputins Machtübernahme und der Gründung des Aetherimperiums wird der inzwischen über sechzigjährige Holmes von Vertretern der britischen Regierung erneut um Rat gebeten. Ob er sich noch einmal aktiv an den Ermittlungen gegen imperiale Agenten beteiligt, bleibt unbekannt.

1917 – Ostfeste, Sankt Petersburg: In den Archiven des ehemaligen Zarenhofs entdeckt Rasputin Hinweise auf drei uralte Artefakte des Dras-Königs: die Krone, der Taura’Tavar und das Arkon. Alten Schriften zufolge tragen alle drei Insignien Fragmente des Geistes und der Macht ihres einstigen Besitzers in sich. Rasputin ist überzeugt, dass ihre Vereinigung ihm grenzenlose Macht und vollkommene Unsterblichkeit verleihen wird.

1917 – Ostfeste, ehemaliges Russisches Reich: In zahlreichen Regionen brechen Aufstände gegen Rasputins Herrschaft aus. Monarchisten, Republikaner, Bauernverbände, religiöse Gruppen und abtrünnige Militärs kämpfen sowohl gegeneinander als auch gegen die Truppen des Aetherimperiums.

1919 – Ostfeste, Sankt Petersburg: Rasputin gründet den geheimen Orden der Schwarzen Insignien. Archäologen und imperiale Agenten erhalten den Auftrag, weltweit nach den drei Artefakten des Dras-Königs zu suchen.

1919–1923 – Ostfeste, ehemaliges Russisches Reich: Rasputin unterwirft den größten Teil der aufständischen russischen Gebiete. Seine Truppen setzen untote Soldaten, mechanische Kriegskolosse und durch Šóta verstärkte Aetherwaffen ein. Widerstandsnester überleben vor allem in Sibirien, im Kaukasus und in den westlichen Grenzregionen.

1920–1930 – Ostfeste, Europa: Republiken, parlamentarische Monarchien, Königreiche, Kaiserreiche, Fürstentümer und freie Städte bestehen nebeneinander. Großbritannien und die skandinavischen Reiche entwickeln sich zu konstitutionellen Monarchien. Frankreich bleibt eine Republik. Im deutschsprachigen Raum entsteht ein lockerer Bund aus Königreichen, Fürstentümern und freien Industriestädten. Die Donaumonarchie überlebt in verkleinerter Form als föderales Vielvölkerreich. Italien bleibt zwischen Königreich, autonomen Stadtstaaten und dem Einfluss des Pontifex Maximus gespalten. In mehreren Regionen herrschen Monarchen, die dem Aetherimperium Treue geschworen haben. 

1921 – Westfeste, Chieflands: Ungewöhnlich starke Aetherstürme treten in abgelegenen Regionen auf. Der große Rat der Chieflands und ihre Schamanen warnen davor, dass der jahrzehntelange Šóta-Abbau das Gleichgewicht zwischen der stofflichen Welt und dem Aetherraum beschädigt habe.

1926–1932 – Ostfeste, Aetherimperium und europäische Grenzregionen: Nachdem Rasputin unabhängige Magierschulen und technische Institute verbietet, fliehen zahlreiche Lehrmeister, Ingenieure und Schüler in die Staaten des Europäischen Kronenbundes. 

1923–1935 – Weltweit: Expeditionen des Ordens der Schwarzen Insignien dringen in entlegene Gebiete der Ostfeste, der Westfeste und anderer Kontinente vor. Viele dieser Unternehmungen werden als wissenschaftliche, diplomatische oder wirtschaftliche Missionen getarnt. Tatsächlich suchen sie nach den drei Insignien und nach Orten, die mit einem sagenumwobenen Kontinent namens Mythandria oder den Menedat-Portalen verbunden sind.

1924 – Ostfeste, Sankt Petersburg: Rasputin lässt die Hauptstadt des Aetherimperiums zu einer gewaltigen Festungsmetropole ausbauen. Über dem ehemaligen Zarenviertel entsteht der Schwarze Aetherpalast, ein monumentaler Komplex aus Türmen, Katakomben, Laboratorien und Beschwörungshallen.

1926 – Ostfeste, Aetherimperium: Religion, Magie, Wissenschaft und technische Entwicklung werden der staatlichen Kontrolle unterstellt. Magiebegabte müssen sich registrieren lassen und dem Imperium dienen. Dampfmaschinen und Technik, die es gewöhnlichen Menschen ermöglichen, den Aether zu manipulieren, werden weitestgehend verboten. Ausschließlich imperiale Institute dürfen neue Aethermaschinen und ähnliche Apparaturen entwickeln. Gegner des Regimes verschwinden in Arbeitslagern oder Versuchsanlagen.

1928 – Ostfeste, Wien: Mehrere europäische Staaten gründen den Europäischen Kronenbund. Das Bündnis soll Handel, Grenzsicherung und gemeinsame Verteidigung organisieren, ohne die Eigenständigkeit der beteiligten Monarchien, Republiken und freien Städte aufzuheben.

1935 – Westfeste, Grenzstädte: Jäger, Rancher, Forscher, Söldner und Glücksritter ziehen in die westlichen Territorien. Gepanzerte Dampfkutschen, Šóta-Gewehre und mechanische Vorrichtungen gehören bald zum alltäglichen Bild.

1937 – Ostfeste, europäische Grenzen des Aetherimperiums: Rasputins Truppen errichten gewaltige Aetherfestungen. Der Europäische Kronenbund reagiert mit mechanischen Verteidigungsanlagen, Luftschiffflotten und gemeinsamen Grenztruppen.

1938 – Ostfeste, Schwarzer Aetherpalast in Sankt Petersburg: Rasputins Gelehrte entschlüsseln eine Prophezeiung aus der Zeit der Dras-Kriege Anno Magicae. Demnach kann der Geist des Dras-Königs zurückkehren, sobald Krone, Taura’Tavar und Arkon an einem Ort vereint werden.

ZEITALTER DES ERSTEN AETHER-DAMPF-KRIEGES

1941 – Ostfeste, osteuropäische Grenzgebiete: Das Aetherimperium marschiert in mehrere Nachbarstaaten ein. Rasputins Suche nach den Artefakten des Dras-Königs ist ein geheimer Auslöser des Aetherkrieges.

1942 – Ostfeste, Europa: Der Europäische Kronenbund erklärt dem Aetherimperium den Krieg. Republiken, Monarchien, Fürstentümer und freie Städte stellen erstmals gemeinsame Streitkräfte auf.

1943 – Westfeste, Washington, D.C., und Montgomery: Die Vereinigten und Konföderierten Staaten der Dampfnation schließen ein befristetes Verteidigungsabkommen. Beide Seiten fürchten, dass Rasputin nach einer Unterwerfung Europas auch die Šóta-Vorkommen der Westfeste beanspruchen wird.

1944 – Ostfeste/Westfeste, Atlantik: Das Aetherimperium greift transatlantische Handelsrouten mit fliegenden Monstern an. Die Dampfnationen entsenden Luftschiffträger und Zeppelinflotten zur Unterstützung des europäischen Kronenbundes.

1946 – Ostfeste, Mitteleuropa: Eine gemeinsame Streitmacht des Europäischen Kronenbundes und der Dampfnationen stoppt den Vormarsch des Aetherimperiums. Der Einsatz einer gewaltigen Aetherwaffe verwüstet dabei jedoch ganze Landstriche.

1946 – Ostfeste, eroberte Gebiete Mitteleuropas: Agenten des Ordens der Schwarzen Insignien bergen ein uraltes Behältnis, das einst die Krone des Dras-Königs enthalten haben soll. Das Artefakt selbst bleibt aber verschwunden.

1947 – Ostfeste, Mitteleuropa: In der später als „Schlacht der Drei Mächte“ bekannten Auseinandersetzung treffen die Hauptstreitkräfte des Aetherimperiums, des Europäischen Kronenbundes und der Dampfnationen aufeinander. Die Verluste sind so verheerend, dass sowohl das Aetherimperium als auch die überseeischen Dampfnationen ihre Truppen aus weiten Teilen Europas zurückziehen müssen. Die Staaten des Kronenbundes nutzen das Machtvakuum, um ihre Monarchien, Republiken und freien Städte neu zu ordnen.

1948 – Ostfeste, Prag: Der erste Aether-Dampf-Krieg endet mit dem Prager Waffenstillstand. Das Aetherimperium zieht sich hinter seine befestigten Grenzen zurück, wird jedoch nicht besiegt. Rasputin bleibt an der Macht.

ZEITALTER DES KALTEN KRIEGES

1950–1970 – Weltweit: Zwischen dem Aetherimperium, dem Europäischen Kronenbund und den Dampfnationen beginnt ein jahrzehntelanges Wettrüsten. Mechanische Heere, Aetherwaffen, Luftschiffflotten und geheime Magierorden werden ständig weiterentwickelt.

1952 – Westfeste, Chieflands: Spione des Aetherimperiums erfahren durch indigene Überlieferungen von einem magischen Stab, der nach dem Fall Mythandrias durch ein Portal in die Westfeste gelangt sein soll. Rasputin vermutet, dass es sich um den Taura’Tavar des Dras-Königs von Mythandria handelt.

1961 – Ostfeste/Westfeste: Erste dauerhaft betriebene Aethertore ermöglichen den schnellen Transport kleiner Gruppen über große Entfernungen. Wegen häufiger Fehlfunktionen bleiben sie streng bewacht und werden fast ausschließlich militärisch genutzt.

1968 – Westfeste: Eine Expedition des Ordens der Schwarzen Insignien versucht, eine heilige Stätte in den Chieflands zu plündern. Die Mission scheitert, doch mehrere Fragmente uralter Inschriften werden nach Sankt Petersburg gebracht.

1974 – Ostfeste, Europa: Der Europäische Kronenbund wird reformiert. Seine Mitgliedstaaten behalten ihre Monarchien oder republikanischen Regierungen, richten jedoch ein gemeinsames Parlament und einen gemeinsamen Verteidigungsrat ein.

1983 – Ostfeste/Westfeste, Nordatlantik: Das Aetherimperium versucht, ein gewaltiges Portal zu einem verborgenen Aufbewahrungsort der Insignien zu öffnen. Das Ritual gerät außer Kontrolle und löst einen starken Aethersturm aus. Das Aetherimperium und die Dampfnationen stehen am Rand eines neuen globalen Krieges.

ZEITALTER DES FORTSCHRITTS

1990–2010 – Weltweit: Aethertechnik, Dampfmaschinen und mechanische Apparaturen werden weiterentwickelt, ohne vollständig durch Elektronik oder Verbrennungsmotoren verdrängt zu werden. Die Technik bleibt groß, sichtbar, reparierbar und eng mit der Magie verbunden. Luftschiffe, Uhrwerkmenschen und Šóta-Maschinen prägen den Alltag.

1996 – Ostfeste, Schwarzer Aetherpalast in Sankt Petersburg: Nach jahrzehntelanger Suche gelangt die erste Insignie des Dras-Königs in Rasputins Besitz. Welche der drei es ist, bleibt selbst innerhalb des Aetherimperiums streng geheim.

2008 – Ostfeste, Europa: Der Europäische Kronenbund umfasst parlamentarische Monarchien, Republiken, freie Städte, Königreiche und kleinere Fürstentümer. Nationale Grenzen bestehen weiterhin, doch Handel und Reisen sind weitgehend ungehindert.

2012 – Ostfeste, Schwarzer Aetherpalast in Sankt Petersburg: Rasputin tritt nach Jahrzehnten erstmals wieder öffentlich auf. Sein untoter Körper wird durch Aethermaschinen und alchemistische Flüssigkeiten erhalten. Seine neue Stärke nährt Gerüchte, dass er bereits zwei der drei Insignien besitzt.

2025 – Weltweit: Die Geheimdienste der Dampfnationen und des Europäischen Kronenbundes gehen davon aus, dass Rasputin zwei der drei Insignien des Dras-Königs besitzt. Das letzte Artefakt soll sich entweder in den westlichen Territorien der Westfeste, in einer verborgenen europäischen Sammlung oder jenseits eines Menedat-Portals befinden.

Das Aetherimperium beherrscht weiterhin große Gebiete im Osten der Ostfeste. Sankt Petersburg ist sein Machtzentrum sowie Sitz des unsterblichen Aetherzaren.

Europa besteht aus einem Geflecht von Monarchien, Republiken, Fürstentümern und freien Städten. Viele Staaten sind im Europäischen Kronenbund zusammengeschlossen, bewahren jedoch ihre eigenen Herrscher, Parlamente und Traditionen.

In der Westfeste stehen sich die Vereinigten Staaten der Dampfnation, die Konföderierten Staaten der Dampfnation und der Große Rat der Chieflands gegenüber. Nord und Süd sind wirtschaftlich voneinander abhängig und durch ihre gemeinsame Furcht vor dem Aetherimperium verbunden. Gepanzerte Eisenbahnzüge verbinden befestigte Grenzstädte. Luftschiffe kreisen über urzeitlichen Herden, während Revolverhelden, Schamanen, Abenteurer und Kopfgeldjäger gegen Banditen, imperiale Agenten, Aetherkreaturen und gewaltige Raubtiere kämpfen.